Leo Lithium Ltd

Aktie
WKN:  A3DMSC ISIN:  AU0000221251 US-Symbol:  LLLAF Branche:  Metalle u. Bergbau Land:  Australien
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14.09.23
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Marktkapitalisierung *
348,96 Mio. €
Streubesitz
69,46%
KGV
0,51
Index-Zuordnung
-
Leo Lithium Aktie Chart

Leo Lithium Unternehmensbeschreibung

Leo Lithium Ltd war ein an der Australian Securities Exchange gelisteter Lithium-Entwickler mit Fokus auf das Goulamina-Lithiumprojekt in Mali, einem der größeren im Aufbau befindlichen Hartgestein-Lithiumvorkommen weltweit. Das Unternehmen agierte in einem kapitalintensiven, rohstoffzyklischen Umfeld, das stark von der Nachfrage nach Lithiumhydroxid und -carbonat für Elektrofahrzeugbatterien sowie Energiespeicher abhängt. Leo Lithium verstand sich als spezialisierter Upstream-Entwickler, der Rohstoffsicherheit für Batterie- und Kathodenhersteller sowie für große Automobilkonzerne liefern sollte. Die Gesellschaft zielte auf eine kostenkompetitive Förderung von Spodumen-Konzentrat ab, um im globalen Lithiumangebot eine strukturelle Rolle einzunehmen, ohne eine integrierte Wertschöpfung bis in die chemische Verarbeitung aufzubauen. Nach regulatorischen Eingriffen in Mali, anhaltenden Genehmigungs- und Exportthemen und einer strategischen Neubewertung des Projekts leitete Leo Lithium den Ausstieg aus dem Projekt ein und übertrug sein Interesse am Goulamina-Projekt an den Joint-Venture-Partner, sodass das Unternehmen seine ursprüngliche strategische Positionierung faktisch verloren hat und sich im Zuge einer geplanten Liquidation in Auflösung befindet.

Geschäftsmodell

Das ursprüngliche Geschäftsmodell von Leo Lithium beruhte auf der Exploration, Erschließung, Entwicklung und dem späteren Betrieb eines einzelnen, großvolumigen Hartgestein-Lithiumvorkommens. Das Unternehmen wollte perspektivisch Umsätze über langfristige Abnahmeverträge (Offtake Agreements) und Spotverkäufe von Spodumen-Konzentrat an Lithiumchemikalien-Produzenten und industrielle Großabnehmer erzielen. Die Wertschöpfungskette sollte beim Verkauf des Konzentrats an Partner enden, die Konvertierungsanlagen in China, Afrika oder anderen Regionen betreiben. Damit fokussierte sich Leo Lithium auf den kapitalintensiven Minenbetrieb, einschließlich Aufbereitung, Logistik und Export über westafrikanische Häfen. Ein wesentlicher Baustein dieses Konzepts war die Einbindung eines größeren strategischen Partners mit technologischem und finanziellem Know-how, der die Umsetzung des Projektes beschleunigen und die Vermarktung des Lithiumkonzentrats stabilisieren sollte. Das Unternehmen setzte auf eine Kombination aus Eigenkapitalfinanzierung, Projektfinanzierung und Partnerkapital, um die Mine in Produktion zu bringen und den Cashflow-Zeitpunkt zu erreichen. Durch den Rückzug aus Goulamina, die Übertragung des Projektinteresses und die eingeleitete Abwicklung befindet sich dieses ursprüngliche Geschäftsmodell jedoch nicht mehr in seiner bisherigen Form im Aufbau, sondern ist de facto beendet; die Gesellschaft ist im Wesentlichen auf Restaufgaben im Zusammenhang mit der Beendigung des Projektexposures und der geplanten Liquidation ausgerichtet.

Mission und Unternehmensausrichtung

Die Mission von Leo Lithium bestand ursprünglich darin, ein verlässlicher, kosteneffizienter und ESG-bewusster Lieferant von Lithium-Rohstoffen für die globale Elektrifizierung und Dekarbonisierung der Mobilität zu sein. Das Management positionierte das Unternehmen als langfristigen Partner für die Batterie- und Automobilindustrie, der Versorgungssicherheit in einem geopolitisch angespannten und angebotsseitig fragilen Marktumfeld gewährleisten sollte. Die strategische Ausrichtung betonte drei Achsen: operative Exzellenz in der Tagebau- und Aufbereitungstechnik, robuste Governance- und Umweltstandards im schwierigen Umfeld eines rohstoffreichen, aber politisch sensiblen Schwellenlandes sowie disziplinierte Kapitalallokation über den gesamten Lithiumpreiszyklus hinweg. Mit dem Ausstieg aus dem Goulamina-Projekt und der Aufgabe des zentralen Vermögenswertes steht diese Mission jedoch zur Disposition; die Unternehmensausrichtung ist nach der Trennung vom Projekt nicht mehr auf den Aufbau eines eigenständigen Lithiumproduzenten in Mali gerichtet, sondern auf die Abwicklung der bisherigen Projektbeteiligung, die Bearbeitung verbleibender Verpflichtungen sowie die Umsetzung der beschlossenen Liquidation.

Produkte und Dienstleistungen

Der Kern des geplanten Produktportfolios war Spodumen-Konzentrat mit hohem Lithiumoxid-Gehalt, das als Vorprodukt zur Herstellung von Lithiumhydroxid und Lithiumcarbonat dient. Das Unternehmen wollte sich auf folgende Bereiche konzentrieren:
  • Produktion von standardisiertem Spodumen-Konzentrat für chemische Verarbeiter
  • Optionale Spezifikationen für unterschiedliche Qualitätsanforderungen in Batterie- und Industriesegmenten
  • Langfristige Lieferverträge mit Abnehmern aus der Batterie- und Chemieindustrie
  • l>Direkte Dienstleistungen wie Engineering, Verarbeitung oder Downstream-Chemie bot Leo Lithium nicht an. Vielmehr positionierte sich die Gesellschaft als spezialisierter, rohstoffnaher Partner, der Logistiklösungen vom Minenstandort bis zum Ausfuhrhafen integrieren und kundenseitig Planbarkeit in Volumen und Spezifikation ermöglichen wollte. Ergänzende Aktivitäten wie Erkundungsbohrungen zur Ressourcenerweiterung, geologische Modellierung und Machbarkeitsstudien waren unterstützende Tätigkeiten im eigenen Konzernverbund und dienten dem Risikomanagement der Reservenbasis. Nach der Übertragung des Interesses am Goulamina-Projekt verfügt Leo Lithium jedoch nicht mehr über ein aktives, eigenes Lithiumprojekt mit entsprechender Produktionsperspektive, sodass diese Produkt- und Dienstleistungsbeschreibung den früheren Planungsstand, nicht aber die aktuelle Situation widerspiegelt; das Unternehmen erbringt derzeit keine eigenständigen Produktions- oder Entwicklungsleistungen im Lithiumsektor mehr.

