PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Bei steigenden Zinsen am Anleihemarkt haben die europäischen Börsen zu Wochenbeginn einen schweren Stand gehabt. Getrübt wurde die Stimmung am Montag von einer erneuten Zuspitzung im Iran-Krieg, was den Ölpreis wieder anziehen ließ und Inflationssorgen schürte. Zudem fehlten die Impulse aus London, wo wegen eines Feiertages nicht gehandelt wurde.
Für dich zusammengefasst:
Europäische Börsen hatten Schwierigkeiten wegen steigender Zinsen.
Der EuroStoxx 50 fiel um 1,01 Prozent auf 6.420,16 Punkte.
Schweizer SMI verlor 0,79 Prozent auf 14.286,43 Punkte.
So fiel der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 um 1,01 Prozent auf 6.420,16 Punkte. Auf Monatssicht ergibt dies dennoch ein Plus von knapp einem Prozent. Außerhalb des Euroraums büßte der Schweizer Leitindex SMI am Montag 0,79 Prozent auf 14.286,43 Punkte ein.
Mit Blick auf einzelne Branchen fiel der Stoxx Europe 600 Real Estate als Sektorindex der Immobilienaktien auf das tiefste Niveau seit Mitte Juli, während die Rendite zehnjähriger deutsche Bundesanleihen auf das höchste Niveau seit mehr als 15 Jahren stieg. Das Problem: Das Geschäftsmodell von Immobiliengesellschaften basiert stark auf Fremdfinanzierung. Steigen die Renditen an den Kapitalmärkten, steigen also tendenziell auch die Finanzierungskosten. Zudem erschweren hohe Zinsen Verkäufe aus dem Portfolio ebenso wie Zukäufe.
Auch die zinssensitiven Wachstumswerte im Stoxx Europe 600 Technology wurden von den Anlegern eher verkauft, zumal der Halbleitersektor am Freitag in den USA Schwäche gezeigt hatte. Fed-Chef Kevin Warsh hatte in seiner Rede auf der Notenbankkonferenz in Jackson Hole Zinserhöhungen signalisiert. Ein Schritt im September gilt am Markt nun als wahrscheinlich.
Zu den wenigen Gewinnern zählten der Stoxx Europe 600 Oil & Gas und der Stoxx Europe 600 Chemicals . Beide profitierten von den ersten Angriffen des US-Militärs auf Ziele im Iran seit Mitte Juli. Die Ölpreise stiegen daraufhin und die Hoffnung auf eine Verlängerung der Sonderkonjunktur im Chemiesektor durch die schwierige Passage der Straße von Hormus nahm wieder zu.
Die Ölwerte Eni (ENI Aktie) und Totalenergies stiegen an der EuroStoxx-Spitze um zwei beziehungsweise gut ein Prozent. Am Index-Ende fielen die Aktien des Energietechnikkonzerns Siemens Energy nach den Verlusten der KI-Branche an der Wall Street und in Asien um fünf Prozent./la/he
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