Devisen: Euro gibt etwas nach - Japanischer Yen trotz Zinserhöhung unter Druck

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro hat am Freitag etwas nachgegeben. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1460 US-Dollar. Am Morgen hatte sie noch knapp unter 1,15 Dollar (Dollarkurs) gelegen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1460 (Donnerstag: 1,1481) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8726 (0,8710) Euro.

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Insgesamt hielten sich die Kursausschläge kurz vor dem Wochenende in Grenzen. Der Euro war am Mittwoch nach der Leitzinsanhebung der US-Notenbank Fed merklich unter Druck geraten. Seitdem hat er sich auf dem niedrigeren Niveau eingependelt.

Weiterhin dürfte die Zinspolitik das Geschehen am Devisenmarkt bestimmen. Finanzmarktindikatoren deuteten sowohl in den USA als auch in der Eurozone auf weitere Leitzinsanhebungen bis zum Jahresende hin. Grund ist der anhaltende Inflationsdruck infolge des Iran-Kriegs.

Verbraucher erwarten wegen des Ölpreisschocks eine anhaltend hohe Inflation im Euroraum. Im Schnitt rechneten die Menschen im August für die kommenden zwölf Monate mit einer Inflationsrate von 3,0 Prozent, wie die Europäische Zentralbank anlässlich einer von ihr in Auftrag gegebenen Umfrage mitteilte. Mittelfristig rechnen die Verbraucher ebenfalls mit einer erhöhten Inflation.

Grund sind kräftig gestiegene Energiepreise infolge des Iran-Kriegs. Für die Notenbank sind hohe Inflationserwartungen ein Warnsignal. Die EZB strebt mittelfristig eine Inflationsrate von zwei Prozent im Euroraum an. Zudem sind die Erzeugerpreise in Deutschland im August stärker als von Volkswirten erwartet gestiegen.

Werte aus dem Artikel:

Der japanische Yen ist trotz der Leitzinserhöhung der japanischen Notenbank unter Druck geraten. Der Zinssatz wurde um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent nach oben gesetzt und damit auf den höchsten Stand seit 1995. Die japanischen Währungshüter hatten den Leitzins zuletzt im Juni erhöht. Der US-Dollar stieg bis auf 158,05 Yen. Dies ist der höchste Stand der US-Währung im Vergleich zum Yen seit Anfang September.

Analysten verwiesen auf die zwei Notenbanker, die sich gegen die Zinserhöhung ausgesprochen hatten. "Viele Beobachter hatten mit weniger 'Gegenwehr' gerechnet", kommentierte Tobias Basse, Volkswirt bei der NordLB. "Die Geldpolitiker in Tokio scheinen inzwischen zwar ganz grundsätzlich eine Notwendigkeit für eine geldpolitische Straffung zu sehen, manche Notenbanker haben nach den Zinsschritten der jüngeren Vergangenheit inzwischen aber schon etwas Angst vor der eigenen Courage."

Im Juli war der Yen im Vergleich zum US-Dollar auf den tiefsten Stand seit 40 Jahren gefallen. In der Folge hatten Japan und die Vereinigten Staaten erstmals seit vielen Jahren gemeinsam am Devisenmarkt eingegriffen und Yen gekauft. Danach hatte sich der Kurs des Yen etwas erholt, befindet sich aber immer noch auf sehr niedrigem Niveau.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85880 (0,85830) britische Pfund, 180,94 (178,75) japanische Yen und 0,9462 (0,9466) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (Goldkurs) (etwa 31,1 Gramm) kostete 4.355 Dollar. Das waren rund 13 Dollar mehr als am Vortag./jsl/zb


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