Vom mit Abstand treffsichersten Bankvolkswirt der letzten beiden Jahre:
Handelsblatt Nr. 003 vom 05.01.05 Seite 26
STIMME AUS NEW YORK
Handelsblatt Nr. 003 vom 05.01.05 Seite 26
STIMME AUS NEW YORK Positive US-Daten Von JOHN LIPSKY
Das Wachstum des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) wird 2005 im dritten Jahr in Folge über dem Mittel der Prognosen liegen, die Inflation wird geringer ausfallen als erwartet. Das haben die jüngsten US-Konjunkturdaten bestätigt. Wir rechnen damit, dass das Wachstum des BIP höher ausfällt als im vergangenen Jahr.
Die Kerninflation wird eine stetige bis rückläufige Entwicklung nehmen. Falls das zutrifft, bleiben die Aussichten für die US-Finanzmärkte positiv. Für den Dollar bestehen nur geringe Abwertungsrisiken.
Da die Rohölpreise und damit auch die Preise für andere Rohstoffe in den kommenden Monaten vermutlich fallen, wird die Kaufkraft der Verbraucher gestärkt. Gleichzeitig schränkt der Rückgang der Arbeitslosenquote den Lohnzuwachs ein. Deshalb wird das Wachstum 2005 mit einer gleichbleibenden bis geringeren Inflation einhergehen.
Trotz erwarteter Zinserhöhungen durch die Fed bleiben die Prognosen für Kreditspannen günstig. Die stabile bis rückläufige Kerninflation dürfte den Aufwärtsdruck auf die Renditen langlaufender Anleihen eingrenzen. Beim Gewinnwachstum wird sich das hohe Tempo der letzten zwei Jahre nicht fortsetzen. Die Gewinnspannen könnten aber neue Rekordhöhen erreichen. Dies stützt die Aktien- und Anleihen im Unternehmensbereich.
John Lipsky Chefökonom JP Morgan Securities
Positive
US-Daten
Von JOHN LIPSKY