Deutschland gehört zu den Ländern, in denen Handy- Nutzer am eifrigsten SMS-Botschaften (Short Message Service) verschicken. Das hat die Berliner Berlecon Research in einer Untersuchung der mobilen Dienste in Deutschland herausgefunden. Der SMS-Boom sei mit dem Erfolg von "i-mode" in Japan vergleichbar, der einen Internetzugang per Handy ermöglicht. Allein im vergangenen Jahr seien in Deutschland zwischen 12 und 14 Milliarden SMS-Botschaften gefunkt worden, zitierte der Mediendienst des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) heute die Berlecon-Sprecherin Karen Manzano.
Laut Berlecon sind es bei weitem nicht nur Teenager, die sich auf den Tasten des Mobiltelefons die Finger wund tippen. "Kurzmitteilungen werden zum Beispiel von Unternehmen genutzt, um ihre Außendienstler auf dem Laufenden zu halten", so der IW-Medienspiegel. Inzwischen habe sich eine ganze Branche herausgebildet, die ihre Dienste per SMS anbiete - werbefinanziert oder gegen Gebühr.
Mit Hilfe von SMS-Mitteilungen werden beispielsweise Radfahrer und Freizeitsportler vor einem aufkommenden Gewitter gewarnt oder Studenten über den Mensa-Speiseplan informiert, heißt es. "Bis Ende 2000 weitgehend unbeachtet, nahm parallel zur WAP-Ernüchterung die Nutzung von SMS, besonders unter jüngeren Handy-Nutzern, immer weiter zu", stellte Berlecon Research fest. Während der Internet-Zugang per Handy (WAP) noch an vielen Kinderkrankheiten leide, seien die SMS-gestützten Dienste einfacher zu nutzen und ihre Kosten überschaubar.