Anthropic-IPO: Diesem Chip-Zulieferer winken 161 Milliarden US-Dollar

Nicolas Ebert Nicolas Ebert
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Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.

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Der Chart einer Aktie (Symbolbild).
© deepblue4you / iStock / Getty Images Plus / Getty Images
Anthropic will 518 Milliarden US-Dollar in Rechenleistung stecken, rund 80 Prozent davon unkündbar. Google, Amazon und vor allem ein Chipkonzern kassieren kräftig. Doch der Börsengang birgt ein Risiko.
Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Anthropic geht bei der Rechenleistung aufs Ganze. Der Entwickler des Chatbots Claude will in den kommenden zehn Jahren mindestens 518 Milliarden US-Dollar gemeinsam mit sechs Partnern in Infrastruktur für künstliche Intelligenz stecken. Das geht aus dem vertraulichen Börsenprospekt hervor, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.

Es ist eine der größten Zusagen dieser Art überhaupt. Rund 80 Prozent der Summe sind unkündbar oder fällig, egal wie viel Anthropic tatsächlich nutzt. Den Antrag auf den Börsengang hatte das Unternehmen im Juni bei der US-Börsenaufsicht eingereicht.

Rechenleistung als Nadelöhr

Anthropic begründet die Milliarden mit einem Engpass. Die Nachfrage nach fortschrittlicher künstlicher Intelligenz dürfte das Angebot übersteigen und sei "im Wesentlichen durch die Verfügbarkeit von Rechenleistung begrenzt". Den größten Batzen erhalten Alphabet-Tochter Google mit mindestens 111,1 Milliarden US-Dollar bis 2033 und Amazon mit 110 Milliarden US-Dollar bis 2036.

Werte aus dem Artikel:
Amazon Aktie 251,52 $ +1,33%
AMD Aktie 633,745 $ +2,93%
Broadcom Aktie 355,14 $ 0,00%
Microsoft Aktie 517,78 $ +0,97%
Nvidia Aktie 233,94 $ +1,33%

Nutzt Anthropic weniger, fließt trotzdem Geld. "Sollten unsere tatsächlichen Ausgaben hinter den Vereinbarungen zurückbleiben, müssen wir Google die Differenz zahlen", heißt es im Prospekt. Microsoft kommt auf 31,4 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommen Mietverträge für Geräte von Broadcom über 161,2 Milliarden US-Dollar, kündbar nur bei Zahlungsverzug.

Flexibler sind die Vereinbarungen mit xAI, der Firma von Elon Musk. Sie könnten bis 2029 Ausgaben von bis zu 84,5 Milliarden US-Dollar für Rechenkapazität auf Basis von Nvidia-Chips auslösen, sind aber meist mit 90 Tagen Frist kündbar. AMD will zudem Anthropic-Aktien für bis zu fünf Milliarden US-Dollar kaufen und Rechenleistung im Wert von mehr als 20 Milliarden US-Dollar liefern. Die Größenordnung erinnert an das Projekt Stargate von OpenAI, das 500 Milliarden US-Dollar schwer ist.

Partner und Rivalen zugleich

Als Risiko nennt Anthropic die Abhängigkeit von Amazon, Google und Microsoft. Die drei Konzerne seien Investoren, Kunden, Cloud-Anbieter, Vertriebspartner und Wettbewerber zugleich. Ihre Anreize stünden daher möglicherweise nicht vollständig im Einklang mit den Interessen von Anthropic. Das Unternehmen baut deshalb zunehmend eigene Rechenzentren auf und mietet Chips direkt.

Laut Reuters setzte Anthropic 2025 rund 4,6 Milliarden US-Dollar um, nach 386 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Operativ stand ein Verlust von 8,1 Milliarden US-Dollar. Der Börsengang könnte nach den US-Zwischenwahlen im November folgen.

Fazit

Für die Zulieferer sind die Verträge garantierte Umsätze über Jahre. Vor allem Broadcom, Google und Amazon profitieren. Für künftige Aktionärinnen und Aktionäre von Anthropic sind die Fixkosten dagegen ein Risiko. Kühlt die Nachfrage ab, bleiben die Rechnungen trotzdem. Beim Börsengang sollten Anlegerinnen und Anleger deshalb genau auf Auslastung und Margen schauen.


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