Business Units und Projektstruktur

Leo Lithium wies im Kern eine projektzentrierte Organisationsstruktur auf, deren Schwerpunkt auf dem Goulamina-Projekt lag. Streng abgegrenzte Business Units wie in diversifizierten Rohstoffkonzernen waren nicht etabliert; stattdessen wurde das Unternehmen de facto von einem einzigen Entwicklungs- und potenziellen Produktionscluster geprägt. Innerhalb dieses Projektclusters ließen sich funktionale Segmente unterscheiden:
  • Projektentwicklung und Engineering: Planung, Bau und Inbetriebnahme der Tagebaumine, Aufbereitungsanlage und Infrastruktur
  • Betrieb und Instandhaltung: geplanter zukünftiger Minenbetrieb, Wartung der Anlagen, Prozessoptimierung
  • Exploration und Resource Development: zusätzliche Bohrkampagnen, Aktualisierung von Ressourcen- und Reservenschätzungen
  • Kommerzielle Abteilung: Offtake-Verhandlungen, Preisstrukturen, Kundenmanagement
  • HSE und Community Relations: Umweltmanagement, Sicherheitsstandards, Stakeholder-Einbindung in Mali
  • l>Die enge Fokussierung auf ein einzelnes Großprojekt verschaffte Transparenz und klare Verantwortlichkeiten, erhöhte jedoch zugleich die Abhängigkeit von der Entwicklung dieses einen Assets. Mit der Beendigung der Beteiligung am Goulamina-Projekt entfällt diese projektzentrierte Struktur in ihrer bisherigen Form; die operative Aktivität von Leo Lithium ist seither deutlich reduziert und primär auf unternehmensbezogene Restaufgaben, die Abwicklung des Projektexposures und Schritte im Rahmen der vorgesehenen Liquidation ausgerichtet.

Alleinstellungsmerkmale und Wettbewerbsposition

Leo Lithium differenzierte sich im Lithiumsektor ursprünglich über die Größenordnung und den Entwicklungsstatus des Goulamina-Projekts sowie über seine Partnerschaftsstruktur. Zu den wesentlichen Differenzierungsfaktoren zählten:
  • Großes Hartgestein-Vorkommen mit industriell relevanter Ressourcengröße, das im internationalen Vergleich zu den größeren in Entwicklung befindlichen Lithiumprojekten zählte
  • Fokus auf Spodumen-Hartgestein statt Sole-Lagerstätten, was eine im Sektor etablierte, technisch erprobte Aufbereitung ermöglicht
  • Potenzial für mehrstufigen Kapazitätsausbau, sodass die Mine theoretisch über mehrere Phasen skaliert werden konnte
  • Kooperationsmodell mit einem größeren industriellen Partner, der technisches Know-how, Marktzugang und Finanzierungskompetenz einbrachte
  • l>In der damaligen Wettbewerbsanalyse war Leo Lithium als aufstrebender Mid-Tier-Entwickler zu verorten, der mit bereits produzierenden Lithiumkonzernen um Kapital und langfristige Abnahmeverträge konkurrierte. Nach dem Ausstieg aus Goulamina, der Übertragung des Projektinteresses und der eingeleiteten Liquidation verfügt Leo Lithium jedoch nicht mehr über diese operative Wettbewerbsposition im globalen Lithiumsektor; das Unternehmen ist aktuell kein aktiver Produzent und auch kein eigenständiger Projektentwickler mit einem vergleichbaren, fortgeschrittenen Lithiumprojekt.

Burggräben und strukturelle Moats

Obwohl klassische Burggräben im Rohstoffsektor begrenzt sind, verfügte Leo Lithium im Zusammenhang mit dem Goulamina-Projekt über einige potenzielle Moats, die im Erfolgsfall hätten wirken können:
  • Ressourcenbasis: Ein zusammenhängendes, großvolumiges Vorkommen bot Skaleneffekte und hätte die Stückkosten pro Tonne Konzentrat im Vergleich zu kleineren Projekten reduzieren können
  • Kapitalintensität und Eintrittsbarrieren: Die hohen Anfangsinvestitionen, komplexe Genehmigungsverfahren und das politische Umfeld in Mali erschwerten neuen Wettbewerbern den Markteintritt
  • Abnahmeverträge und strategische Partnerschaften: Langfristige Offtake-Agreements konnten als quasi-vertraglicher Burggraben wirken, indem sie Absatz und Finanzierung absicherten
  • Technisches Know-how und Projekterfahrung: Der Aufbau einer großskaligen Lithium-Mine in einem frontier market hätte organisationsspezifisches Wissen geschaffen, das schwer imitierbar ist
  • l>Diese strukturellen Vorteile waren jedoch an das Fortbestehen und die operative Entwicklung des Projekts geknüpft. Mit dem Rückzug von Leo Lithium aus Goulamina, der Übertragung des wesentlichen Projektinteresses an den Partner und der Vorbereitung der Liquidation entfällt für das Unternehmen selbst die direkte Verfügbarkeit dieser potenziellen Moats, da der zentrale Vermögenswert nicht mehr im gleichen Umfang gehalten wird und kein eigenständiger operativer Betrieb im Lithiumsektor mehr besteht.

