S&P 500 hängt am seidenen KI-Faden – Barclays rät zur Absicherung

Nicolas Ebert Nicolas Ebert
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Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.

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Die New Yorker Freiheitsstatue. New York ist die Börsenmetropole der Vereinigten Staaten.
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Die KI-Rallye treibt den S&P 500 auf Rekordniveau. Doch Tech- und Halbleiterwerte dominieren den Index so stark wie nie. Barclays rät Anlegern zur Absicherung.
Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Die Rallye der US-Technologiewerte macht den breiten Aktienmarkt immer abhängiger von wenigen großen Gewinnern. Laut Reuters kommt der Technologiesektor im S&P 500 inzwischen auf mehr als 39 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung. Das liegt sogar über dem Niveau der Internetblase im Jahr 2000.

Getrieben wird die Entwicklung vom Boom rund um künstliche Intelligenz. Seit dem Markttief im März hat der Technologiesektor um die 50 Prozent gewonnen und damit den Gesamtindex klar abgehängt. Besonders stark liefen Halbleiterwerte wie Micron, Intel und Advanced Micro Devices (AMD).

Ein Unterschied zur Dotcom-Zeit ist jedoch die Gewinnkraft. Laut Bespoke Investment Group stellt der Technologiesektor heute mehr als ein Viertel der Nettogewinne im S&P 500. Damit ist der aktuelle Anstieg stärker durch Gewinne unterlegt als im Jahr 2000.

Nervosität wächst

Werte aus dem Artikel:
AMD Aktie 466,67 $ -10,8%
Broadcom Aktie 385,74 $ -7,92%
Intel Aktie 98,95 $ -11,5%

Nur rund 60 Prozent der Indexmitglieder notieren über ihrer 200-Tage-Linie. Die UBS rät Anlegern, ihre Portfolios nicht zu stark auf die Gewinner der vergangenen Jahre zu konzentrieren.

Barclays empfiehlt ebenfalls Absicherung. Die Investmentbank sieht eine ungünstige Ausgangslage für den S&P 500 in den kommenden zwei Monaten. Absicherungen über Index-Puts seien derzeit attraktiv. Die Einschätzung beruhe allerdings eher auf technischen Marktsignalen als auf einer grundsätzlichen Verschlechterung der Ertragskraft.

Besonders im Fokus stehen Halbleiterwerte. Barclays zufolge machen sie inzwischen 19 Prozent des S&P 500 aus. Zusammen mit Technologie-Hardware kommt die Gruppe auf mehr als 30 Prozent. Ein Ausverkauf in diesem Bereich könnte daher schnell auf andere Teile des Marktes übergreifen und die Volatilität erhöhen.

Am Donnerstag geriet der Chip-Sektor unter Druck, nachdem Broadcom wegen schwacher Zahlen und eines enttäuschenden Ausblicks stark fiel. Das zeigt, wie empfindlich der Markt inzwischen auf Rückschläge bei einzelnen Technologieführern reagiert.

Die KI-Rallye bleibt damit der wichtigste Motor der Wall Street. Doch je stärker wenige Technologiewerte den Gesamtmarkt dominieren, desto größer wird auch das Rückschlagrisiko, falls die Gewinnerwartungen nicht mehr Schritt halten.

Autor: sbh-Redaktion/neb


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