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ARIVA.DE Redaktion  | 
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SoundHound AI hebt Prognose an – Aktie verliert trotz starker Zahlen

Das Spracherkennungsunternehmen SoundHound AI meldet ein kräftiges Umsatzwachstum und übertrifft die Erwartungen beim Ergebnis. Dennoch reagiert der Markt mit einem Kursrückgang. Analysten sehen das Unternehmen auf dem Weg in die "nächste Phase" des KI-Wachstums. Ist der Rücksetzer eine Gelegenheit?
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SoundHound AI hat im dritten Quartal 2025 den Umsatz um 68 Prozent auf 42,05 Millionen US-Dollar gesteigert, nach 25,09 Millionen im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie lag bei minus 0,03 US-Dollar – deutlich besser als die erwarteten minus 0,09 US-Dollar. Auch der bereinigte EBITDA-Verlust verringerte sich auf 14,5 Millionen US-Dollar. Die Bruttomarge erreichte 43 Prozent nach GAAP und 59 Prozent auf Non-GAAP-Basis.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres summierte sich der Umsatz auf 113,86 Millionen US-Dollar, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Der Nettoverlust sank im gleichen Zeitraum auf 54,06 Millionen US-Dollar, nach 92,08 Millionen im Vorjahr. CFO Nitesh Sharan erklärte, SoundHound sei "finanziell gut aufgestellt", mit liquiden Mitteln von 269 Millionen US-Dollar, um weiteres Wachstum zu finanzieren.

Prognose leicht angehoben – konservativer Ausblick überzeugt Analysten

Das Management hob die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr leicht auf 165 bis 180 Millionen US-Dollar an, zuvor lag die Spanne bei 160 bis 178 Millionen. Wedbush-Analyst Dan Ives bezeichnete die neue Prognose als "konservativ" und lobte die strategische Ausrichtung des Unternehmens: "SoundHound steht vor der nächsten Phase seines KI-getriebenen Wachstums. Die Nachfrage ist in allen Branchen stark – besonders im Automobilsektor, wo sich die Dynamik weiter beschleunigt."

Wedbush bestätigte die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 18 US-Dollar. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von rund 16 Prozent gegenüber dem aktuellen Kursniveau.

Markt reagiert skeptisch – Aktie verliert nachbörslich über 9 Prozent

Trotz der übertroffenen Erwartungen waren die Anleger unschlüssig, wie sie mit den Zahlen umgehen sollten. Die Aktie wechselte mehrfach das Vorzeichen und ging leicht über 14 US-Dollar aus dem Handel. Damit liegt das Papier deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 24,98 US-Dollar. Marktteilnehmer sehen den Kursrückgang als Zeichen für zunehmende Nervosität über die künftige Profitabilität und den steigenden Wettbewerb im KI-Sektor.

Anleger zeigten sich insbesondere über den hohen Nettoverlust im Quartal besorgt, der mit 109,3 Millionen US-Dollar deutlich über dem Vorjahreswert lag. Nach Unternehmensangaben steht der Anstieg im Zusammenhang mit einmaligen Aufwendungen im Zuge der Übernahme des US-Unternehmens Interactions, das sich auf KI-gestützten Kundenservice spezialisiert hat.

Strategische Übernahme stärkt Kundenservice-Angebot

Die Integration von Interactions soll SoundHounds Position im Markt für Conversational AI und Unternehmenslösungen weiter ausbauen. Laut CEO Keyvan Mohajer stärkt die Akquisition die Kompetenz des Unternehmens im Bereich Kundenservice und erweitert die Produktpalette erheblich.

"Wir stehen erst am Anfang einer globalen Welle der KI-Akzeptanz in Unternehmen", sagte Mohajer im Earnings Call. "Mit unseren proprietären Sprachmodellen und unserem breiten Patentportfolio sind wir ideal positioniert, um diese Marktchancen zu erschließen.“

Herausforderungen bleiben – Profitabilität im Fokus

Trotz des soliden Wachstums bleiben Risiken. Der Wettbewerb im Markt für Sprach- und KI-Systeme ist intensiv – von Tech-Konzernen wie Google, Amazon (Amazon Aktie) und Microsoft (Microsoft Aktie) bis hin zu spezialisierten Start-ups. Zudem dürfte der Weg zur Gewinnschwelle, die SoundHound bis 2026 nahezu erreichen will, anspruchsvoll bleiben.

Auch die Integration der übernommenen Unternehmen stellt eine Herausforderung dar. Analysten mahnen, dass Synergien nur dann wirken, wenn Kostenkontrolle und operative Effizienz gewahrt bleiben.

Ausblick: Wachstum bleibt intakt

SoundHound AI geht davon aus, auch im kommenden Jahr stark zu wachsen, getragen von neuen Produktlösungen und branchenübergreifender Nachfrage nach Spracherkennungssystemen. Der Fokus liegt auf profitabler Skalierung – das Unternehmen will den operativen Break-even in den nächsten 18 Monaten erreichen.

Wedbush-Analyst Ives sieht den jüngsten Rückschlag an der Börse als übertrieben: "SOUN bleibt einer der interessantesten reinen KI-Werte auf dem Markt. Die Aktie könnte von jeder Verbesserung des makroökonomischen Umfelds oder einem Anstieg der Unternehmensnachfrage nach generativer KI profitieren."

Fazit:

SoundHound AI hat ein starkes Quartal abgeliefert, Umsatz und Ergebnis übertroffen und die Jahresprognose erhöht. Dennoch reagiert der Markt mit Zurückhaltung – ein Signal, dass Anleger trotz Wachstum vor allem auf den Weg zur Profitabilität achten. Wer an die langfristige KI-Story glaubt, findet in SoundHound einen innovativen, aber volatileren Wachstumswert.

Reaktion Ariva/MW


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