Wettbewerber im Lithiumsektor

Leo Lithium konkurrierte in der aktiven Entwicklungsphase des Goulamina-Projekts mit einer Vielzahl globaler Lithiumproduzenten und -entwickler, die teilweise erheblich größer und diversifizierter sind. Zu den relevanten Wettbewerbsgruppen zählten:
  • Integrierte Lithiumkonzerne mit Hartgestein- und Solereserven in Australien, Südamerika, Nordamerika und Afrika
  • Regionale afrikanische Lithiumentwickler, die Projekte in Simbabwe, Namibia oder der Demokratischen Republik Kongo aufbauen
  • Chinesische, australische und internationale Minengesellschaften, die etablierte Spodumen-Minen betreiben und langfristige Lieferbeziehungen zu Chemie- und Batterieherstellern unterhalten
  • l>Für konservative Anleger war besonders relevant, dass Leo Lithium im Wettbewerb um Kapital, technische Dienstleister und Abnehmer mit etablierten Marktführern stand, die über diversifizierte Cashflows, längere Historien und breitere Portfolios verfügten. Im Lithiumsegment herrscht weiterhin eine hohe Preissensitivität: Kostenstruktur und zuverlässige Lieferfähigkeit bleiben entscheidende Faktoren, um sich dauerhaft gegen diese Konkurrenz zu behaupten. Nach dem Ausstieg aus dem Goulamina-Projekt, der Übertragung des Projektinteresses und der Einleitung der Liquidation nimmt Leo Lithium jedoch keine aktive operative Rolle in diesem Wettbewerbsumfeld mehr ein.

Management, Governance und Strategie

Das Management von Leo Lithium bestand aus Branchenexperten mit Hintergrund in Bergbau, Projektentwicklung und Finanzen. Die Unternehmensführung verfolgte zunächst eine Strategie, die klar auf das Hochfahren des Goulamina-Projekts ausgerichtet war und auf drei zentralen Säulen beruhte:
  • Projektumsetzung: termingerechte Fertigstellung der Minen- und Aufbereitungsinfrastruktur, Einhaltung von Budgetvorgaben und Minimierung von Bau- und Inbetriebnahmerisiken
  • Finanzierungsstrategie: Kombination aus Eigenkapital, Fremdkapital und Partnerbeiträgen, um Verwässerung zu begrenzen und dennoch ausreichende Liquidität für Bau, Ramp-up und mögliche Kapazitätserweiterungen sicherzustellen
  • ESG- und Stakeholder-Management: Implementierung von Umwelt- und Sozialstandards, um internationalen Investorenanforderungen zu genügen und lokale Akzeptanz zu sichern
  • l>Corporate Governance war für ein im Rohstoffsektor aktives Unternehmen in einem politisch herausfordernden Land von besonderer Bedeutung. Anleger mussten daher die Unabhängigkeit des Boards, die Transparenz der Berichterstattung, den Umgang mit regulatorischen Auflagen und die Kommunikation mit Aufsichtsbehörden eng verfolgen. Mit den regulatorischen Auseinandersetzungen in Mali, der zeitweisen Handelsaussetzung der Aktie, der späteren Übertragung des Interesses am Goulamina-Projekt und der Ankündigung einer Liquidation verschob sich die strategische Priorität von Leo Lithium jedoch weg von der Projektentwicklung hin zur Lösung der regulatorischen Themen, zur Verhandlung mit den Partnern, zur Abwicklung des Projektexposures und zur Vorbereitung der Auflösung der Gesellschaft. Die ursprüngliche, binäre Strategie, das eine Kernprojekt technisch, finanziell und politisch zu stabilisieren und in Produktion zu bringen, ist damit nicht mehr aktuell.

Branche, Marktumfeld und regionale Besonderheiten

Leo Lithium ist der globalen Lithium- und Batterierohstoffbranche zuzuordnen, einem Sektor mit hoher Volatilität, langer Investitionsdauer und ausgeprägten Zyklen. Die Nachfrage wird vor allem durch den Hochlauf der Elektromobilität, staatliche Klimapolitiken, Subventionen für Elektrofahrzeuge und den Ausbau stationärer Energiespeicher getrieben. Technologische Entwicklungen, etwa alternative Batterietechnologien mit geringerem Lithiumbedarf oder Recyclingfortschritte, können die langfristige Nachfragekurve beeinflussen. Regional war Leo Lithium im Zusammenhang mit Goulamina in Mali aktiv, einem rohstoffreichen westafrikanischen Staat, der sowohl geologische Chancen als auch signifikante politische, institutionelle und Sicherheitsrisiken aufweist. Infrastrukturelle Fragilität, bürokratische Prozesse, Änderungen im Bergbaurecht und sicherheitspolitische Spannungen erforderten ein ausgeprägtes Risiko- und Stakeholder-Management. In den vergangenen Jahren kam es in Mali zu wiederholten politischen Umbrüchen, zu Anpassungen im regulatorischen Umfeld für den Bergbau und zu verstärkten Eingriffen des Staates in strategische Rohstoffprojekte. Diese Faktoren trugen zu den Konflikten rund um das Goulamina-Projekt bei und beeinflussten letztlich den Entscheidungsprozess von Leo Lithium, sich aus dem Projekt zurückzuziehen. Im globalen Wettbewerb um zukünftige Lithiumlieferungen bleibt Mali grundsätzlich eine potenzielle ergänzende Angebotsquelle neben Australien und Südamerika, die konkrete Rolle von Leo Lithium in diesem Kontext ist nach dem Projektverzicht und der Einleitung der Liquidation jedoch weitgehend beendet.

Unternehmensgeschichte und Entwicklungsetappen

Leo Lithium entstand als spezialisierter Lithiumentwickler durch Abspaltung und Fokussierung auf das Goulamina-Projekt, das zuvor in einem anderen Unternehmensverbund gehalten wurde. In den frühen Phasen lag der Schwerpunkt auf Explorationsbohrungen, Ressourcenschätzungen nach internationalen Standards und der Erstellung von Scoping- und Machbarkeitsstudien, um die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projekts zu belegen. Anschließend folgten die Strukturierung von Joint-Venture- und Partnerschaftsmodellen, die Sicherung von Bergbaulizenzen und Genehmigungen sowie die Anbahnung von Offtake-Vereinbarungen mit industriellen Abnehmern. Die Börsennotierung diente vor allem der Kapitalaufnahme für detaillierte technische Studien, Front-End-Engineering, Infrastrukturvorbereitung und anfängliche Bauaktivitäten. Im weiteren Verlauf standen der Ausbau des Managementteams, der Aufbau lokaler Strukturen in Mali und der Dialog mit Regierung und Gemeinden im Vordergrund. Ab 2023 und 2024 traten verstärkt regulatorische und genehmigungsbezogene Konflikte mit staatlichen Stellen in Mali in den Vordergrund, darunter Fragen zu Exportlizenzen und lokalen Beteiligungsanforderungen. Diese Entwicklungen führten zu Verzögerungen, zur Handelsaussetzung der Aktie an der Australian Securities Exchange, zur Vereinbarung, wonach Leo Lithium sein Interesse am Goulamina-Projekt an den Projektpartner überträgt, und in der Folge zur Ankündigung einer geordneten Liquidation der Gesellschaft. Damit befindet sich Leo Lithium nicht mehr in einer Übergangsphase hin zu einem angehenden Produzenten, sondern in einer Phase der Abwicklung seines bisherigen Kernprojekts und der Auflösung der Unternehmensstruktur.

