- Nvidia investiert 20 Milliarden US-Dollar in Groq.
- Führungskräfte von Groq wechseln zu Nvidia.
- Nvidia erhält Zugriff auf Groqs Inferenztechnologie.
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Der Chiphersteller Nvidia (Nvidia Aktie) verschafft sich nach Ansicht von Analysten neuen strategischen Spielraum. Der Konzern investiert Milliarden in Vermögenswerte des KI-Beschleunigerchip-Herstellers Groq. Der Schritt könnte Nvidias Grafikprozessoren im Wettbewerb einen entscheidenden Vorteil verschaffen, wie CNBC berichtet.
Groq gab eine Vereinbarung über eine 20 Milliarden US-Dollar schwere, nicht exklusive Lizenzierung mit Nvidia bekannt. Im Zuge der Transaktion wechseln Groq-Chef Jonathan Ross, Präsident Sunny Madra sowie weitere zentrale Mitglieder des Managementteams zu Nvidia.
Der Konzern erhält zudem Zugriff auf Groqs Inferenztechnologie, die sich durch hohen Durchsatz und geringe Latenz bei der Ausführung großer Sprachmodelle und anderer KI-Anwendungen auszeichnet.
Mit dem Zugang zu hochqualifizierten Fachkräften und spezialisierter Technologie stärkt Nvidia seine Wettbewerbsposition im Markt für KI-Chips. Das gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass Google (Alphabet A Aktie) versucht, seine eigenen Tensor Processing Units für groß angelegte KI-Trainingsprozesse zu etablieren. Darauf verweisen Analysten des Finanzhauses Truist.
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| Strategie | Hebel | |||
| Steigender Kurs |
Call
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5
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10
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| Fallender Kurs |
Put
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5
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10
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15
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"Wir sehen dies als einen Schritt von Nvidia, um seine Wettbewerbsposition im Bereich der Inferenz zu stärken, insbesondere gegenüber der TPU", schrieb Truist-Analyst William Stein in einer Mitteilung an Kunden. Er betonte, dass die Führungskräfte von Groq zuvor am TPU-Projekt von Google gearbeitet hätten. Daher sei die Language Processing Unit von Groq der TPU-Architektur vermutlich ähnlich und speziell auf bessere Latenz und höhere Energieeffizienz bei großskaligen Inferenzprozessen ausgelegt.
Truist setzt das Kursziel für die Nvidia-Aktie auf 275 US-Dollar. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von über 40 Prozent.
Der Wettbewerbsdruck nimmt dennoch zu. Google verkauft seine Chips zwar nicht direkt als Hardware, stellt den Zugang zu seinen TPUs jedoch als Dienstleistung über Google Cloud bereit. Das könnte dem Konzern helfen, Marktanteile von Nvidia zu gewinnen.
Im vergangenen Monat berichtete The Information, dass Meta darüber verhandelt, bis 2027 Googles TPUs in seinen Rechenzentren einzusetzen. Diese Nachricht hatte die Nvidia-Aktie zeitweise um vier Prozent belastet.
Der wachsenden Konkurrenz ist sich Nvidia bewusst. Das betonte Paul Meeks, Leiter der Technologieforschung bei Freedom Capital Markets. "Nvidia scheint eine kluge Wette einzugehen, um seinen Vorsprung zu schützen und vielleicht sogar auszubauen", schrieb Meeks in einer Mitteilung an Kunden und verwies dabei auf den Deal mit Groq.
Groq selbst erklärt, dass seine LPUs große Sprachmodelle bei Inferenzaufgaben deutlich schneller als klassische Grafikprozessoren und mit einer zehnfachen Energieeffizienz ausführen könnten. "Wir treten in die Inferenzphase der Künstlichen Intelligenz ein, in der die Nachfrage nach Rechenleistung explodiert", schrieb Meeks. Zugleich werde der Zugang zu Energie zu einem entscheidenden Faktor.
Trotz der beeindruckenden Summe sehen Analysten den Deal für Nvidia als finanziell gut verkraftbar. Zwar könnte der 20-Milliarden-US-Dollar-Abschluss Sorgen über die Nachhaltigkeit der Geschäftsausgaben schüren. Für Nvidia sei der Betrag jedoch vergleichsweise gering, so Meeks. Er sprach von "Kleingeld“ für den Konzern.
Zwar zahle Nvidia 20 Milliarden US-Dollar in bar für eine nicht exklusive Technologielizenz und Schlüsselmitarbeiter eines Start-ups, das vor nur drei Monaten mit etwa einem Drittel dieses Betrags bewertet worden sei.
Dennoch entspreche die Summe lediglich rund 30 Prozent der Bruttoliquidität von Nvidia und weniger als der Hälfte der Nettokasse. "Die gemeldeten Kosten sind absolut gesehen hoch, fallen aber im Verhältnis zur Cash-Position und zur starken Cashflow-Generierung von Nvidia kaum ins Gewicht", so Meeks.
Autor: sbh-Redaktion/neb
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