FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der erwartungsgemäßen Zinserhöhung der US-Notenbank Fed und angesichts weiter fallender Ölpreise hat der deutsche Aktienmarkt seine Vortageserholung am Donnerstagnachmittag beschleunigt fortgesetzt. Schon am Mittwoch war der Preis für Rohöl der Sorte Brent deutlich gesunken, nachdem es Hinweise gegeben hatte, dass eine wichtige Ölpipeline in Saudi-Arabien teilweise wieder in Betrieb genommen werden könnte.
Für dich zusammengefasst:
Der Dax notierte 1,0 Prozent höher bei 25.800 Punkten.
Die Aktien von Bilfinger fielen um 20 Prozent.
Qiagen-Anteile stiegen um 3,3 Prozent aufgrund von Übernahmegerüchten.
Der Dax notierte zuletzt 1,0 Prozent höher bei 25.800 Punkten und setzte damit seine Aufwärtsbewegung vom Vortag fort. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen stieg um 0,9 Prozent auf 31.554 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,1 Prozent aufwärts.
Die Entschlossenheit von Fed-Chef Kevin Warsh, die Inflation zu bekämpfen, hat die Märkte im Anschluss an die erste Zinserhöhung in den USA seit 2023 beruhigt. "Die Fed verteidigt ihre Glaubwürdigkeit", kommentierte Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust. Er hält eine weitere Zinsanhebung im Oktober oder spätestens Dezember für wahrscheinlich.
Die US-Notenbank Fed reagiere damit "nicht nur auf die hartnäckige Inflation, sondern auch auf gestiegene Zweifel des Anleihemarktes an ihrer Entschlossenheit", kommentierte Volkswirt Johannes Mayr, vom Vermögensverwalter Eyb & Wallwitz. Dies sei eine Entscheidung für den Markt und gegen Donald Trump. Der US-Präsident fordert von der Federal Reserve seit Langem niedrigere Leitzinsen.
Aus Branchensicht sind vor allem Autowerte gefragt, die sich damit von ihren klaren Vortagesverlusten erholten. So gehörten die Anteilsscheine von Volkswagen , Mercedes-Benz und BMW mit Kursgewinnen von bis zu 3,2 Prozent zu den besten Werten im Dax.
Unter den Einzelwerten stehen die Aktien von Bilfinger mit einem Kurssturz von 20 Prozent auf den tiefsten Stand seit rund anderthalb Jahren im Anlegerfokus. Der Industriedienstleister kämpft wegen des länger als erwartet anhaltenden Kriegs im Nahen Osten weiter mit einer mauen Nachfrage. Weil die Entwicklung im zweiten Halbjahr bislang hinter den Erwartungen zurückbleibt, rechnet Bilfinger nun mit etwas weniger Umsatz und einer deutlich niedrigeren Betriebsmarge. Experten sprachen von einer bitteren und massiven Gewinnwarnung.
Bei den Aktien von Qiagen (Qiagen Aktie) heizte ein Magazinbericht die bereits bestehende Übernahmefantasie an. Die Papiere des Molekulardiagnostik-Unternehmens zogen an der Dax-Spitze um 3,3 Prozent an. Die Finanzinvestoren TPG und Bain Capital gehörten zu den potenziellen Bietern für Qiagen, berichtete das "Manager Magazin" ohne Angabe von Quellen. Auch die Private-Equity-Gesellschaften KKR, EQT und Advent seien am Kauf des Unternehmens interessiert.
Angesichts der wirtschaftlichen Lage in der Welt verabschiedete sich Wacker Chemie von seinen Zielen für die kommenden Jahre. Von einem Umsatz von rund 10 Milliarden Euro im Jahr 2030 ist keine Rede mehr. Die operative Marge (Ebitda) soll statt mehr als 20 Prozent nur noch etwa 15 Prozent erreichen. Die Titel des Spezialchemiekonzerns büßten 2,8 Prozent an Wert ein.
Der Reifenhersteller Continental (Continental Aktie) kann sich bei einer Fusionswelle in der Branche große Zukäufe vorstellen. "Für den Fall einer Konsolidierung in der Reifenindustrie könnten wir mittelfristig für einen Zukauf mehrere Milliarden Euro mobilisieren", sagte Konzernchef Christian Kötz in der "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Die Conti-Titel verteuerten sich um 2,0 Prozent./edh/stk
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DE000NG9CW22 ,
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