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100 Tage Euro in Bulgarien: EZB sieht keine Preisspirale

SOFIA (dpa-AFX) - Der von vielen Skeptikern erwartete rasante Preisanstieg nach der Euro-Einführung in Bulgarien ist nach ersten Erkenntnissen der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgeblieben. Die Auswirkung auf die Verbraucherpreise in den ersten 100 Tagen mit der neuen Währung seien begrenzt, betont die Zentralbank. Preissteigerungen gab es demnach vor allem bei Dienstleistungen. In diesem Bereich gebe es oft weniger Wettbewerbsdruck. Einige Preise seien noch vor der Übernahme des Euro angepasst worden.

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In dem südöstlichen EU-Land wird seit Anfang 2026 mit Euro statt mit der alten Landeswährung Lew bezahlt. Der feste Umrechnungskurs liegt bei 1,95583 Lew pro Euro - exakt derselbe, zu dem einst die D-Mark in den Euro überging.

Teuerung nur kurzlebig

Die Zentralbank sieht den Preisauftrieb in Bulgarien auch nach der Währungsumstellung unter Kontrolle. Die jährliche Inflationsrate sank demnach von 3,5 Prozent im Dezember 2025 auf 2,3 Prozent im Januar und 2,1 Prozent im Februar. Allerding gab es im Monatsvergleich einen Anstieg.

Die Preise stiegen laut EZB im Januar 2026 im Vergleich zum Dezember 2025, also vor der Einführung des Euro, um 0,6 Prozent. Diese Zahl sei ungewöhnlich hoch für einen Januar. Allerdings sei der Monatsvergleich generell stärker von saisonalen Mustern geprägt. Dies könnten Preisanpassungen nach den Feiertagen oder saisonale Schwankungen bei Lebensmittelpreisen sein.

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Im Februar habe die Inflation im Monatsvergleich wieder deutlich niedriger gelegen. Das bedeute, dass die Preissteigerungen im Januar überwiegend kurzlebig waren, heißt es weiter in der Studie. Im Dienstleistungssektor verzeichneten demnach Restaurants, Unterkünfte sowie die Bereiche Information und Kommunikation überdurchschnittliche Preissteigerungen.

Ebenso wie in anderen Ländern, die den Euro übernommen haben, sei die von manchen Verbrauchern gefühlte Inflation höher als die tatsächliche Teuerung, betonte die Zentralbank. Dies sei auf eine stärkere Wahrnehmung der Preise oft gekaufter Waren oder konsumierter Dienstleistungen zurückzuführen.

Befürworter des Euro werden mehr

Die EZB erfasste für ihre Studie auch Daten von Einzelhandelsketten in Bulgarien. Diese zeigten, dass die Preisänderungen während des Eurowechsels minimal waren und oft nur wenige Euro-Cent betrugen. Daraus lasse sich ableiten, dass sich Einzelhändler an die festen Umrechnungsraten und die gesetzlichen Rundungsregeln gehalten haben.

Allerdings seien bereits vor der Euro-Einführung Preiserhöhungen vorgenommen wurden. Sobald klar wurde, dass Bulgarien den Euro übernehmen würde, hätten einige Einzelhändler begonnen, ihre Preise anzupassen.

Die EZB betonte, nach seiner Einführung sei die Unterstützung für den Euro Umfragen zufolge im Februar auf 54 Prozent gestiegen und damit auf den höchsten Wert in Bulgarien seit Jahren. Dies dürfte, so die Studie, die begrenzte Auswirkung der Euro-Einführung auf die Preise widerspiegeln. Frühere Bedenken hätten wahrscheinlich nachgelassen./el/DP/stw

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