Milliardenprojekt geplatzt: Rheinmetall-Aktie fällt Richtung 1000 Euro

Julian Schick Julian Schick
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Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.

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Deutsche Militärfahrzeuge in einem Konvoi. (Symbolfoto)
©iStock
Nach dem NATO-Gipfel streicht MWB Research die Kaufempfehlung für Rheinmetall, das Kursziel sinkt auf 1.150 Euro. Dazu belastet der Stopp des Fregattenprogramms F126 die Auftragsperspektiven erheblich.
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Nach dem NATO-Gipfel in der Türkei herrscht bei Rüstungsinvestoren Ernüchterung. Neue Impulse für die Branche blieben aus, und die Konsolidierung bei Rheinmetall setzt sich fort. Am Donnerstag gab die Aktie mehr als 4 Prozent nach und notierte bei 1.013 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund 35 Prozent zu Buche.

Der Gipfel hat die Ausgabenstruktur der Verteidigungsallianz zwar neu justiert, aber nicht zugunsten klassischer Rüstungskonzerne wie Rheinmetall. Analyst Jens-Peter Rieck von MWB Research zog daraus die Konsequenzen: Er strich seine Kaufempfehlung und stuft den DAX-Titel nun nur noch mit Halten ein. Das Kursziel fiel von 1.400 auf 1.150 Euro.

Die NATO verlagere ihre Mittel zunehmend in mehrschichtige Luftverteidigung, Drohnen, weitreichende Waffen und Überwachungstechnologien, so Rieck. Traditionelle Landstreitkräfte blieben zwar relevant, verlören aber an Gewicht bei der Budgetvergabe. Hinzu kommt, dass der Markt das Bundeswehr-Beschaffungsvorhaben Arminius nach Einschätzung des Analysten deutlich zu optimistisch bewertet.

Schlechte Nachrichten kamen auch aus Berlin: Das Bundesverteidigungsministerium hat das Fregattenprogramm F126 offiziell gestoppt. Rheinmetall hatte für 2026 ein Auftragsziel von 20 Milliarden Euro angepeilt. Dieses rückt nun in weite Ferne. Für das zweite Quartal rechnet der Konzern nur noch mit einem Volumen im niedrigen zweistelligen Milliardenbereich.

Werte aus dem Artikel:
Rheinmetall Aktie 1.013,6 € -4,27%

Der Wegfall des Marineprojekts könnte im laufenden Jahr bis zu 300 Millionen Euro Umsatz kosten, sofern keine kurzfristigen Ersatzaufträge einspringen. Das trifft Rheinmetall zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Die Aktie liegt bereits mehr als 42 Prozent unter ihrem Stand vor zwölf Monaten.

Parallel dazu haben Rheinmetall und Renk die Zusammenarbeit beim Schützenpanzer Lynx ausgebaut. Renk liefert Antriebskomponenten wie Getriebe und Seitenvorgelege für den KF41, der nach Ungarn nun auch in weiteren europäischen Streitkräften eingeführt werden soll. Der bestehende Rahmenvertrag wurde dafür erweitert. 


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