Plus 466 Prozent zum Börsenstart: CXMT ist plötzlich fast so viel wert wie Micron

Julian Schick Julian Schick
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Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.

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Die Skyline von Shanghai einer große Hafenstadt im Osten Chinas, das als wirtschaftliches, finanzielles und kulturelles Zentrum des Landes gilt.
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Der Börsengang des chinesischen Speicherchipherstellers CXMT hat Shanghaier Rekorde gebrochen und eine Bewertungsdebatte ausgelöst: Ist der Kurssprung Aufbruchssignal oder Spekulationsblase?
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Der chinesische Speicherchiphersteller CXMT hat an seinem ersten Handelstag an der Shanghaier Börse einen der spektakulärsten Börsenstarts des laufenden Jahres hingelegt. Die Aktie des Unternehmens, früher unter dem Namen ChangXin Memory Technologies bekannt, schloss am Montag bei 49 Yuan und damit rund 466 Prozent über dem Ausgabepreis von 8,66 Yuan. Zwischenzeitlich kletterte das Papier auf bis zu 55,03 Yuan.

Durch den Kurssprung stieg die Marktkapitalisierung von CXMT auf umgerechnet rund 487 Milliarden Dollar, verglichen mit rund 85 Milliarden Dollar (Dollarkurs) zum Zeitpunkt des Börsengangs. Damit ist der Chiphersteller auf einen Schlag zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen Chinas aufgestiegen und hat die Großbank ICBC vom Thron verdrängt.

Allein am ersten Handelstag wechselten CXMT-Aktien im Wert von rund 141 Milliarden Yuan den Besitzer, was nach Angaben chinesischer Medien die erste A-Aktie überhaupt war, die an einem einzigen Tag die 100-Milliarden-Yuan-Grenze beim Umsatz knackte. Möglich wurde die extreme Kursvolatilität auch dadurch, dass beim Börsengang nur 6,73 Prozent der Aktien frei handelbar waren, während der Großteil durch Haltefristen gebunden bleibt.

Mit dem IPO hatte CXMT zuvor 57,92 Milliarden Yuan eingesammelt, was den bisher größten Börsengang eines chinesischen Halbleiterunternehmens überhaupt darstellt. Inklusive einer möglichen Mehrzuteilung könnten es bis zu 66,61 Milliarden Yuan werden. Der bisherige Rekord stammte von SMIC, das 2020 rund 7,5 Milliarden Dollar erlöst hatte.

Trotz der Euphorie mehren sich die Zweifel. Morningstar-Analyst Jing Jie Yu sieht den Ausgabepreis zwar als deutlich unter dem fairen Wert, hält den anschließenden Kursanstieg aber für übertrieben. Er verweist auf die Zyklusabhängigkeit der Speicherchipbranche und die mittelfristige Belastung durch US-Exportbeschränkungen, die den Zugang zu modernen Fertigungsanlagen erschweren. Yuan Yuwei, Hedgefonds-Manager bei Trinity Synergy Investments, wird noch deutlicher: Die Aktie sei zu teuer und rieche nach Spekulation.

CXMT selbst erwartet für das erste Halbjahr einen Umsatz zwischen 110 und 120 Milliarden Yuan, was einem mehr als Siebenfachen des Vorjahreswerts entspricht. Beim Nettogewinn rechnet das Unternehmen mit 66 bis 75 Milliarden Yuan, nach einem Verlust im Vorjahreszeitraum. Analysten von TrendForce rechnen damit, dass der Speicherchipmarkt angespannt bleibt und Preiserhöhungen bis Ende 2027 anhalten dürften.



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