SpaceX: Der Stern der Aktie beginnt jetzt immer schneller zu sinken!
Max Gross
Max Gross
Max Gross verfügt über langjährige Börsenerfahrung, davon fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden Anlegermagazine Deutschlands. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen auf. Sein Schwerpunkt liegt auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Ziel seiner Arbeit ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.
Der Börsengang von SpaceX war nicht nur der größte der modernen Finanzgeschichte, sondern vielleicht auch der am stärksten antizipierte. Überall wurde die Werbetrommel für Anteile des Raumfahrtunternehmens gerührt, dementsprechend war die Aktie trotz des Verzichts auf eine Zeichnungsspanne beim Preis um ein Vielfaches überzeichnet.
Vom Start weg legten die Anteile schließlich stark zu und SpaceX kletterte auf einen Stand mehr als 60 Prozent über dem Ausgabepreis von 135,00 US-Dollar. Seither geht es für die Aktie jedoch steil bergab. Am Freitag erzielte sie mit 145,07 US-Dollar den tiefsten Tagesschlusskurs ihrer noch jungen Geschichte. Vom IPO-Preis ist die Aktie jetzt nur noch 7,1 Prozent entfernt – dabei hat das Ende der Lockup-Periode noch gar nicht begonnen.
Ist das erreicht, dürfte der Verkaufsdruck noch deutlich stärker werden, da die Haltepflicht für Unternehmensangehörige, frühe Investoren sowie Finanzinstitute endet und wenigstens einige davon Kasse machen werden wollen.
An der Wall Street werden munter Kaufempfehlungen vergeben ...
Die jüngsten Kursverluste sind mit Blick auf die ambitionierte Unternehmensbewertung nicht überraschend. Schon vor dem Börsengang warnten viele Expertinnen und Experten davor, dass der Konzern viel zu teuer an die Börse gebracht werden würde und mahnten Anlegerinnen und Anleger dazu, sich hier nicht zu beteiligen.
Ungeachtet dessen erfreute sich das Papier in den vergangenen Wochen zahlreichen Unterstützer aus dem Kreise von Wall-Street-Expertinnen und -Experten, welche die Aktie mit zum Teil abenteuerlichen Kurszielen zum Kauf empfohlen haben. In der vergangenen Woche sorgte vor allem Raymond James mit einem Kursziel von 800,00 US-Dollar für Aufsehen. Doch auch viele andere namhaften Institute sprachen sich mehrheitlich zum Kauf der Aktie aus. Im Mittel wird der faire Wert bei 242,22 US-Dollar veranschlagt, das entspräche einem neuen Allzeithoch.
... doch die werden von Anlegerinnen und Anlegern ignoriert
Dass die Aktie trotz zahlreicher Kaufempfehlungen und Kurszielen deutlich über dem aktuellen Niveau jetzt auf ihren bislang niedrigsten Stand gefallen ist, verdeutlicht eine Glaubwürdigkeitskrise. Anlegerinnen und Anleger sind weder davon überzeugt, dass das Unternehmen auf absehbare Zeit in seine Bewertung hineinwachsen kann, noch davon, dass Analystinnen und Analysten mit ihren Einschätzungen richtig liegen könnten.
Diese Krise könnte die Aktie dauerhaft belasten, bis SpaceX tatsächlich den operativen Beweis dafür antritt, seine bislang nicht vorhandenen Gewinne rasch steigern zu können. Der Weg hierhin ist jedoch weit. Für 2027 wird mit einem bereinigten Gewinn von 0,87 US-Dollar je Aktie gerechnet. Das entspricht einem KGVe 2027 von 168 und demonstriert, wie hoch SpaceX selbst unter optimistischen Wachstumsannahmen bereits bewertet ist.
Größte Anlegerenteignung der Geschichte? Fondsmanager mit starker Meinung!
In der Zwischenzeit dürfte die Zahl der Kritikerinnen und Kritiker nicht geringer werden, sondern im Gegenteil nur wachsen. Am zurückliegenden Wochenende hat sich George Noble zu Wort gemeldet. Der einst für Fidelity tätige Fondsmanager mit vielen Jahrzehnten Anlageerfahrung hat davor gewarnt, dass SpaceX einzig und allein dafür geschaffen worden sei, "Privatanleger von ihrem Geld zu trennen". Der Börsengang sei "die größte Exit-Liquiditäts-Operation der Geschichte".
Den anfänglichen Kursanstieg bezeichnete er in einem ausführlichen Post auf dem Kurznachrichtendienst X als "herbeigeführten Short-Squeeze", da weniger als 5 Prozent aller Anteile zum Handel zur Verfügung gestanden hätten, während die Aktie zeitnah in den Nasdaq 100 sowie in die Russell-Index-Familie aufgenommen wurde. "Das Angebot war winzig, während der Kauf [der Aktie] verpflichtend war", so Noble weiter
Er erwartet, dass sich diese Dynamik spätestens mit dem Ende Lockup-Periode in ihr Gegenteil verkehren wird und es zu monatelangem Verkaufsdruck kommen könnte. Er sieht den fairen Wert der Aktie bei 30 US-Dollar – einem Niveau um 78 Prozent unter dem Ausgabepreis. Den Anfang hierzu könnte der schwache Wochenschlusskurs am Freitag gemacht haben, denn üblicherweise sprechen solche Handelsschlüsse für fortgesetzten Verkaufsdruck in den kommenden Tagen und Wochen.
Die Anteile von SpaceX stehen nach einem fulminanten Börsengang unter immer stärkerem Druck. Einerseits belasten anhaltende Verkäufe schon vor dem Ende der Lockup-Periode die Kursentwicklung, während die Zahl namhafter Kritikerinnen und Kritiker wächst, wenngleich sich Wall-Street-Experten bislang überwiegend positiv geäußert haben. Das zeigt eine Glaubwürdigkeitskrise sowohl gegenüber dem Unternehmen als auch dem Analystenvotum an.
Anlegerinnen und Anleger sollten sich von der Aktie, die bestenfalls als Trading-Vehikel taugt, fernhalten. Die Unternehmensbewertung ist mit einem KGVe 2026 von 741,4 und einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 49,2 durch nichts zu rechtfertigen. Gleichzeitig wächst der Schuldenberg des Unternehmens aufgrund fehlender Profitabilität und teuren Übernahmen wie zuletzt der von Cursor.
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000NB7EHG0 , DE000NB7FCP9 , DE000NB7BT13 . Bitte informieren Sie sich vor Erwerb ausführlich über Funktionsweise und Risiken der Produkte. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.
Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
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