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Uber macht den nächsten Schritt zur Super-Reise-App

Oft wurde spekuliert, ob Uber Expedia übernimmt, um zur Super-Reise-App zu werden. Jetzt kommt es anders: Statt eines teuren Deals setzen die Konzerne auf eine Kooperation. Für Uber könnte das die günstigere Variante sein und für beide Seiten eine Win-Win-Situation.
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Uber bietet Hotelbuchungen an
Quelle: - KI generiert mit DALL-E
Expedia Group Inc 250,10 $ Expedia Group Inc Chart -0,22%
Zugehörige Wertpapiere:
Uber Technologies Inc 73,93 $ Uber Technologies Inc Chart -0,73%
Zugehörige Wertpapiere:

Uber will mehr sein als die App für die Fahrt zum Flughafen oder den Burger nach Hause. Auf seinem jährlichen Produkt-Event "GO-GET" hat der Konzern eine Reihe neuer Funktionen vorgestellt, mit denen die Plattform tiefer in den Reisealltag ihrer Nutzer rücken soll. Der wichtigste Schritt: Uber integriert Hotelbuchungen direkt in die eigene App und holt sich dafür Expedia an Bord.

Die Kooperation ist strategisch bemerkenswert. Über Expedia (EXPEDIA Aktie) erhält Uber Zugang zu mehr als 700.000 Unterkünften weltweit. Zunächst startet das Angebot für Nutzer in den USA, später soll es ausgeweitet werden. Auch Ferienunterkünfte der Expedia-Marke Vrbo sollen im Laufe des Jahres folgen. Uber-One-Mitglieder bekommen 10 Prozent in Form von Uber-One-Guthaben auf Hotelbuchungen zurück und sollen bei einer Auswahl von mehr als 10.000 Hotels mindestens 20 Prozent sparen können.

Damit macht Uber genau dort weiter, wo der Konzern seit Jahren hinwill: weg vom reinen Fahrdienstvermittler, hin zur Plattform für Mobilität, Essen, Einkäufe und Reisen. Für Expedia wiederum öffnet sich ein zusätzlicher Vertriebskanal mit Millionen potenzieller Kunden, die Uber ohnehin auf Reisen nutzen – etwa für Fahrten zum Flughafen, zum Hotel oder durch fremde Städte.

Brisant ist die Kooperation auch deshalb, weil Uber im Jahr 2024 laut Medienberichten zeitweise eine Übernahme von Expedia erwogen haben soll. Dass Uber CEO Dara Khosrowshahi früher selbst Expedia-Chef war, macht die Verbindung zusätzlich interessant. Statt Milliarden für eine Übernahme auf den Tisch zu legen, bekommt Uber nun Zugriff auf das Hotelinventar, ohne die Bilanz mit einem Megadeal zu belasten.

Die Hotels sind allerdings nur ein Teil der neuen Offensive. Mit dem neuen Travel Mode will Uber Reisenden künftig Empfehlungen zu lokalen Favoriten, Touristenzielen, Restaurants und weiteren Angeboten liefern. Über OpenTable sollen Reservierungen möglich werden, Uber Eats soll eine Art Zimmerservice bis an die Hoteltür bieten. Nutzer sollen die App damit stärker als persönlichen Reise-Concierge verwenden können.

Auch Uber One wird internationaler. Mitglieder sollen ihre Vorteile künftig weltweit nutzen können. Dazu kommen neue Funktionen wie Shop for Me, bei der Nutzer Artikel aus Geschäften anfragen können, die nicht zwingend direkt in der App gelistet sind.

Mit Eats for the Way können Fahrgäste in ausgewählten Städten bei reservierten Uber-Black-Fahrten Getränke oder Snacks dazubuchen.

Voice Bookings sollen per KI-gestützter Sprachsteuerung die Buchung von Fahrten vereinfachen. One Search wiederum bündelt Suchanfragen über Fahrten, Essen, Einkäufe und nun auch Hotels hinweg.

Der rote Faden ist klar: Uber will die Reibung aus dem Alltag nehmen. Wer reist, soll nicht mehr zwischen Hotel-App, Restaurant-App, Karten-App, Lieferdienst und Fahrdienst wechseln müssen. Alles soll an einem Ort passieren. Das klingt nach der viel beschworenen Super-App – nur mit westlichem Zuschnitt und klarer Ausrichtung auf Mobilität, Reisen und Konsum.

Für Anleger ist entscheidend, ob Uber aus dieser Plattformstrategie mehr Umsatz pro Nutzer herausholen kann. Hotelbuchungen, Reiseempfehlungen, Premium-Fahrten, Essenslieferungen und Einkäufe erhöhen die Zahl möglicher Kontaktpunkte mit dem Kunden. Je öfter Nutzer die App öffnen, desto wertvoller wird die Plattform. Gleichzeitig bleibt das Modell kapitalleichter als ein direkter Einstieg in Hotels oder Fluglinien.

Aktie wieder hoch interessant

Uber bastelt erfolgreich weiter an seiner Super-Reise-App. Die Kooperation mit Expedia wirkt dabei wie der pragmatische Mittelweg: kein teurer Übernahme-Kraftakt, aber trotzdem Zugriff auf ein riesiges Hotelangebot. Für Expedia entsteht ein zusätzlicher Vertriebskanal, für Uber ein neuer Baustein im Kampf um mehr App-Nutzung, mehr Kundenbindung und mehr Umsatz pro Nutzer.

Die Aktie testet derzeit die 50-Tage-Linie. Hält diese Marke, könnte das ein guter Zeitpunkt sein, die Uber-Aktie zu "buchen".

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Redaktion Ariva/MW


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