BERLIN (dpa-AFX) - Mit Protestaktionen an mehr als 200 Orten in Deutschland will die IG Metall am 21. September ein Stopp-Zeichen gegen Jobabbau und weitere Einschnitte bei Beschäftigten in der Auto-Industrie setzen. Aktuell müssten vor allem die Mitarbeiter die Folgen der Branchenkrise tragen, kritisiert Gewerkschaftschefin Christiane Benner. "Wir erleben momentan einen beispiellosen Angriff auf die Beschäftigten in der Automobilindustrie." Dabei gehe es vor allem um die 35-Stunden-Woche. "Das muss aufhören."
Für dich zusammengefasst:
IG Metall plant Proteste an über 200 Orten am 21. September.
Über 100.000 Menschen sollen an den Aktionen teilnehmen.
Forderungen umfassen mehr Investitionen in deutsche Standorte.
Das hieße, dass die Beschäftigten unbezahlt fünf Stunden pro Woche mehr arbeiten müssten, stellt der Betriebsratschef von ZF in Hannover, Jens Schäfer, klar. "Das bringt die Kolleginnen und Kollegen auf die Palme." Außerdem gingen dadurch weitere Arbeitsplätze verloren, warnt er.
Benner: "Es ist Zeit für einen Weckruf"
Es sei Zeit für einen Weckruf an Arbeitgeber und Politik, erklärt Benner. Die Beschäftigten hätten schon Opfer von mehreren Milliarden Euro gebracht - etwa durch Verzicht auf Entgelte und Einschnitte bei Tarifverträgen. Und doch werde ihnen vermittelt, dass das nicht reiche, während Unternehmen weiterhin Dividenden auszahlen und für das Management Fehler der Vergangenheit keine Folgen hätten.
Unter dem Motto "Zukunft statt Kahlschlag - Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke" will die IG Metall am kommenden Montag mehr als 100.000 Menschen auf die Straße bringen. Geplant seien verschiedene Aktionen wie interne Betriebsversammlungen in Unternehmen, aktive Mittagspausen, Sternmärsche sowie öffentliche Kundgebungen.
Dabei geht es sowohl um die Situation bei den großen Autoherstellern als auch bei Zulieferern. Ein besonderer Fokus liegt den Angaben nach auf dem Autobauer Volkswagen und den Standorten Zwickau, Emden, Hannover und Neckarsulm, die um ihre Zukunft bangen, betont Benner. "Wir werden um die Zukunft der vier Werke kämpfen." So ist etwa in Zwickau an dem Tag eine Großkundgebung auf dem Hauptmarkt geplant, zu der laut IG Metall Tausende Menschen aus Betrieben der Region erwartet werden. Benner selbst will bei Aktionen in Wolfsburg und Hannover vor Ort sein.
Mehr Investitionen an deutschen Standorten gefordert
Die Gewerkschaft fordert unter anderem von den Unternehmen, wieder stärker in deutsche Standorte zu investieren. Konkret nennt Benner Bereiche wie Batteriefertigung, autonomes Fahren und die Modernisierung von Produktionsanlagen. Außerdem brauche es wieder mehr Modelle, die großes Volumen bringen, um die Fabriken besser auszulasten. Derweil müsse die Politik für wettbewerbsfähige Industriestrompreise sorgen, ergänzt der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Jürgen Kerner. Zudem müssten die Zölle für chinesische E-Autos auch auf Plug-in-Hybride ausgeweitet werden./hum/DP/stw
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