FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleihekurse sind angesichts eines Rückgangs der Ölpreise von den jüngsten Höchstständen gestiegen. Die Kurse unterbrachen so ihren jüngsten Abwärtstrend. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg um 0,20 Prozent auf 120,59 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,50 Prozent. Sie hatte in der Nacht noch mit 3,51 Prozent ein Mehrjahreshoch erreicht.
Für dich zusammengefasst:
Anleihekurse sind aufgrund fallender Ölpreise gestiegen.
Der Euro-Bund-Future stieg um 0,20 Prozent auf 120,59 Punkte.
Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,50 Prozent.
Die Renditen haben an den vergangenen Tagen einen Höhenflug hingelegt. Die Verschärfung der Lage im Nahen Osten und die stark gestiegenen Rohölpreise trieben die Inflationserwartungen an. Am Freitag beruhigte sich die Lage bei den Ölpreisen und der Preis für die Nordseesorte Brent sank etwas unter seine jüngsten Hochs. Eine nachhaltige Entspannung der Lage ist aber nicht in Sicht. Vor allem die Situation im Jemen sorgt für Verunsicherung.
Angesichts wachsender Inflationsgefahren hat die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag ihren Leitzins zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben. "Zwar hielt sich EZB-Präsidentin Lagarde während der Pressekonferenz gewohnt bedeckt, die EZB sieht die Inflation im Euroraum jedoch selbst im Basisszenario für längere Zeit über dem Zielwert, weshalb der Markt sogar etwas mehr als einen weiteren Zinsschritt vor Jahresende einpreist", heißt es im Morgenkommentar der Dekabank. "Die geopolitische Entwicklung bleibt für den Markt der größte Unsicherheitsfaktor: Entspannt sich die Lage im Nahen Osten und bleiben Zweitrundeneffekte aus, wäre eine zusätzliche Straffung überflüssig."
Am Nachmittag stehen die Verbraucherpreisdaten aus den USA für den Monat August an. Die US-Notenbank wird am Mittwoch ihre Zinsentscheidung veröffentlichen. Der Markt ist immer noch gespalten und preist eine Chance für eine Zinserhöhung zu knapp 70 Prozent ein. Die Inflationszahlen könnten hier eine entscheidende Rolle spielen. Die im August deutlich gestiegenen Erzeugerpreise und die stark steigenden Energiepreise sprechen tendenziell für eine Leitzinsanhebung./jsl/stk
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