DARMSTADT (dpa-AFX) - Der Darmstädter Pharma- und Technologiekonzern Merck baut sein Geschäft mit Laborausrüstung mit einer Milliardenübernahme in den USA aus. Der Dax-Konzern übernimmt den Anbieter von Life-Science-Werkzeugen und Analysetechnologien Bio-Techne mit Sitz in Minneapolis für knapp zehn Milliarden Euro, wie Merck mitteilte.
Für dich zusammengefasst:
Merck übernimmt Bio-Techne für rund 11,3 Milliarden Dollar.
Bio-Techne erzielte 2025 einen Umsatz von über 1,2 Milliarden Dollar.
Die Übernahme soll Ende 2026 oder Anfang 2027 abgeschlossen sein.
Demnach bekommen die Aktionäre von Bio-Techne 73 US-Dollar je Aktie in bar, ein Aufschlag von 36 Prozent auf den durchschnittlichen Kurs im vergangenen Monat. Dies entspricht einem Unternehmenswert von rund 11,3 Milliarden Dollar (Dollarkurs) oder rund 9,9 Milliarden Euro. Die geplante Übernahme sei vom Management beider Unternehmen bereits genehmigt und soll Ende 2026 oder Anfang 2027 abgeschlossen sein. Aufsichtsbehörden sowie die Aktionäre von Bio-Techne müssen noch zustimmen.
Die Merck-Aktie rutschte am Donnerstag nur kurz ins Minus, am frühen Nachmittag lag das Papier dann wieder 1,3 Prozent im Plus. Bio-Techne sprangen hingegen vorbörslich gut ein Fünftel nach oben.
Eine Übernahme werde zwei führende und sich stark ergänzende Life-Science-Unternehmen vereinen, betonte Merck. Der neue Merck-Chef Kai Beckmann sprach von einem "Meilenstein". "Bio-Techne passt hervorragend zu uns und steht in direktem Einklang mit unserer strategischen Ausrichtung, die darauf abzielt, hochmoderne Produkte und Lösungen für die gesamte Life-Science-Wertschöpfungskette anzubieten - von Forschungslaboren bis hin zu Kunden in der Biotech- und Pharmaindustrie."
Bio-Techne erzielte den Angaben zufolge im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von mehr als 1,2 Milliarden Dollar und beschäftigt weltweit rund 3.000 Menschen. Mit der Übernahme stärke Merck seine Laborsparte in wachstumsstarken Bereichen wie Zell- und Gentherapien und Präzisionsdiagnostik, sagte Spartenchef Jean-Charles Wirth.
Finanziert werden soll die Übernahme durch Barmittel und neue Kredite. Merck erwartet jährliche Kostensynergien von rund 140 Millionen Euro. Zudem soll die Übernahme nach dem Abschluss unmittelbar die operative Marge steigern.
Seine letzte große Übernahme hatte Merck mit der Übernahme des US-Krebsspezialisten Springwork Therapeutics im vergangenen Sommer für rund 3,4 Milliarden Dollar gestemmt. Größte Übernahme von Merck war der Kauf des Laborausrüsters Sigma-Aldrich 2015 für 17 Milliarden Dollar./als/tav/DP/nas
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