Nvidias Rubin-Problem: Der KI-Boom bekommt erste Risse

Nicolas Ebert Nicolas Ebert
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Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.

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Nvidia ist ein Technologieunternehmen, das sich auf Grafikprozessoren, Künstliche Intelligenz, autonome Fahrzeuge und Rechenzentrumstechnologien spezialisiert hat.
©unsplash.com
Nvidias nächstes KI-Vorzeigeprojekt verzögert sich offenbar deutlich. Gleichzeitig rückt Apple beim Börsenwert näher. Wird ausgerechnet der KI-Champion jetzt von Fertigungsproblemen und eigenen Kunden ausgebremst?
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Hinweis

Nvidia muss bei seiner nächsten großen Chip-Architektur offenbar einen Rückschlag hinnehmen. Die Kyber-Rack-Scale-Plattform für die Rubin-Ultra-Chips soll sich um mehr als zwölf Monate verzögern. Der Start verschiebt sich damit von 2027 auf 2028, berichtet CNBC unter Berufung auf SemiAnalysis.

Kyber ist ein zentrales Projekt für Nvidias nächste Rechenzentrums-Generation. Das System bündelt 144 Hochleistungschips in einem Serverschrank. Sie sollen wie ein großer Rechner zusammenarbeiten und die enorme Rechenleistung liefern, die Unternehmen für Training und Betrieb moderner Modelle künstlicher Intelligenz brauchen.

Die Technik ist komplex. Die Grafikprozessoren sitzen in vertikal angeordneten Rechenfächern. Das soll die Dichte erhöhen und die Latenz senken. Laut SemiAnalysis liegt das Problem bei einer zentralen mehrschichtigen Leiterplatte. Diese sogenannte Midplane verbindet die elektronischen Module im System. Ihre Fertigung bleibe schwierig, erklärte das Analysehaus.

Auch das größere NVL576-System dürfte sich verzögern oder zunächst nur in kleinen Stückzahlen verfügbar sein. Es verbindet acht Racks über optische Verbindungen. Für Nvidia ist das ein Warnsignal.

Werte aus dem Artikel:
Amazon Aktie 244,53 $ +0,91%
Nvidia Aktie 195,65 $ +0,60%
TSMC Aktie (ADR) 454,45 $ +4,67%

Ausweichplan ebenfalls gescheitert

Nvidia wollte zwei Racks der aktuellen Generation verbinden, um eine ähnliche Leistung zu erreichen. Cloud-Service-Anbieter und Hyperscaler lehnten das Design laut SemiAnalysis jedoch ab. Es sei ungewöhnlich und im Betrieb zu aufwendig gewesen.

Die aktuellen Rubin-Systeme laufen dagegen bereits in voller Produktion. Ab Herbst sollen sie an acht Cloud-Partner ausgeliefert werden. Dazu gehören Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure und Google Cloud. SemiAnalysis erwartet zudem, dass Nvidias Umsatz mit Rechenleistung für Rechenzentren in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2027 rund 20 Prozent über dem Konsens der Wall Street liegen wird.

Druck wächst

Nvidia könnte seine Position als wertvollstes Unternehmen der Welt verlieren. Laut Dow Jones Market Data hält der Konzern den Spitzenplatz nach Börsenwert seit 258 Tagen in Folge. Apple rückt jedoch wieder näher heran.

Jährlich neue KI-Prozessoren

Die Vera-Rubin-Hardware soll in der zweiten Jahreshälfte in großen Stückzahlen ausgeliefert werden. Zugleich sichert Vorstandschef Jensen Huang Produktionskapazitäten bei Taiwan Semiconductor Manufacturing und langfristige Verträge für wichtige Bauteile.

Auch bei der Kapitalrückgabe nähert sich Nvidia Apple an. Der Konzern will in diesem Jahr 50 Prozent des freien Cashflows über Dividenden und Rückkäufe an die Aktionäre ausschütten. Künftig soll dieser Anteil steigen.

Der größte Vorteil bleibt das Software-Ökosystem CUDA. Es bindet Kunden eng an Nvidias Hardware. Doch bei der Inferenz, also dem Ausführen trainierter Modelle, müsse Nvidia diese Stärke erst noch beweisen. Alphabet und Amazon entwickeln mittlerweile eigene Chips, obwohl sie weiter Nvidia-Produkte kaufen.


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