- Bitcoin notiert unter 105.000 US-Dollar.
- Der Bitcoin Volatility Index weist auf hohe Kursschwankungen hin.
- Makroökonomische Unsicherheiten verstärken die Volatilität.
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Bitcoin notiert am Mittwochnachmittag knapp unter der Marke von 105.000 US-Dollar. Trotz der kurzfristigen Erholung in den letzten Tagen wächst unter Analysten die Überzeugung, dass die "Volatilitätsferien" des Kryptomarktes vorbei sein könnten.
Volatilitätsindex BVIV signalisiert bullischen Ausbruch
Der Bitcoin Volatility Index (BVIV) von Volmex, der auf Optionspreisen basiert, hat kürzlich einen entscheidenden technischen Ausbruch vollzogen. Nach einem monatelangen Abwärtstrend seit Jahresbeginn – von einer annualisierten Volatilität von rund 73 Prozent – ist der Index über seine Trendlinienresistenz gestiegen.
Dieser technische Bruch deutet auf eine bevorstehende Phase erhöhter Kursschwankungen hin. Marktbeobachter sprechen von einem "bullischen Breakout" in der Volatilität, was in der Regel auf eine Zunahme der Unsicherheit und potenziell schärfere Bewegungen im Spot-Preis hindeutet.
Rückzug großer Volatilitätsverkäufer verändert Marktstruktur
Bis zum Crash am 10. Oktober, als Bitcoin innerhalb weniger Stunden von knapp 120.000 auf 105.000 US-Dollar fiel und Altcoins teils über 40 Prozent verloren, hatten große Marktakteure – darunter Miner, "Whales" und frühe Investoren – durch das systematische Verkaufen von Call-Optionen die Volatilität künstlich niedrig gehalten.
Seit dem Absturz haben viele dieser Akteure ihre Aktivitäten deutlich reduziert. Das Ergebnis: weniger Angebot an Volatilität und ein Anstieg der impliziten Volatilität (IV). Gleichzeitig sichern sich institutionelle Trader vermehrt mit Put-Optionen unterhalb der 100.000-Dollar-Marke ab – ein weiterer Faktor, der den BVIV nach oben treibt.
"Das Angebot an Volatilität ist geschrumpft, während die Nachfrage nach Absicherung wächst. Kombiniert mit einer strukturell schwächeren Marktliquidität spricht das für anhaltend hohe Volatilitätsniveaus", so Jimmy Yang, Mitgründer von Orbit Markets.
Dünne Liquidität verstärkt Preisschwankungen
Ein zentraler Treiber der Turbulenzen ist die zunehmend brüchige Marktliquidität. Nach dem Oktober-Crash, bei dem über 20 Milliarden US-Dollar an Zwangsliquidationen ausgelöst wurden, haben viele Market Maker ihre Handelsaktivitäten reduziert oder ganz eingestellt.
"Einige Liquiditätsanbieter erlitten während des Crashs erhebliche Verluste und haben ihr Engagement drastisch zurückgefahren", erklärt Yang. "Weniger Marktteilnehmer bedeuten dünnere Orderbücher – und das verstärkt jede Bewegung, egal in welche Richtung."
Auch Jeff Anderson, Head of Asia bei STS Digital, bestätigt den Trend: "Seit dem 10. Oktober kämpfen wir mit niedrigen Volumina und begrenzter Marktbreite. Viele institutionelle Akteure haben ihre Risikolimits gesenkt, was den Aufwärtsdruck auf Optionspreise und die implizite Volatilität weiter erhöht."
Anderson ergänzt jedoch, dass das aktuelle Hochvolatilitätsregime nicht dauerhaft sein müsse – es sei denn, die "KI-Blase" am Aktienmarkt platzt und reißt riskante Anlagen mit nach unten.
Makroökonomische Risiken halten Druck aufrecht
Zusätzliche Unsicherheit bringt die makroökonomische Lage. Laut Griffin Ardern, Leiter von Research und Options bei BloFin, verstärken die anhaltende US-Regierungskrise und die angespannte Dollarliquidität den Volatilitätsschub.
Zwar hat der US-Senat einer vorläufigen Wiedereröffnung der Regierung zugestimmt, doch bis Präsident und Repräsentantenhaus folgen, bleibt politische Unsicherheit bestehen.
Blick nach vorn: US-Inflationsdaten voraus
Im Mittelpunkt dieser Woche steht der US-Verbraucherpreisindex (CPI) für Oktober, dessen Veröffentlichung für Donnerstag erwartet wird. Die Daten könnten entscheidend für den weiteren Kurs von Federal Reserve und Krypto-Märkten sein.
Laut Prognosen von FXStreet dürfte die Inflation im Jahresvergleich bei 3,0 Prozent verharren. Doch selbst diese Stabilität könnte für heftige Marktbewegungen sorgen: Ein kühlerer Wert würde Spekulationen auf eine Zinssenkung im Dezember befeuern – ein potenzieller Rückenwind für Bitcoin. Umgekehrt könnte ein "heißer" Bericht die Dollar-Stärke verlängern und Kryptowährungen weiter belasten.
Autor: Ariva-Redaktion/pg
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