Sonstige Besonderheiten und ESG-Aspekte

Als Lithiumentwickler in einem Schwellenland musste Leo Lithium eine Vielzahl von ESG-Kriterien beachten, um Zugang zu internationalem Kapital und institutionellen Investoren zu erhalten. Zu den projektspezifischen Besonderheiten zählten:
  • Wasser- und Energiemanagement in einer Region mit teils begrenzter Infrastruktur
  • Umgang mit lokalen Gemeinden hinsichtlich Landnutzung, Umsiedlungen und Beschäftigungsmöglichkeiten
  • Sicherheitskonzepte zum Schutz von Mitarbeitern, Anlagen und Lieferketten
  • Compliance mit internationalen Umwelt- und Sozialstandards, wie sie von multilateralen Finanzinstitutionen und großen Rohstoffabnehmern erwartet werden
  • l>Darüber hinaus spielte die geopolitische Einbettung des Projekts eine Rolle: Die wachsende Konkurrenz zwischen verschiedenen Wirtschaftsblöcken um kritische Rohstoffe erhöht den strategischen Wert von Lithiumprojekten, verstärkt aber auch die regulatorische und politische Beobachtung. Im Fall von Leo Lithium zeigten die Eingriffe der malischen Behörden, Nachverhandlungen zu Projektkonditionen und Diskussionen um Exportregelungen, dass ESG- und Governance-Fragen im Zusammenspiel mit staatlichen Interessen eine hohe Komplexität erreichen können. Nach dem Ausstieg aus Goulamina, der Übertragung des Projektinteresses und der Einleitung der Liquidation bestehen diese über das Projekt vermittelten ESG-Chancen und -Risiken für Leo Lithium in dieser Form nicht mehr; die Erfahrungen unterstreichen jedoch, wie stark Projekte in rohstoffreichen Schwellenländern von politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen abhängig sind und wie sensibel Investoren auf entsprechende Entwicklungen reagieren.

Chancen und Risiken aus konservativer Anlegerperspektive

Für konservative Anleger bot Leo Lithium in der aktiven Entwicklungsphase des Goulamina-Projekts ein ausgeprägtes Chancen-Risiko-Profil mit hoher Projekt- und Marktunsicherheit. Auf der Chancen-Seite standen:
  • Exponierung gegenüber einem strukturell wichtigen Batterierohstoff, der für Elektromobilität und Energiespeicher essenziell bleibt
  • Hebel auf eine mögliche Verknappung des Lithiumangebots und auf Preisspitzen bei stark wachsender Nachfrage
  • Skalierbares Großprojekt mit potenziellen Kosten- und Größenvorteilen bei erfolgreicher Umsetzung
  • Möglichkeit, über einen börsennotierten Entwickler Zugang zu einem afrikanischen Lithiumprojekt zu erhalten, ohne direkt in ein rohstoffpolitisch exponiertes Staatsunternehmen investieren zu müssen
  • l>Dem standen jedoch erhebliche Risiken gegenüber:
    • Projekt- und Ausführungsrisiko: Verzögerungen, Kostenüberschreitungen oder technische Probleme beim Minenbau und Ramp-up konnten den wirtschaftlichen Wert massiv beeinträchtigen
    • Politisches und regulatorisches Risiko in Mali, einschließlich Änderungen bei Lizenzbedingungen, Steuerregimen oder lokalen Beteiligungspflichten
    • Marktrisiko: starke Schwankungen des Lithiumpreises, mögliche Überangebote durch konkurrierende Projekte und technologische Substitutionseffekte
    • Finanzierungs- und Verwässerungsrisiko, da die Phase vor Produktionsbeginn häufig wiederholte Kapitalaufnahmen erfordert
    • ESG- und Reputationsrisiken, falls Umweltauflagen, soziale Standards oder Governance-Erwartungen von Investoren nicht erfüllt werden
    • l>Aus Sicht eines konservativen Anlegers handelte es sich bei Leo Lithium um ein spekulatives Engagement in einem frühen Projektstadium mit binärem Charakter. Die Entwicklungen in Mali, die regulatorischen Herausforderungen, der anschließende Ausstieg von Leo Lithium aus dem Goulamina-Projekt, die Übertragung des Projektinteresses und die angekündigte Liquidation der Gesellschaft haben diesen binären Charakter in der Rückschau bestätigt, da das Szenario eines erfolgreichen Übergangs in die Produktion nicht realisiert wurde. Für die aktuelle Einordnung der Gesellschaft sind weniger die früheren Projekterwartungen, sondern vielmehr die verbliebenen Vermögenswerte, Verpflichtungen, offenen regulatorischen Themen und die Abwicklungsschritte im Rahmen der Liquidation maßgeblich, die sich deutlich von der hier beschriebenen ursprünglichen Projektlogik unterscheiden.

Kursdaten

Geld/Brief -   / -  
Spread -
Schluss Vortag 0,2908 €
Gehandelte Stücke 0
Tagesvolumen Vortag -  
Tagestief -  
Tageshoch -  

Leo Lithium Aktie: Fundamentale Kennzahlen (2024)

Umsatz in Mio. 5,54 $
Operatives Ergebnis (EBIT) in Mio. -21,45 $
Jahresüberschuss in Mio. 397,62 $
Umsatz je Aktie -  
Gewinn je Aktie 0,33 $
Gewinnrendite +69,12%
Umsatzrendite +7.174,74%
Return on Investment +67,70%
Marktkapitalisierung in Mio. 203,22 $
KGV (Kurs/Gewinn) 0,51
KBV (Kurs/Buchwert) 0,35
KUV (Kurs/Umsatz) 33,90
Eigenkapitalrendite +69,12%
Eigenkapitalquote +97,95%
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Unternehmensprofil Leo Lithium

