Benzinpreis-Schock in Amerika: Diese Autobauer räumen gerade ab
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert
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Hohe Spritpreise, fehlende Hybride: General Motors und Ford verlieren so viele Marktanteile wie kein anderer Hersteller. Hyundai und Kia könnten Ford erstmals überholen. Was heißt das für die Aktien?
Für dich zusammengefasst:
General Motors und Ford verlieren Marktanteile in den USA.
Ford's Absatz schrumpft um 8,8 Prozent im Jahr 2023.
Toyota steigert Absatz um 1,1 Prozent in den ersten drei Quartalen.
Die Detroiter Autobauer verlieren auf ihrem Heimatmarkt den Anschluss. General Motors und Ford büßen in diesem Jahr mehr Marktanteile ein als jeder andere Hersteller in den Vereinigten Staaten. Das geht aus einer Prognose des Marktforschers Cox Automotive hervor. Der Grund: Wegen der hohen Benzinpreise achten Käuferinnen und Käufer vor allem auf den Verbrauch.
Fords Absatz dürfte in den ersten drei Quartalen um 8,8 Prozent schrumpfen. Der Marktanteil fiele auf 12,5 Prozent. Bei General Motors rechnet Cox mit einem Minus von 6,2 Prozent. Der Marktanteil sänke von 17,4 auf 16,7 Prozent. Unter den 13 beobachteten Herstellern wären das die stärksten Einbußen. Stellantis, der dritte Detroiter Traditionskonzern, könnte im dritten Quartal zwar zulegen. Gemeinsam fallen die drei aber auf ein Rekordtief von rund 36 Prozent.
Ohne Hybrid kein Durchkommen
Analysten zufolge fehlen General Motors und Ford sparsame Autos und Stadtgeländewagen. Kunden von General Motors wandern laut Händlern zur Konkurrenz ab, weil der Konzern keine Hybride anbietet. Ford strich den Kompakt-Stadtgeländewagen Escape, eines seiner sparsamsten Modelle. Zudem bremste ein Brand bei einem Aluminiumzulieferer die Produktion der Pick-ups.
Die Konkurrenz aus Asien nutzt die Lücke. Ihre Hybride kombinieren Benzin- und Elektromotor und sind gefragt wie nie, seit der Iran-Krieg die Spritpreise treibt. Toyota, Marktführer bei Hybriden, dürfte seinen Absatz in den ersten drei Quartalen um 1,1 Prozent steigern, Honda sogar um 5,6 Prozent. Hyundai und Kia verkaufen im dritten Quartal voraussichtlich erstmals gemeinsam mehr Autos als Ford.
"Wir beobachten, wie einige dieser asiatischen Marken auf den Plan treten und die Branche regelrecht im Sturm erobern", sagte Cox-Analystin Erin Keating. Entscheidend seien ihre Hybridmodelle. Ford hält dagegen: Hyundai und Kia seien zwei getrennte Unternehmen, die selbst zusammen seit Jahresbeginn weniger verkauft hätten als Ford.
Der Gesamtmarkt hält sich dagegen gut. Cox hob seine Absatzprognose für das Gesamtjahr von 15,8 auf 16,1 Millionen Fahrzeuge an.
Aktien unter Druck
An der Börse gerieten beide Titel am Donnerstag unter Druck. Die Aktie von General Motors verlor 2,6 Prozent auf 81,15 US-Dollar. Ford gab 1,2 Prozent auf 12,69 US-Dollar nach und fiel damit den fünften Handelstag in Folge. Operativ läuft es besser, als der Absatz vermuten lässt. Beide Konzerne hoben nach dem zweiten Quartal ihre Jahresprognosen an. General Motors erwartet ein bereinigtes operatives Ergebnis von 14 bis 16 Milliarden US-Dollar. Analysten bleiben laut dem Datendienst Stockanalysis zuversichtlich und sehen bei General Motors im Schnitt Luft bis 104 US-Dollar, bei Ford bis gut 16 US-Dollar.
Fazit
Der Markt wächst. Doch General Motors und Ford verlieren Anteile. Solange Benzin teuer bleibt, spielt die Hybrid-Lücke der Konkurrenz in die Karten. Die Absatzzahlen zum dritten Quartal Anfang Oktober dürften den Druck auf die Aktien hochhalten. Bei Ford hängt viel davon ab, wie schnell die Pick-up-Produktion wieder rund läuft. Wer einsteigen will, wartet besser die Quartalszahlen Ende Oktober ab.
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