Corestate Capital Holding SA

Aktie
0,24 €
-0,005 €
-2,04%
19:14:24 Uhr
Depot/Watchlist
Marktkapitalisierung *
45,11 Mio. €
Streubesitz
99,95%
KGV
-
Corestate Capital Holding Aktie Chart

Corestate Capital Unternehmensbeschreibung

Corestate Capital Holding S.A. mit rechtlichem Sitz in Luxemburg agiert als paneuropäischer Investmentmanager und Servicer für Immobilien- und Real-Asset-Anlagen, befindet sich aber seit 2023/2024 in einer grundlegenden finanziellen Restrukturierung. Das Unternehmen adressierte vor allem professionelle und semiprofessionelle Investoren, darunter Versicherungen, Versorgungseinrichtungen, Kreditinstitute, Family Offices und vermögende Privatkunden. Im Fokus standen strukturierte Immobilieninvestments, alternative Kreditlösungen und integrierte Asset-Management-Dienstleistungen mit Schwerpunkt auf dem deutschsprachigen und westeuropäischen Markt. Nach Jahren des schnellen Wachstums geriet Corestate in eine tiefgreifende Restrukturierungs- und Entschuldungsphase, ausgelöst durch Marktumbruch, regulatorische Verschärfungen, projektbezogene Belastungen und eine angespannte Finanzlage. In Deutschland und Luxemburg wurden gerichtliche Sanierungs- und Restrukturierungsverfahren eingeleitet, die auch zu erheblichen Eingriffen in die Kapitalstruktur führten. Die Gruppe bewegt sich damit in einem Spannungsfeld aus hohem Restrukturierungsbedarf, reputationskritischer Transparenzanforderung und einem strukturell weiter relevanten, derzeit jedoch zyklisch belasteten Markt für institutionelle Immobilien- und Debt-Lösungen.

Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell von Corestate basiert grundsätzlich auf der Kombination aus Investmentmanagement, Asset Management, Real-Estate-Services und Kreditplattformen. Im Kern strukturierte die Gruppe Immobilienfonds, Club-Deals und maßgeschneiderte Investmentvehikel für institutionelle Investoren, übernahm das laufende Portfolio- und Asset Management und ergänzte dies um Finanzierungslösungen über spezialisierte Debt-Plattformen. Ertragsseitig generierte Corestate vor allem wiederkehrende Management- und Servicing Fees, performanceabhängige Erfolgsbeteiligungen sowie Gebühren für Strukturierung, Transaktionsberatung und Portfoliooptimierung. Der Ansatz zielte auf eine weitgehende Kapitalleichtheit des Geschäfts: Corestate verstand sich überwiegend als Manager von Drittmitteln statt als Balance-Sheet-Investor. In der Praxis war das Geschäftsmodell jedoch in der Vergangenheit teilweise durch Eigenengagements, Co-Investments und kreditfinanzierte Strukturen überlagert, was in Stressphasen zu erhöhter Bilanz- und Refinanzierungsanfälligkeit führte. Das Modell ist stark zyklisch, da Transaktionsvolumen, Bewertungsniveaus und Finanzierungsbedingungen im Immobiliensektor wesentlich über die Höhe variabler Vergütungsbestandteile und den Kapitalzufluss neuer Mandate entscheiden. Im Zuge der Restrukturierung wurden Asset-Bestände, Beteiligungen und Plattformteile veräußert oder neu geordnet, sodass Umfang und konkrete Ausgestaltung des Geschäftsmodells derzeit im Wandel sind und nur anhand der jeweils aktuellsten Unternehmensveröffentlichungen belastbar zu beurteilen sind.

