PARIS (dpa-AFX) - Eine schwächere Nachfrage hat dem französischen Luxuskonzern LVMH im ersten Halbjahr einen Erlös- und Gewinnrückgang eingebrockt. So sank der Umsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres um drei Prozent auf 38,6 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Montag in Paris mitteilte. Aus eigener Kraft zogen die Erlöse jedoch um zwei Prozent an. Die LVMH-Aktie legte im frühen Handel bis zu drei Prozent zu, gab die Gewinne aber schnell wieder ab und rutschte ins Minus.
Für dich zusammengefasst:
Der Umsatz von LVMH sank um drei Prozent auf 38,6 Mrd. Euro.
Der operative Gewinn fiel um vier Prozent auf 8,69 Mrd. Euro.
Die LVMH-Aktie verlor seit Jahresbeginn 28 Prozent an Wert.
Gut eine Stunde nach Handelsstart lag der Kurs des EuroStoxx-50-Schwergewichts mit rund 463 Euro fast ein Prozent unter dem Niveau vom Montag. Im bisherigen Jahresverlauf sackte der LVMH-Kurs um 28 Prozent ab. Damit ist die Aktie seit Ende 2025 einer der schwächsten europäischen Standardwerte. Mit einem Börsenwert von rund 230 Milliarden Euro zählt das Unternehmen aber immer noch zu den wertvollsten Unternehmen Europas.
Analyst Piral Dadhania von der kanadischen Bank RBC attestierte dem Luxusgüterkonzern einen ermutigenden Zwischenbericht mit einem Umsatzwachstum, das im zweiten Quartal die Erwartungen leicht übertroffen habe. Das operative Halbjahresergebnis (Ebit) und der Nettogewinn lägen auch über dem Konsens.
Während sich das Geschäft der umsatzstärksten Mode- und Ledersparte organisch etwas schwächer entwickelte als ein Jahr zuvor, legten die Bereiche Wein und Spirituosen sowie Uhren und Schmuck zu. Vor allem Schmuck erweist sich als Lichtblick der Branche, denn Goldringe und -armbänder finden bei wohlhabenden Kunden reißenden Absatz.
Die Luxusbranche steckt schon seit längerem in einer anhaltenden Flaute. Zunächst fuhren chinesische Käufer ihre Einkäufe zurück, die lange Zeit die Nachfrage nach Luxusgütern angekurbelt hatten. In jüngerer Zeit kam aufgrund des Iran-Kriegs eine schwächere Nachfrage in Einkaufszentren des Nahen Ostens hinzu. Ohne den Konflikt wäre der Quartalsumsatz von LVMH Unternehmensangaben zufolge auf Konzernebene um 4 Prozent statt um 3 Prozent gewachsen.
Derweil sank der um Sonderfaktoren bereinigte operative Gewinn im Halbjahr stärker als der Umsatz, nämlich um vier Prozent auf 8,69 Milliarden Euro. Allerdings hatten Analysten mit einem stärkeren Rückgang gerechnet. Die dazugehörende operative Marge blieb mit 22,5 Prozent nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr. Damit hat das Unternehmen laut Analyst Adam Cochrane von der Deutschen Bank die Erwartung seiner Bank deutlich übertroffen.
"Wir werden die Margen zwar weiterhin sehr genau im Auge behalten, gehen aber mit neuem Vertrauen in die zweite Jahreshälfte", sagte Vorstandsvorsitzender Bernard Arnault laut Mitteilung. Unter dem Strich verdiente LVMH in den sechs Monaten mit knapp 5,7 Milliarden Euro etwa so viel wie ein Jahr zuvor./mne/jha/err
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