SAP baut seine KI-Strategie weiter aus: Mit der Übernahme von Reltio will der Softwarekonzern Daten fit für künstliche Intelligenz machen. Analysten sehen Chancen – doch der Wettbewerb um die Schlüsseltechnologie bleibt offen.
Für dich zusammengefasst:
SAP übernimmt den US-Datenplattform-Anbieter Reltio.
Reltio erzielte wiederkehrende Umsätze von 185 Millionen US-Dollar.
Analysten rechnen mit 11 bis 12 Prozent Umsatzwachstum.
Der Softwarekonzern SAP (SAP Aktie) treibt seine KI-Strategie mit einer weiteren Übernahme voran. Mit dem Zukauf des US-Datenplattform-Anbieters Reltio will das Unternehmen seine sogenannte Business Data Cloud stärken und Kunden dabei helfen, Daten aus unterschiedlichen Quellen für den Einsatz von künstlicher Intelligenz nutzbar zu machen.
Analysten von Bank of America bewerten den Schritt grundsätzlich positiv. Die strategische Logik sei überzeugend und dürfte die Nachfrage nach SAPs Datenplattform weiter ankurbeln. Gleichzeitig verschärfe der Deal jedoch den Wettbewerb um die sogenannte "Agenten-Orchestrierungsschicht" – also die zentrale Steuerungsebene für KI-Anwendungen.
Genau hier sehen die Experten eine offene Flanke: Zwar verfüge SAP über starke Datenbestände sowie Sicherheits- und Compliance-Strukturen, die den Einsatz von KI in Unternehmen erleichtern. Sollte es dem Konzern jedoch nicht gelingen, führende KI-Agenten zu entwickeln, könnten Wettbewerber mit plattformübergreifenden Lösungen Marktanteile gewinnen.
Finanziell bleibt die Übernahme überschaubar. Offizielle Details nennt SAP nicht, doch Reltio erzielte zuletzt wiederkehrende Umsätze von rund 185 Millionen US-Dollar und wuchs kräftig. Selbst bei einer Bewertung nahe früherer Finanzierungsrunden dürfte der Deal weniger als 1 Prozent der Marktkapitalisierung von SAP ausmachen. Analysten rechnen damit, dass die Akquisition etwa einen Prozentpunkt zum Wachstum im Cloudgeschäft beitragen könnte.
Reltio bringt eine spezialisierte Plattform zur Vereinheitlichung von Unternehmensdaten ein, die bereits branchenspezifische Lösungen etwa für Gesundheitswesen oder Finanzdienstleister bietet. Ziel ist es, Daten nicht nur zu analysieren, sondern als verlässliche Grundlage für KI-Anwendungen bereitzustellen.
Trotz kurzfristiger Unsicherheiten – etwa schwächerer Auftragseingänge im ersten Quartal – bleibt der mittelfristige Ausblick laut Bank of America robust. Die Analysten bleiben bei ihrer Kaufempfehlung für die Aktie und erwarten ein Umsatzwachstum von rund 11 bis 12 Prozent in den kommenden Jahren sowie ein starkes Gewinnwachstum.
Das Kursziel liegt bei 258 Euro, was auf dem aktuellen Niveau weiteres Aufwärtspotenzial signalisiert.
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier:
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