Leo Lithium Ltd war ein an der Australian Securities Exchange gelisteter Lithium-Entwickler mit Fokus auf das Goulamina-Lithiumprojekt in Mali, einem der größeren im Aufbau befindlichen Hartgestein-Lithiumvorkommen weltweit. Das Unternehmen agierte in einem kapitalintensiven, rohstoffzyklischen Umfeld, das stark von der Nachfrage nach Lithiumhydroxid und -carbonat für Elektrofahrzeugbatterien sowie Energiespeicher abhängt. Leo Lithium verstand sich als spezialisierter Upstream-Entwickler, der Rohstoffsicherheit für Batterie- und Kathodenhersteller sowie für große Automobilkonzerne liefern sollte. Die Gesellschaft zielte auf eine kostenkompetitive Förderung von Spodumen-Konzentrat ab, um im globalen Lithiumangebot eine strukturelle Rolle einzunehmen, ohne eine integrierte Wertschöpfung bis in die chemische Verarbeitung aufzubauen. Nach regulatorischen Eingriffen in Mali, anhaltenden Genehmigungs- und Exportthemen und einer strategischen Neubewertung des Projekts leitete Leo Lithium den Ausstieg aus dem Projekt ein und übertrug sein Interesse am Goulamina-Projekt an den Joint-Venture-Partner, sodass das Unternehmen seine ursprüngliche strategische Positionierung faktisch verloren hat und sich im Zuge einer geplanten Liquidation in Auflösung befindet.

Geschäftsmodell

Das ursprüngliche Geschäftsmodell von Leo Lithium beruhte auf der Exploration, Erschließung, Entwicklung und dem späteren Betrieb eines einzelnen, großvolumigen Hartgestein-Lithiumvorkommens. Das Unternehmen wollte perspektivisch Umsätze über langfristige Abnahmeverträge (Offtake Agreements) und Spotverkäufe von Spodumen-Konzentrat an Lithiumchemikalien-Produzenten und industrielle Großabnehmer erzielen. Die Wertschöpfungskette sollte beim Verkauf des Konzentrats an Partner enden, die Konvertierungsanlagen in China, Afrika oder anderen Regionen betreiben. Damit fokussierte sich Leo Lithium auf den kapitalintensiven Minenbetrieb, einschließlich Aufbereitung, Logistik und Export über westafrikanische Häfen. Ein wesentlicher Baustein dieses Konzepts war die Einbindung eines größeren strategischen Partners mit technologischem und finanziellem Know-how, der die Umsetzung des Projektes beschleunigen und die Vermarktung des Lithiumkonzentrats stabilisieren sollte. Das Unternehmen setzte auf eine Kombination aus Eigenkapitalfinanzierung, Projektfinanzierung und Partnerkapital, um die Mine in Produktion zu bringen und den Cashflow-Zeitpunkt zu erreichen. Durch den Rückzug aus Goulamina, die Übertragung des Projektinteresses und die eingeleitete Abwicklung befindet sich dieses ursprüngliche Geschäftsmodell jedoch nicht mehr in seiner bisherigen Form im Aufbau, sondern ist de facto beendet; die Gesellschaft ist im Wesentlichen auf Restaufgaben im Zusammenhang mit der Beendigung des Projektexposures und der geplanten Liquidation ausgerichtet.

Mission und Unternehmensausrichtung

Die Mission von Leo Lithium bestand ursprünglich darin, ein verlässlicher, kosteneffizienter und ESG-bewusster Lieferant von Lithium-Rohstoffen für die globale Elektrifizierung und Dekarbonisierung der Mobilität zu sein. Das Management positionierte das Unternehmen als langfristigen Partner für die Batterie- und Automobilindustrie, der Versorgungssicherheit in einem geopolitisch angespannten und angebotsseitig fragilen Marktumfeld gewährleisten sollte. Die strategische Ausrichtung betonte drei Achsen: operative Exzellenz in der Tagebau- und Aufbereitungstechnik, robuste Governance- und Umweltstandards im schwierigen Umfeld eines rohstoffreichen, aber politisch sensiblen Schwellenlandes sowie disziplinierte Kapitalallokation über den gesamten Lithiumpreiszyklus hinweg. Mit dem Ausstieg aus dem Goulamina-Projekt und der Aufgabe des zentralen Vermögenswertes steht diese Mission jedoch zur Disposition; die Unternehmensausrichtung ist nach der Trennung vom Projekt nicht mehr auf den Aufbau eines eigenständigen Lithiumproduzenten in Mali gerichtet, sondern auf die Abwicklung der bisherigen Projektbeteiligung, die Bearbeitung verbleibender Verpflichtungen sowie die Umsetzung der beschlossenen Liquidation.

Produkte und Dienstleistungen

Der Kern des geplanten Produktportfolios war Spodumen-Konzentrat mit hohem Lithiumoxid-Gehalt, das als Vorprodukt zur Herstellung von Lithiumhydroxid und Lithiumcarbonat dient. Das Unternehmen wollte sich auf folgende Bereiche konzentrieren:
  • Produktion von standardisiertem Spodumen-Konzentrat für chemische Verarbeiter
  • Optionale Spezifikationen für unterschiedliche Qualitätsanforderungen in Batterie- und Industriesegmenten
  • Langfristige Lieferverträge mit Abnehmern aus der Batterie- und Chemieindustrie
  • l>Direkte Dienstleistungen wie Engineering, Verarbeitung oder Downstream-Chemie bot Leo Lithium nicht an. Vielmehr positionierte sich die Gesellschaft als spezialisierter, rohstoffnaher Partner, der Logistiklösungen vom Minenstandort bis zum Ausfuhrhafen integrieren und kundenseitig Planbarkeit in Volumen und Spezifikation ermöglichen wollte. Ergänzende Aktivitäten wie Erkundungsbohrungen zur Ressourcenerweiterung, geologische Modellierung und Machbarkeitsstudien waren unterstützende Tätigkeiten im eigenen Konzernverbund und dienten dem Risikomanagement der Reservenbasis. Nach der Übertragung des Interesses am Goulamina-Projekt verfügt Leo Lithium jedoch nicht mehr über ein aktives, eigenes Lithiumprojekt mit entsprechender Produktionsperspektive, sodass diese Produkt- und Dienstleistungsbeschreibung den früheren Planungsstand, nicht aber die aktuelle Situation widerspiegelt; das Unternehmen erbringt derzeit keine eigenständigen Produktions- oder Entwicklungsleistungen im Lithiumsektor mehr.