Mission und strategische Leitlinien

Die kommunizierte Mission von Corestate bestand darin, institutionellen Anlegern Zugang zu integrierten, renditeorientierten und regulatorisch konformen Immobilien- und Real-Asset-Lösungen zu bieten. Im Mittelpunkt standen stabile laufende Erträge, maßgeschneiderte Strukturen sowie eine enge Verzahnung von Equity- und Debt-Produkten. Strategisch strebte das Unternehmen einen Wandel von einem stark akquisitionsgetriebenen Wachstumsmodell hin zu einem stärker risikoaversen, cashflow-orientierten Plattformansatz an. Dazu zählten eine Verschlankung der Konzernstruktur, die Fokussierung auf margenstärkere Kernsegmente sowie der Abbau komplexer, bilanzintensiver Altpositionen. Diese Linie wurde im Zuge der Sanierung noch verstärkt, da die Sicherung der finanziellen Stabilität und die Anpassung des Geschäftsmodells an ein deutlich schwierigeres Marktumfeld Priorität erhielten. Die Mission schließt eine höhere Transparenz, verbesserte Governance und die Stärkung des Vertrauens institutioneller Kunden ein, nachdem frühere Krisenphasen und die jüngsten Restrukturierungsfälle zu Irritationen bei Investoren und Finanzierungspartnern führten.

Produkte und Dienstleistungen

Corestate bot ein breites Spektrum an Produkten und Dienstleistungen entlang der Immobilien-Wertschöpfungskette und des alternativen Kreditmarktes an. Im Immobilienbereich zählten dazu unter anderem offene und geschlossene Spezialfonds, Club-Deals, Individualmandate, separate Accounts und maßgeschneiderte Vehikel für Versicherungen und Pensionskassen. Im Fokus standen Nutzungsarten wie Wohnimmobilien, Studentenwohnen, Micro-Living, Büro- und Logistikimmobilien sowie ausgewählte Nischensegmente. Ergänzend dazu betrieb Corestate Plattformen für Mezzanine-Finanzierungen, Whole-Loan-Strukturen und andere alternative Kreditlösungen für Projektentwickler und Bestandshalter. Die Servicepalette umfasste Origination, Strukturierung, Due Diligence, Portfolio- und Asset Management, Property Management in Kooperation mit Partnern, Debt Servicing sowie Restrukturierungs- und Workout-Dienstleistungen für notleidende Engagements. Durch diese Kombination positionierte sich Corestate als integrierter Anbieter, der Investoren von der Produktkonzeption über den Ankauf bis zur laufenden Bewirtschaftung und Veräußerung begleitete. Im Zuge der laufenden Sanierung und Portfoliobereinigung kann sich das Spektrum der Produkte und Dienstleistungen jedoch verändern, da nichtstrategische oder wirtschaftlich schwache Aktivitäten reduziert oder veräußert werden.

Geschäftsbereiche und Plattformstruktur

Historisch gliederte Corestate seine Aktivitäten in mehrere Business Units, die Investmentlösungen und Dienstleistungen bündelten. Typischerweise ließen sich drei Kernbereiche unterscheiden: Erstens die Einheit für Real Estate Equity Investments, welche Fonds, Club-Deals und individuelle Mandate für institutionelle Investoren verantwortete und sich auf Sourcing, Akquisition, Strukturierung und laufendes Asset Management konzentrierte. Zweitens die Debt-Plattformen, über die Mezzanine-Kapital, Whole-Loans und andere strukturierte Finanzierungen für Immobilienprojekte bereitgestellt und verwaltet wurden. Drittens der Bereich Real-Estate-Services, der operative Leistungen wie Projektentwicklung, technische Beratung, Transaktionsmanagement und in Teilen Property-Management-nahe Funktionen umfasste. Im Zuge der Restrukturierung wurden einzelne Beteiligungen veräußert, Portfolios abgewickelt oder neu ausgerichtet, sodass die aktuelle Segmentberichterstattung stärker auf Kernplattformen, die Sicherung der Zahlungsfähigkeit und die Stabilisierung wiederkehrender Fee-Erlöse ausgerichtet ist. Detaillierte, tagesaktuelle Segmentabgrenzungen können sich im Rahmen der laufenden Sanierungsmaßnahmen verändern und sollten anhand der jeweils jüngsten Unternehmensveröffentlichungen und gerichtlichen Restrukturierungsunterlagen geprüft werden.

