Michael Saylor: "Bitcoins Aufgabe ist es, sich nicht zu verändern"

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Während sich die Welt aufgrund neuer Technologien rapide verändert, sieht der Strategy-Chef Bitcoin in einer anderen, stabileren Rolle. In einem ausführlichen X-Post beschreibt die umstrittene Krypto-Koryphäe Bitcoin als digitales Kapital, dessen Basis-Layer vor allem eines leisten soll: nicht brechen.

Bitcoin solle laut Saylor nicht mit Technologieaktien, Zahlungsdienstleistern oder Softwareplattformen verwechselt werden. Während andere Netzwerke um neue Funktionen konkurrieren, liege Bitcoins eigentliche Rolle in der finalen Abwicklung großer Werte. Die Basisschicht sei nicht für Alltagszahlungen optimiert, sondern für Knappheit, Sicherheit und endgültige Eigentumsübertragung.

Bitcoin als Grundlage neuer Kapitalmärkte

Saylor argumentiert, dass Bitcoin in der nächsten Dekade stärker über Kapitalflüsse als über den klassischen Vierjahreszyklus definiert wird. Die Halvings blieben zwar Teil der monetären Architektur, würden aber als alleinige Erklärung für Kurszyklen an Bedeutung verlieren.

Stattdessen erwartet er, dass ETFs, Unternehmensbilanzen, Banken, Versicherungen, Derivatemärkte und staatliche Reserven eine größere Rolle spielen. Bitcoin werde damit zunehmend als Bilanzwert, Sicherheit und Grundlage digitaler Kreditmärkte genutzt.

Werte aus dem Artikel:
BTC/EUR 54.602,480 -0,63%
Bitcoin 63.182,260 $ -0,24%

Aus Saylors Sicht entsteht um Bitcoin ein Finanzsystem, das dem historischen Muster anderer Vermögenswerte folgt. Gold wurde durch Banken, Kreditmärkte und Abwicklungssysteme nutzbarer. Immobilien wurden durch Hypotheken, Verbriefungen und Versicherungen größer. Aktien wurden durch Börsen, Indexfonds, Derivate und Verwahrungssysteme global zugänglich. Bitcoin könne diesen Prozess schneller durchlaufen, weil es bereits digital und global transferierbar ist.

Innovation an den Rändern

Ausschlagend für BTC sieht er die sich entwickelnde Schnittstelle zum bestehenden Finanzsystem. Immer mehr Menschen könnten Bitcoin über ETFs, Banken, Unternehmen, Kreditprodukte oder digitale Geldformen nutzen. Entscheidend werde dann, ob diese Ansprüche ausreichend durch echte Bitcoin gedeckt sind.

Saylor warnt daher vor “Paper Bitcoin”, zu viel Leverage, intransparenten Verwahrstrukturen und politischer Kontrolle über Börsen, Broker, Banken, Miner oder Energiezugang. Das Protokoll könne stabil bleiben, während das Finanzsystem darum herum Fehler mache.

Für Bitcoin selbst fordert er daher maximale Zurückhaltung. Änderungen am Bitcoin-Protokoll sollten selten bleiben und nur nach breitem Konsens erfolgen. Innovation werde weiter stattfinden, aber vor allem an den Rändern: bei Wallets, Verwahrung, Lightning, Sidechains, institutioneller Abwicklung, Kreditprodukten und digitalem Geld.

Gerade in Anbetracht der steigenden Gefahr durch Quantencomputer ist diese Sichtweise jedoch auch kritisch zu betrachten. Ethereum stellt sich währenddessen proaktiv für die Ära der Quantencomputer auf und steht in diesem Zuge vor dem größten Upgrade seit dem Merge.


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