Business Units und Projektstruktur

Leo Lithium wies im Kern eine projektzentrierte Organisationsstruktur auf, deren Schwerpunkt auf dem Goulamina-Projekt lag. Streng abgegrenzte Business Units wie in diversifizierten Rohstoffkonzernen waren nicht etabliert; stattdessen wurde das Unternehmen de facto von einem einzigen Entwicklungs- und potenziellen Produktionscluster geprägt. Innerhalb dieses Projektclusters ließen sich funktionale Segmente unterscheiden:
  • Projektentwicklung und Engineering: Planung, Bau und Inbetriebnahme der Tagebaumine, Aufbereitungsanlage und Infrastruktur
  • Betrieb und Instandhaltung: geplanter zukünftiger Minenbetrieb, Wartung der Anlagen, Prozessoptimierung
  • Exploration und Resource Development: zusätzliche Bohrkampagnen, Aktualisierung von Ressourcen- und Reservenschätzungen
  • Kommerzielle Abteilung: Offtake-Verhandlungen, Preisstrukturen, Kundenmanagement
  • HSE und Community Relations: Umweltmanagement, Sicherheitsstandards, Stakeholder-Einbindung in Mali
  • l>Die enge Fokussierung auf ein einzelnes Großprojekt verschaffte Transparenz und klare Verantwortlichkeiten, erhöhte jedoch zugleich die Abhängigkeit von der Entwicklung dieses einen Assets. Mit der Beendigung der Beteiligung am Goulamina-Projekt entfällt diese projektzentrierte Struktur in ihrer bisherigen Form; die operative Aktivität von Leo Lithium ist seither deutlich reduziert und primär auf unternehmensbezogene Restaufgaben, die Abwicklung des Projektexposures und Schritte im Rahmen der vorgesehenen Liquidation ausgerichtet.

Alleinstellungsmerkmale und Wettbewerbsposition

Leo Lithium differenzierte sich im Lithiumsektor ursprünglich über die Größenordnung und den Entwicklungsstatus des Goulamina-Projekts sowie über seine Partnerschaftsstruktur. Zu den wesentlichen Differenzierungsfaktoren zählten:
  • Großes Hartgestein-Vorkommen mit industriell relevanter Ressourcengröße, das im internationalen Vergleich zu den größeren in Entwicklung befindlichen Lithiumprojekten zählte
  • Fokus auf Spodumen-Hartgestein statt Sole-Lagerstätten, was eine im Sektor etablierte, technisch erprobte Aufbereitung ermöglicht
  • Potenzial für mehrstufigen Kapazitätsausbau, sodass die Mine theoretisch über mehrere Phasen skaliert werden konnte
  • Kooperationsmodell mit einem größeren industriellen Partner, der technisches Know-how, Marktzugang und Finanzierungskompetenz einbrachte
  • l>In der damaligen Wettbewerbsanalyse war Leo Lithium als aufstrebender Mid-Tier-Entwickler zu verorten, der mit bereits produzierenden Lithiumkonzernen um Kapital und langfristige Abnahmeverträge konkurrierte. Nach dem Ausstieg aus Goulamina, der Übertragung des Projektinteresses und der eingeleiteten Liquidation verfügt Leo Lithium jedoch nicht mehr über diese operative Wettbewerbsposition im globalen Lithiumsektor; das Unternehmen ist aktuell kein aktiver Produzent und auch kein eigenständiger Projektentwickler mit einem vergleichbaren, fortgeschrittenen Lithiumprojekt.

Burggräben und strukturelle Moats

Obwohl klassische Burggräben im Rohstoffsektor begrenzt sind, verfügte Leo Lithium im Zusammenhang mit dem Goulamina-Projekt über einige potenzielle Moats, die im Erfolgsfall hätten wirken können:
  • Ressourcenbasis: Ein zusammenhängendes, großvolumiges Vorkommen bot Skaleneffekte und hätte die Stückkosten pro Tonne Konzentrat im Vergleich zu kleineren Projekten reduzieren können
  • Kapitalintensität und Eintrittsbarrieren: Die hohen Anfangsinvestitionen, komplexe Genehmigungsverfahren und das politische Umfeld in Mali erschwerten neuen Wettbewerbern den Markteintritt
  • Abnahmeverträge und strategische Partnerschaften: Langfristige Offtake-Agreements konnten als quasi-vertraglicher Burggraben wirken, indem sie Absatz und Finanzierung absicherten
  • Technisches Know-how und Projekterfahrung: Der Aufbau einer großskaligen Lithium-Mine in einem frontier market hätte organisationsspezifisches Wissen geschaffen, das schwer imitierbar ist
  • l>Diese strukturellen Vorteile waren jedoch an das Fortbestehen und die operative Entwicklung des Projekts geknüpft. Mit dem Rückzug von Leo Lithium aus Goulamina, der Übertragung des wesentlichen Projektinteresses an den Partner und der Vorbereitung der Liquidation entfällt für das Unternehmen selbst die direkte Verfügbarkeit dieser potenziellen Moats, da der zentrale Vermögenswert nicht mehr im gleichen Umfang gehalten wird und kein eigenständiger operativer Betrieb im Lithiumsektor mehr besteht.

Wettbewerber im Lithiumsektor

Leo Lithium konkurrierte in der aktiven Entwicklungsphase des Goulamina-Projekts mit einer Vielzahl globaler Lithiumproduzenten und -entwickler, die teilweise erheblich größer und diversifizierter sind. Zu den relevanten Wettbewerbsgruppen zählten:
  • Integrierte Lithiumkonzerne mit Hartgestein- und Solereserven in Australien, Südamerika, Nordamerika und Afrika
  • Regionale afrikanische Lithiumentwickler, die Projekte in Simbabwe, Namibia oder der Demokratischen Republik Kongo aufbauen
  • Chinesische, australische und internationale Minengesellschaften, die etablierte Spodumen-Minen betreiben und langfristige Lieferbeziehungen zu Chemie- und Batterieherstellern unterhalten
  • l>Für konservative Anleger war besonders relevant, dass Leo Lithium im Wettbewerb um Kapital, technische Dienstleister und Abnehmer mit etablierten Marktführern stand, die über diversifizierte Cashflows, längere Historien und breitere Portfolios verfügten. Im Lithiumsegment herrscht weiterhin eine hohe Preissensitivität: Kostenstruktur und zuverlässige Lieferfähigkeit bleiben entscheidende Faktoren, um sich dauerhaft gegen diese Konkurrenz zu behaupten. Nach dem Ausstieg aus dem Goulamina-Projekt, der Übertragung des Projektinteresses und der Einleitung der Liquidation nimmt Leo Lithium jedoch keine aktive operative Rolle in diesem Wettbewerbsumfeld mehr ein.