Alleinstellungsmerkmale und Burggräben

Corestate verfügte in seiner Wachstumsphase über mehrere potenzielle Alleinstellungsmerkmale. Dazu zählten eine starke Präsenz in spezifischen Nischen wie Studentenwohnen und Micro-Living, eine frühe Positionierung im Bereich strukturierter Mezzanine-Finanzierungen für Projektentwickler sowie die Integration von Investmentmanagement und Real-Estate-Services unter einem Dach. Theoretische Burggräben resultierten aus langjährigen Beziehungen zu institutionellen Kunden, Zugang zu Off-Market-Transaktionen in Kernmärkten und einer spezialisierten Debt-Origination. Allerdings haben Marktumbruch, Bilanzprobleme, gerichtliche Restrukturierungsverfahren und Portfolioanpassungen diese Wettbewerbsvorteile geschwächt. Der tatsächliche Moat ist derzeit begrenzt und hängt stark von der Fähigkeit ab, Kundenvertrauen zurückzugewinnen, Performance-Historien zu stabilisieren und die Plattform klar von Wettbewerbern im europäischen Real-Asset-Segment zu differenzieren. Strukturell bleibt der Markt für spezialisierte Immobilien-Investmentlösungen relevant, doch Eintrittsbarrieren sind im Vergleich zu stärker regulierten Segmenten wie großen Versicherungs-Asset-Managern oder international etablierten Investmenthäusern überschaubar, zumal das Marktumfeld derzeit von Zurückhaltung und selektiver Kapitalallokation geprägt ist.

Wettbewerbsumfeld

Corestate steht im Wettbewerb mit einer Vielzahl von nationalen und internationalen Immobilien- und Asset-Managern. Im deutschsprachigen Raum konkurrierte das Unternehmen mit großen Immobilien-Spezialisten, Kapitalverwaltungsgesellschaften von Banken und Versicherern sowie unabhängigen Asset-Managern. Auf europäischer Ebene zählen globale Investmenthäuser, Private-Equity-Gesellschaften und alternative Kreditfonds zu den relevanten Wettbewerbern im Segment institutioneller Immobilien- und Debt-Produkte. Speziell im Bereich Mezzanine-Finanzierungen stehen spezialisierte Debt-Fonds, Kreditfonds internationaler Asset-Manager und zunehmend auch Banken mit hybriden Strukturen in Konkurrenz. Der Wettbewerb zeichnet sich durch hohen Preisdruck bei Management Fees, steigende Anforderungen an regulatorische Compliance, ESG-Integration und Reporting sowie einen Trend zu größeren Plattformen mit breiter Produktpalette aus. Für eine mittelgroße, restrukturierende Gruppe wie Corestate erschwert dies die Skalierung zusätzlich, da Investoren häufig Plattformen mit hoher Stabilität, belastbarer Performance-Historie, klarer Governance-Struktur und starker Sponsor-Unterstützung bevorzugen und angesichts der jüngsten Krisenfälle verstärkt auf Risikominimierung achten.

Management und Strategie

Die Führung von Corestate war in den vergangenen Jahren von personellen Veränderungen geprägt, was die Wahrnehmung bei Investoren zusätzlich belastete. Das Management steht vor der Aufgabe, die Kapitalstruktur zu stabilisieren, das operative Geschäft zu fokussieren und verlorenes Vertrauen bei Kunden, Kreditgebern und Kapitalmarktteilnehmern zurückzugewinnen. Strategisch dominieren derzeit drei Schwerpunkte: Erstens der konsequente Schuldenabbau und die Bereinigung komplexer, bilanzbelastender Strukturen, um die Zins- und Refinanzierungsrisiken zu reduzieren und die im Rahmen der gerichtlichen Verfahren vereinbarten Maßnahmen umzusetzen. Zweitens die Konzentration auf renditestarke Kernbereiche mit klarer Nachfrage institutioneller Investoren, insbesondere in regulierten Immobilienvehikeln und ausgewählten Debt-Plattformen, soweit diese wirtschaftlich tragfähig fortgeführt werden können. Drittens der Ausbau von Governance-, Risiko- und Compliance-Strukturen, um den Anforderungen institutioneller Investoren und Aufsichtsbehörden zu entsprechen und aus den vorangegangenen Krisenphasen zu lernen. Der Erfolg dieser Strategie hängt maßgeblich von der operativen Umsetzungsqualität, der Verlässlichkeit der Kommunikation, der Umsetzung der Restrukturierungspläne und der Fähigkeit des Managements ab, in einem schwierigen Marktumfeld nachhaltige Partnerschaften mit langfristig orientierten Investoren zu etablieren.

