PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas wichtigste Aktienmärkte haben am Freitag leicht nachgegeben. Der Handel verlief ruhig bei geringen Handelsumsätzen. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 0,23 Prozent niedriger bei 6.269,97 Punkten. Anleger dürften den Beginn der Saison der Quartalsbilanzen abwarten.
Für dich zusammengefasst:
Europas Aktienmärkte gaben am Freitag leicht nach.
Die Wochenbilanz des Index ist mit minus 2,2 Prozent trist. Am Montag hatte das europäische Börsenbarometer mit 6.431 Zählern ein Rekordhoch erreicht. In den Folgetagen strichen Investoren jedoch angesichts des wieder eskalierenden Konflikts zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten Kursgewinne ein.
Außerhalb des Euroraums schlugen sich die Märkte ein wenig besser, ohne jedoch große Sprünge zu machen. So legte der schweizerische SMI um 0,14 Prozent auf 14.235,09 Punkte zu. Der britische FTSE 100 schloss 0,24 Prozent höher bei 10.497,29 Zählern.
"An den Aktienmärkten drängt sich nun neben Konjunkturdaten und geopolitischen Einflüssen die Berichtssaison für das zweite Quartal in den Vordergrund", so Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka Bank. "Wirklich Fahrt nimmt der Zahlenreigen ab Dienstag auf, wenn vier Großbanken berichten und den Tenor für die Märkte setzen."
Zu den schwächsten Sektoren zählten die Technologiewerte . Hier belasteten die Verluste von Halbleiteraktien, deren Erholung damit ausgelaufen zu sein scheint. ASML sanken um gut zwei Prozent. Die Augen sind nun auf den Start des südkoreanischen Halbleiterkonzerns SK Hynix an der US-Technologiebörse Nasdaq gerichtet. "Das Volumen der Platzierung wird auf rund 28 Milliarden Dollar (Dollarkurs) veranschlagt", hieß es von der Landesbank Baden-Württemberg. "Damit wäre die Transaktion eine der größten Aktienplatzierungen der Börsengeschichte und ein Stimmungsbarometer für den überhitzten KI-Sektor."
Auch Ölwerte verzeichneten Verluste. Trotz der jüngsten militärischen Eskalation zwischen den USA und dem Iran im Streit um die Straße von Hormus gehen die Bemühungen um eine Beilegung der Feindseligkeiten weiter. "Die Vereinigten Staaten setzen sich weiterhin für eine Lösung ein, und die technischen Gespräche laufen weiter", sagte ein US-Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur. Das dämpfte Sorgen vor weiter kräftig steigenden Ölpreisen. Marktteilnehmer seien zuversichtlich, dass sich der Frachtverkehr durch die Straße von Hormus stabilisieren werde, merkte Analyst Ricardo Evangelista vom Broker ActivTrades an.
Stark entwickelten sich dagegen die Telekomwerte . Hier gaben Vodafone -Aktien mit fast 13 Prozent Aufschlag auf gut 110 Pence den Takt vor. Der Vodafone-Großaktionär Emirates Telecom verkauft seine Beteiligung am britischen Telekomkonzern an den französischen Milliardär Xavier Niel für 112,5 britische Pence je Aktie. Der Kurs zog also in etwa auf das Niveau des Kaufpreises an.
Gefragt waren auch Rohstoffaktien. JPMorgan hatte das Kursziel für ArcelorMittal (ArcelorMittal Aktie) angehoben und die Aktien von "Underweight" auf "Neutral" hochgestuft. Analyst Dominic O'Kane wird optimistisch für die europäische Stahlbranche. Die Abwehrmaßnahmen der Politik zeigten Wirkung, schrieb er. ArcelorMittal kletterten um 6,4 Prozent, auch andere Stahlwerte waren gut unterwegs.
Im ebenfalls steigenden Reise- und Freizeitsektor sprangen Aktien von Easyjet um mehr als 14 Prozent nach oben. Der US-Finanzinvestor Apollo grätscht dem Rivalen Castlelake bei der schon sicher geglaubten Übernahme des britischen Billigfliegers dazwischen. Laut Easyjet soll im Übernahmepoker nun Apollo mit einem höheren Gebot zum Zuge kommen. Die Offerte von Castlelake unterstützt Easyjet dagegen nicht mehr./bek/he
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