Management, Governance und Strategie

Das Management von Leo Lithium bestand aus Branchenexperten mit Hintergrund in Bergbau, Projektentwicklung und Finanzen. Die Unternehmensführung verfolgte zunächst eine Strategie, die klar auf das Hochfahren des Goulamina-Projekts ausgerichtet war und auf drei zentralen Säulen beruhte:
  • Projektumsetzung: termingerechte Fertigstellung der Minen- und Aufbereitungsinfrastruktur, Einhaltung von Budgetvorgaben und Minimierung von Bau- und Inbetriebnahmerisiken
  • Finanzierungsstrategie: Kombination aus Eigenkapital, Fremdkapital und Partnerbeiträgen, um Verwässerung zu begrenzen und dennoch ausreichende Liquidität für Bau, Ramp-up und mögliche Kapazitätserweiterungen sicherzustellen
  • ESG- und Stakeholder-Management: Implementierung von Umwelt- und Sozialstandards, um internationalen Investorenanforderungen zu genügen und lokale Akzeptanz zu sichern
  • l>Corporate Governance war für ein im Rohstoffsektor aktives Unternehmen in einem politisch herausfordernden Land von besonderer Bedeutung. Anleger mussten daher die Unabhängigkeit des Boards, die Transparenz der Berichterstattung, den Umgang mit regulatorischen Auflagen und die Kommunikation mit Aufsichtsbehörden eng verfolgen. Mit den regulatorischen Auseinandersetzungen in Mali, der zeitweisen Handelsaussetzung der Aktie, der späteren Übertragung des Interesses am Goulamina-Projekt und der Ankündigung einer Liquidation verschob sich die strategische Priorität von Leo Lithium jedoch weg von der Projektentwicklung hin zur Lösung der regulatorischen Themen, zur Verhandlung mit den Partnern, zur Abwicklung des Projektexposures und zur Vorbereitung der Auflösung der Gesellschaft. Die ursprüngliche, binäre Strategie, das eine Kernprojekt technisch, finanziell und politisch zu stabilisieren und in Produktion zu bringen, ist damit nicht mehr aktuell.

Branche, Marktumfeld und regionale Besonderheiten

Leo Lithium ist der globalen Lithium- und Batterierohstoffbranche zuzuordnen, einem Sektor mit hoher Volatilität, langer Investitionsdauer und ausgeprägten Zyklen. Die Nachfrage wird vor allem durch den Hochlauf der Elektromobilität, staatliche Klimapolitiken, Subventionen für Elektrofahrzeuge und den Ausbau stationärer Energiespeicher getrieben. Technologische Entwicklungen, etwa alternative Batterietechnologien mit geringerem Lithiumbedarf oder Recyclingfortschritte, können die langfristige Nachfragekurve beeinflussen. Regional war Leo Lithium im Zusammenhang mit Goulamina in Mali aktiv, einem rohstoffreichen westafrikanischen Staat, der sowohl geologische Chancen als auch signifikante politische, institutionelle und Sicherheitsrisiken aufweist. Infrastrukturelle Fragilität, bürokratische Prozesse, Änderungen im Bergbaurecht und sicherheitspolitische Spannungen erforderten ein ausgeprägtes Risiko- und Stakeholder-Management. In den vergangenen Jahren kam es in Mali zu wiederholten politischen Umbrüchen, zu Anpassungen im regulatorischen Umfeld für den Bergbau und zu verstärkten Eingriffen des Staates in strategische Rohstoffprojekte. Diese Faktoren trugen zu den Konflikten rund um das Goulamina-Projekt bei und beeinflussten letztlich den Entscheidungsprozess von Leo Lithium, sich aus dem Projekt zurückzuziehen. Im globalen Wettbewerb um zukünftige Lithiumlieferungen bleibt Mali grundsätzlich eine potenzielle ergänzende Angebotsquelle neben Australien und Südamerika, die konkrete Rolle von Leo Lithium in diesem Kontext ist nach dem Projektverzicht und der Einleitung der Liquidation jedoch weitgehend beendet.

Unternehmensgeschichte und Entwicklungsetappen

Leo Lithium entstand als spezialisierter Lithiumentwickler durch Abspaltung und Fokussierung auf das Goulamina-Projekt, das zuvor in einem anderen Unternehmensverbund gehalten wurde. In den frühen Phasen lag der Schwerpunkt auf Explorationsbohrungen, Ressourcenschätzungen nach internationalen Standards und der Erstellung von Scoping- und Machbarkeitsstudien, um die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projekts zu belegen. Anschließend folgten die Strukturierung von Joint-Venture- und Partnerschaftsmodellen, die Sicherung von Bergbaulizenzen und Genehmigungen sowie die Anbahnung von Offtake-Vereinbarungen mit industriellen Abnehmern. Die Börsennotierung diente vor allem der Kapitalaufnahme für detaillierte technische Studien, Front-End-Engineering, Infrastrukturvorbereitung und anfängliche Bauaktivitäten. Im weiteren Verlauf standen der Ausbau des Managementteams, der Aufbau lokaler Strukturen in Mali und der Dialog mit Regierung und Gemeinden im Vordergrund. Ab 2023 und 2024 traten verstärkt regulatorische und genehmigungsbezogene Konflikte mit staatlichen Stellen in Mali in den Vordergrund, darunter Fragen zu Exportlizenzen und lokalen Beteiligungsanforderungen. Diese Entwicklungen führten zu Verzögerungen, zur Handelsaussetzung der Aktie an der Australian Securities Exchange, zur Vereinbarung, wonach Leo Lithium sein Interesse am Goulamina-Projekt an den Projektpartner überträgt, und in der Folge zur Ankündigung einer geordneten Liquidation der Gesellschaft. Damit befindet sich Leo Lithium nicht mehr in einer Übergangsphase hin zu einem angehenden Produzenten, sondern in einer Phase der Abwicklung seines bisherigen Kernprojekts und der Auflösung der Unternehmensstruktur.

