Schlechte Nachrichten für Micron-Anleger: Der Crash dürfte gerade erst begonnen haben!
Max Gross
Max Gross
Max Gross verfügt über langjährige Börsenerfahrung, davon fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden Anlegermagazine Deutschlands. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen auf. Sein Schwerpunkt liegt auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Ziel seiner Arbeit ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.
Anleger fliehen: Panikartige Verkäufe im Halbleiterbereich
Schon seit Wochen korrigieren Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte stark, doch in den vergangenen Tagen hat sich der Ausverkauf noch einmal erheblich beschleunigt.
Angeführt von Kursverlusten bei Speicherchip-Herstellern, wie Micron und SanDisk, sowie befeuert durch Panikverkäufe an asiatischen Handelsplätzen hat der Branchenindex Philadelphia Semiconductor gegenüber seinen Mitte Juni erzielten Rekordnotierungen inzwischen ein Viertel an Wert eingebüßt – und befindet sich damit aus technischer Perspektive in einem Bärenmarkt.
Bei Micron könnte das Schlimmste jetzt noch bevorstehen
Das gilt auch für die Aktie von Anlegerliebling Micron, wo am frühen Dienstagabend Verluste von 35 Prozent gegenüber den Allzeithochs zu Buche stehen. Hier wird das Sentiment vor allem durch den Börsengang des chinesischen Speicherchipherstellers CXMT belastet, der Investoren die Augen dafür geöffnet hat, dass auch das Reich der Mitte über eine zunehmend international konkurrenzfähige Halbleiterindustrie verfügt.
Angesichts der in den vergangenen Wochen bereits hohen Verluste hoffen viele Anlegerinnen und Anleger – vor allem solche, die erst spät auf den Hype um die Aktie aufgesprungen sind – darauf, dass die Korrektur bald ein Ende finden könnte. Doch der Chart deutet darauf hin, dass es jetzt noch viel schlimmer kommen könnte.
Diese Korrektur hat sich schon länger angebahnt ...
Langfristig befindet sich die Micron-Aktie in einem Aufwärtstrend. Angetrieben durch den KI-Boom und einer explosionsartig gestiegenen Nachfrage nach Speicherchips hat sich das Papier trotz der jüngst erheblichen Verluste in den vergangenen 3 Jahren um über 1.000 Prozent gesteigert. Gegenüber dem Stand vor einem Jahr steht noch immer ein Plus von 635 Prozent zu Buche. Das verdeutlicht, wie dynamisch die Aktie zuletzt gestiegen war.
Trotz der in den vergangenen Monaten starken Kursgewinne handelte Micron schon länger mit technischen Schwierigkeiten. Während die Aktie bis Ende Juni einen Kursrekord nach dem anderen pulverisierte, lagen in den technischen Indikatoren RSI und MACD schon einige Zeit zuvor Abwärtstrends vor. Genau diese bearishen Divergenzen, die auch bei zahlreichen anderen Werten aus der Branche zu beobachten waren, entladen sich gerade.
... jetzt droht sie, sich zu einem Crash auszuweiten
Bei Micron kommt erschwerend hinzu, dass Ende Juni ein Blow-Off-Top vorlag, also eine extreme Übertreibung des Kursgeschehens. Ähnlich wie Gold (Goldkurs) und Silber (Silberpreis) im Januar wurde aus dem vorher hohen Kaufdruck jetzt ebenso hoher Verkaufsdruck. Dadurch ist es im Chart zu einem Rounding-Top gekommen, dass die Kursentwicklung ebenfalls belastet.
Schon in der vergangenen Woche fiel dem Verkaufsdruck die 50-Tage-Linie zum Opfer, damit lag ein erstes Verkaufssignal vor. Dem folgte jetzt der Vorzeichenwechsel im Trendstärkeindikator MACD, der unter der Nulllinie liegend den Abwärtstrend der Aktie bestätigt. Und mit dem Unterschreiten der Unterstützung bei 800 US-Dollar ist bereits das nächstes Verkaufssignal in Sicht.
Hier könnten die Kurse nochmal um 40 Prozent purzeln
Die Wahrscheinlichkeit, dass auch dieses in den kommenden Tagen ausgelöst wird, ist also hoch einzuschätzen, da die Abwärtstrends in den technischen Indikatoren bislang anhalten und noch keine bullishen Divergenzen zu erkennen sind, die für eine Trendwende sprechen würden. Der Blick auf den RSI zeigt außerdem, dass die Aktie noch nicht überverkauft ist und Micron damit weiteren Platz nach unten bietet.
Der in den Monaten zuvor steile Kursanstieg hat kaum Gelegenheiten geboten, Unterstützung zu etablieren. Das könnte Micron jetzt zum Verhängnis werden, denn die nächste belastbare Supportzone befindet sich im Bereich zwischen 400 US-Dollar sowie der bei rund 500 US-Dollar verlaufenden 200-Tage-Linie. Das demonstriert, wie hoch die Verlustgefahr bei Micron jetzt trotz oder gerade wegen der jüngsten Kursverluste ist.
Zur Oberseite würde hingegen erst ein nachhaltiger (also mindestens auf Wochenschlusskursbasis) Anstieg über 1.000 US-Dollar für Entspannung sorgen. Dafür liefern der Chart und die technischen Indikatoren gegenwärtig jedoch keine Hinweise.
Fazit: Die vermeintlich günstige Bewertung bietet keine Zuflucht
Viele Anlegerinnen und Anleger führen als Argument dafür an, dass die Korrektur der Aktie bald ein Ende finden sollte, dass die Unternehmensbewertung niedrig sei – das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2027 liegt bei 5,9. Optisch günstige Bewertungsvielfache sind für Halbleiter- und insbesondere Speicherwerte auf dem Hoch eines Zyklus aber typisch. Noch vor wenigen Quartalen schrieb Micron rote Zahlen und hatte ein negatives KGV vorzuweisen, jetzt liegt der umgekehrte Fall vor.
Sollte es jedoch infolge der massiven Kapazitätsausweitungen, die alle Hersteller gegenwärtig anstreben, aber zu Überkapazitäten kommen, würde die Preissetzungsmacht der vergangenen Monate schwinden und die Margen erodieren. Damit sind die gegenwärtig niedrigen Gewinnvielfache nur eine Momentaufnahme und die Argumentationsgrundlage für höhere Kurse könnte schon bald wieder dahin sein. Jetzt ist nicht die Zeit, sich bei Micron zu engagieren, sondern den Crash erstmal seinen Lauf nehmen zu lassen.
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000NB7BL60 , DE000NB7D515 , DE000NB7FCG8 , DE000NB63CG7 , DE000NB631X7 . Bitte informieren Sie sich vor Erwerb ausführlich über Funktionsweise und Risiken der Produkte. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.
Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
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