660.000 neue Chips bis Dezember: Musk zündet den nächsten Nvidia-Turbo
Nicolas Ebert
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Elon Musk will seinen Superrechner Colossus 2 bis Jahresende auf rund 1,2 Millionen Nvidia-Chips aufrüsten. Für Nvidia klingeln die Kassen. Doch eine entscheidende Frage lässt Musk offen.
Für dich zusammengefasst:
Elon Musk plant, 660.000 neue Nvidia-Chips bis Dezember.
Colossus 2 wird auf rund 1,2 Millionen Chips wachsen.
Nvidia verdoppelte im zweiten Quartal seinen Umsatz auf 96,2 Milliarden.
Elon Musk drückt beim Wettrüsten um künstliche Intelligenz auf die Tube. Der Rechencluster Colossus 2 seiner Firma xAI soll die Zahl seiner Nvidia-Chips bis Jahresende mehr als verdoppeln. Das kündigte der Chef von Tesla und SpaceX am Freitag auf der Plattform X an. Musk legte damit den bislang genauesten Zeitplan für den Ausbau im Raum Memphis vor.
Drei Ausbaustufen bis Dezember
Derzeit rechnen in Colossus 2 laut Musk 110.000 Chips vom Typ GB200 und 440.000 vom Typ GB300. Schon kommende Woche sollen 220.000 weitere GB300 voll einsatzbereit sein. Im November folgen noch einmal 220.000. Ein drittes Paket gleicher Größe könnte Ende Dezember ans Netz gehen, "wenn wir Glück haben", schrieb Musk. Gelingt der Plan, wächst Colossus 2 auf rund 1,2 Millionen Chips.
Hinzu kommt der Vorgänger Colossus 1 mit 230.000 Chips älterer Generationen. Ursprünglich hatte xAI angekündigt, den Standort Memphis bis 2026 mit einer Million Grafikprozessoren auszustatten. Dieses Ziel würde Musk deutlich übertreffen. Offen ließ er allerdings, ob genug Strom für alle Chips bereitsteht.
Seit Februar gehört xAI zu SpaceX. Im Juni wagte der Raumfahrtkonzern den Sprung an die Börse und sammelte 86 Milliarden US-Dollar ein, so viel wie kein Unternehmen zuvor. Der Ausgabepreis lag bei 135 US-Dollar. Am Donnerstag schloss die Aktie 0,2 Prozent tiefer bei 148,03 US-Dollar, der Börsenwert liegt bei gut zwei Billionen US-Dollar. Die 35 vom Datendienst Stockanalysis erfassten Analysten sehen das Kursziel im Schnitt bei 222 US-Dollar. Zuletzt vermietete xAI Rechenleistung auch an Alphabet-Tochter Google und den Chatbot-Entwickler Anthropic.
Nvidia verdient kräftig mit
Für Nvidia ist Musks Hunger nach Rechenleistung ein Geschenk. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres verdoppelte der Chipkonzern seinen Umsatz auf 96,2 Milliarden US-Dollar. Allein das Geschäft mit Rechenzentren brachte 89 Milliarden US-Dollar. Für das laufende Quartal peilt Nvidia rund 108 Milliarden US-Dollar an. Die Aktie schloss am Donnerstag 0,4 Prozent tiefer bei 224,58 US-Dollar. Die 61 von Stockanalysis erfassten Analysten empfehlen sie im Schnitt klar zum Kauf. Ihr durchschnittliches Kursziel liegt bei knapp 328 US-Dollar.
Fazit
Musks Zeitplan zeigt, wie ungebremst der Ausbau von Rechenzentren weiterläuft. Nvidia profitiert direkt, denn jeder neue Cluster füllt die Auftragsbücher. Bei SpaceX ist die Lage heikler. Der Konzern steckt Milliarden in Chips, deren Rendite sich erst noch zeigen muss. Musks eigener Vorbehalt und die offene Stromfrage mahnen zur Vorsicht. Wer auf den Boom setzen will, fährt mit dem Schaufelverkäufer Nvidia ruhiger als mit dem Goldgräber SpaceX.
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