KASSEL (dpa-AFX) - Der Kalidünger-Hersteller K+S wird nach deutlichen Zuwächsen im zweiten Quartal optimistischer für das Jahr 2026. "Im zweiten Quartal war die Nachfrage nach Kali hoch. Die Preise entwickelten sich positiv und wir konnten mehr produzieren als im Vorjahr", sagte Konzernchef Christian Meyer in einer am Mittwoch auf der K+S Homepage veröffentlichten Video-Botschaft. An der Börse kam das gut an, Anleger griffen bei den Aktien zu.
Für dich zusammengefasst:
K+S hebt Gewinnziel für 2026 auf 680-760 Millionen Euro an.
Im zweiten Quartal stieg das Ebitda um 60 Prozent.
Unternehmensumbau Werra 2060 sichert Produktion bis 2060.
Für 2026 peilt Meyer nun ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zwischen 680 und 760 Millionen Euro an, nachdem bisher ein Anstieg auf 630 bis 730 Millionen Euro im Plan gestanden hatte. Analysten hatten aufgrund robuster Kali-Preise im Durchschnitt bereits einen Wert am oberen Ende der alten Zielspanne auf dem Zettel. Dabei werde für den Mittelpunkt der Spanne unterstellt, dass das zur Jahresmitte erreichte Kali-Preisniveau im Durchschnitt des zweiten Halbjahres in etwa stabil bleibt.
Der um Sondereffekte bereinigte freie Finanzmittelfluss (FCF) soll nun im mittleren bis höheren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich herauskommen, statt lediglich mindestens ausgeglichen zu sein.
Am oberen Ende der neuen Gewinnzielspanne berücksichtigt K+S einen fortgesetzten Anstieg der Kali-Preise in Übersee, während am unteren Ende neben möglichen Branchenproblemen infolge des Iran-Krieges auch Folgen der aktuellen Trockenheit in Deutschland einberechnet werden. So könnten Niedrigwasser und hohe Temperaturen in der Ulster und der Werra das Kühlwassermanagement im Werra-Werk schwieriger machen, erklärt das Unternehmen in eine Präsentation für Analysten.
Wegen wetterbedingter Sorgen habe es unter Investoren denn auch Zweifel gegeben, ob K+S den Gewinnausblick deutlich anheben könne, schrieb Analystin Angelina Glazova von der Bank JPMorgan in einer ersten Reaktion. Daher sollten die überraschend gute Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal sowie der neue Ausblick dem Aktienkurs durchaus Rückenwind verleihen.
An der Börse legte der Aktienkurs am Mittwochvormittag um 1,8 Prozent auf 14,76 Euro zu. 2026 steht damit mittlerweile ein Kursplus von fast einem Fünftel zu Buche.
Im abgelaufenen zweiten Quartal steigerte K+S bei einem Umsatzwachstum um 12 Prozent auf 978 Millionen Euro das Ebitda im Jahresvergleich um 60 Prozent auf 176 Millionen Euro. Damit schnitten die Nordhessen mit dem Gewinn besser ab als von Analysten erwartet, während der bereinigte freie Finanzmittelzufluss schwächer als gedacht ausfiel. Hier stehen nach dem ersten Halbjahr 101 Millionen Euro in den Büchern.
Gleichzeitig treibt das Management den Unternehmensumbau voran. Im Rahmen des Projekts Werra 2060 begannen jüngst am Fabrikstandort Wintershall Umbauarbeiten. Werra 2060 soll die Produktion des Konzerns im hessisch-thüringischen Grenzgebiet bis 2060 sichern. Mit dem schon länger laufenden, insgesamt rund 600 Millionen Euro teuren Umbau, will K+S zudem den CO2-Ausstoß und die Abwässer deutlich senken. Auch der Bedarf an Kühlwasser wird stark reduziert.
Durch das Projekt würden daher auch Niedrigwasserrisiken - wie sie am unteren Ende der aktuellen Gewinnprognose für 2026 berücksichtigt werden - bis 2028 beseitigt, hieß es vom Unternehmen am Mittwoch.
Die Kapazitätserweiterung im noch jungen kanadischen Werk Bethune kommt planmäßig voran, wie es vom Unternehmen zur Wochenmitte weiter hieß. Im ersten Halbjahr sei vor allem in den Bau einer Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage sowie in die kontinuierliche Weiterentwicklung der dortigen Kavernen investiert worden.
Anfang Juni hatte K+S zudem die Übernahme von zwei Salzstandorten des polnischen Chemieunternehmens Qemetica in Sachsen-Anhalt und in Polen für 350 bis 380 Millionen Euro angekündigt. Der Abschluss ist für das erste Quartal 2027 geplant. Auch zur Finanzierung des Kaufs platzierte K+S am 9. Juni eine Wandelanleihe im Volumen von 320 Millionen Euro.
Durch den Zukauf sieht K+S Potenzial für zusätzliches Wachstum in Mittel- und Osteuropa. Der Schwerpunkt der beiden Standorte liegt in der Herstellung von Salzspezialitäten zur Wasserenthärtung sowie für die Lebensmittelindustrie. Im vergangenen Jahr hatte die Qemetica-Salzsparte einen Umsatz von rund 125 Millionen Euro sowie ein operatives Ergebnis (Ebitda) von knapp 50 Millionen Euro erzielt./mis/mne/stk
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