Sonstige Besonderheiten und ESG-Aspekte

Als Lithiumentwickler in einem Schwellenland musste Leo Lithium eine Vielzahl von ESG-Kriterien beachten, um Zugang zu internationalem Kapital und institutionellen Investoren zu erhalten. Zu den projektspezifischen Besonderheiten zählten:
  • Wasser- und Energiemanagement in einer Region mit teils begrenzter Infrastruktur
  • Umgang mit lokalen Gemeinden hinsichtlich Landnutzung, Umsiedlungen und Beschäftigungsmöglichkeiten
  • Sicherheitskonzepte zum Schutz von Mitarbeitern, Anlagen und Lieferketten
  • Compliance mit internationalen Umwelt- und Sozialstandards, wie sie von multilateralen Finanzinstitutionen und großen Rohstoffabnehmern erwartet werden
  • l>Darüber hinaus spielte die geopolitische Einbettung des Projekts eine Rolle: Die wachsende Konkurrenz zwischen verschiedenen Wirtschaftsblöcken um kritische Rohstoffe erhöht den strategischen Wert von Lithiumprojekten, verstärkt aber auch die regulatorische und politische Beobachtung. Im Fall von Leo Lithium zeigten die Eingriffe der malischen Behörden, Nachverhandlungen zu Projektkonditionen und Diskussionen um Exportregelungen, dass ESG- und Governance-Fragen im Zusammenspiel mit staatlichen Interessen eine hohe Komplexität erreichen können. Nach dem Ausstieg aus Goulamina, der Übertragung des Projektinteresses und der Einleitung der Liquidation bestehen diese über das Projekt vermittelten ESG-Chancen und -Risiken für Leo Lithium in dieser Form nicht mehr; die Erfahrungen unterstreichen jedoch, wie stark Projekte in rohstoffreichen Schwellenländern von politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen abhängig sind und wie sensibel Investoren auf entsprechende Entwicklungen reagieren.

Chancen und Risiken aus konservativer Anlegerperspektive

Für konservative Anleger bot Leo Lithium in der aktiven Entwicklungsphase des Goulamina-Projekts ein ausgeprägtes Chancen-Risiko-Profil mit hoher Projekt- und Marktunsicherheit. Auf der Chancen-Seite standen:
  • Exponierung gegenüber einem strukturell wichtigen Batterierohstoff, der für Elektromobilität und Energiespeicher essenziell bleibt
  • Hebel auf eine mögliche Verknappung des Lithiumangebots und auf Preisspitzen bei stark wachsender Nachfrage
  • Skalierbares Großprojekt mit potenziellen Kosten- und Größenvorteilen bei erfolgreicher Umsetzung
  • Möglichkeit, über einen börsennotierten Entwickler Zugang zu einem afrikanischen Lithiumprojekt zu erhalten, ohne direkt in ein rohstoffpolitisch exponiertes Staatsunternehmen investieren zu müssen
  • l>Dem standen jedoch erhebliche Risiken gegenüber:
    • Projekt- und Ausführungsrisiko: Verzögerungen, Kostenüberschreitungen oder technische Probleme beim Minenbau und Ramp-up konnten den wirtschaftlichen Wert massiv beeinträchtigen
    • Politisches und regulatorisches Risiko in Mali, einschließlich Änderungen bei Lizenzbedingungen, Steuerregimen oder lokalen Beteiligungspflichten
    • Marktrisiko: starke Schwankungen des Lithiumpreises, mögliche Überangebote durch konkurrierende Projekte und technologische Substitutionseffekte
    • Finanzierungs- und Verwässerungsrisiko, da die Phase vor Produktionsbeginn häufig wiederholte Kapitalaufnahmen erfordert
    • ESG- und Reputationsrisiken, falls Umweltauflagen, soziale Standards oder Governance-Erwartungen von Investoren nicht erfüllt werden
    • l>Aus Sicht eines konservativen Anlegers handelte es sich bei Leo Lithium um ein spekulatives Engagement in einem frühen Projektstadium mit binärem Charakter. Die Entwicklungen in Mali, die regulatorischen Herausforderungen, der anschließende Ausstieg von Leo Lithium aus dem Goulamina-Projekt, die Übertragung des Projektinteresses und die angekündigte Liquidation der Gesellschaft haben diesen binären Charakter in der Rückschau bestätigt, da das Szenario eines erfolgreichen Übergangs in die Produktion nicht realisiert wurde. Für die aktuelle Einordnung der Gesellschaft sind weniger die früheren Projekterwartungen, sondern vielmehr die verbliebenen Vermögenswerte, Verpflichtungen, offenen regulatorischen Themen und die Abwicklungsschritte im Rahmen der Liquidation maßgeblich, die sich deutlich von der hier beschriebenen ursprünglichen Projektlogik unterscheiden.
Stand: Juni 2026
Hinweis

Leo Lithium Prognose 2026: Einstufung & Empfehlung von Analysten

Leo Lithium Kursziel 2026

  • Die Leo Lithium Kurs Performance für 2026 liegt bei -.

Stammdaten

Marktkapitalisierung 348,96 Mio. €
Aktienanzahl 1,20 Mrd.
Streubesitz 69,46%
Währung EUR
Land Australien
Sektor Grundstoffe
Branche Metalle u. Bergbau
Aktientyp Stammaktie

Aktionärsstruktur

+30,54% Weitere
+69,46% Streubesitz

Community-Beiträge zu Leo Lithium

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lapislazuli63
schon wieder ausgesetzt !
Hat jemand eine Information ?
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lapislazuli63
sind die nicht mehr handelbar ?
Hoffentlich nicht so wie vele der CA Buden aus Kan.....da
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alessio
Request for Extension of Voluntary Suspension
Request for Extension of Voluntary Suspension https://stocknessmonster.com/announcements/lll.asx-6A1160183/
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alessio
Trading Halt
https://stocknessmonster.com/announcements/lll.asx-6A1158790/
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Häufig gestellte Fragen zur Leo Lithium Aktie und zum Leo Lithium Kurs

Der aktuelle Kurs der Leo Lithium Aktie liegt bei 0,2908 €.

Für 1.000€ kann man sich 3.438,79 Leo Lithium Aktien kaufen.

Das Tickersymbol der Leo Lithium Aktie lautet LLLAF.

Die Marktkapitalisierung beträgt 348,96 Mio. €

Leo Lithium hat seinen Hauptsitz in Australien.

Leo Lithium gehört zum Sektor Metalle u. Bergbau.

Das KGV der Leo Lithium Aktie beträgt 0,51.

Der Jahresumsatz des Geschäftsjahres 2024 von Leo Lithium betrug 5.542.000 AUD.

Nein, Leo Lithium zahlt keine Dividenden.