Branchen- und Regionenfokus

Corestate war überwiegend in der europäischen Immobilien- und Real-Asset-Branche tätig, mit einem deutlichen Schwerpunkt auf dem deutschsprachigen Raum. Die zugrunde liegenden Märkte sind seit der Zinswende durch Bewertungsanpassungen, strengere Finanzierungskonditionen, zurückhaltendere Banken und ein reduziertes Transaktionsvolumen geprägt. In Kernsegmenten wie Wohn- und Logistikimmobilien bleibt die strukturelle Nachfrage mittel- bis langfristig intakt, kurz- bis mittelfristig überwiegen jedoch Transaktionszurückhaltung, Abwertungstendenzen und höhere Finanzierungskosten. Für Investment- und Asset-Manager bedeutet dies einerseits Chancen durch Distressed-Situationen und Rekapitalisierungsbedarf, andererseits Margendruck, längere Platzierungszeiträume und erhöhte Anforderungen an Risikomanagement und ESG-Compliance. Regional konzentrierte sich Corestate auf wirtschaftlich starke Ballungsräume mit ausgeprägter Mietnachfrage und funktionierenden Kapitalmärkten. Gleichzeitig ist die Abhängigkeit vom zyklischen europäischen Immobilien- und Kreditzyklus hoch, was in Phasen steigender Zinsen, strengerer Bankenregulierung und politischer Unsicherheiten zu volatileren Geschäftsvolumina führt und die Notwendigkeit zur flexiblen Anpassung der Plattform verstärkt.

Unternehmensgeschichte und Entwicklung

Corestate entstand als spezialisierter Immobilieninvestor und entwickelte sich im Laufe der Jahre über Akquisitionen und organisches Wachstum zu einer diversifizierten Plattform für Immobilien- und Real-Asset-Investments. Der Expansionskurs umfasste die Übernahme verschiedener Asset-Manager, Servicegesellschaften und Debt-Plattformen, wodurch die Gruppe ihre Produktpalette verbreiterte und geografisch expandierte. Diese Wachstumsstrategie war stark fremdfinanziert und von ambitionierten Renditeerwartungen geprägt. Mit der Zinswende, Marktverwerfungen und projektspezifischen Problemen traten die Risiken dieser Expansion deutlicher zutage. In der Folge kam es zu erheblichen bilanziellen Belastungen, Restrukturierungsverhandlungen, Abschreibungen, Kapitalmaßnahmen und einem tiefgreifenden Umbau der Konzernstruktur. In Deutschland und Luxemburg wurden Sanierungs- und Restrukturierungsverfahren aufgesetzt, um Verbindlichkeiten anzupassen und die Fortführung wesentlicher Unternehmensteile zu ermöglichen. Die Unternehmensgeschichte ist damit ein Beispiel für die Chancen und Risiken eines raschen Plattformausbaus im alternativen Investmentbereich und für die Anfälligkeit fremdfinanzierter Wachstumsmodelle in Phasen abrupt veränderter Kapitalmarktbedingungen. Heute steht Corestate an einem Wendepunkt, an dem Stabilisierung, Konsolidierung und Risikoreduktion Vorrang vor Wachstum um jeden Preis haben und die künftige Ausgestaltung der Plattform wesentlich von der erfolgreichen Umsetzung der eingeleiteten Sanierungsschritte abhängt.

Besonderheiten und strukturelle Faktoren

Eine Besonderheit von Corestate ist die Kombination aus luxemburgischer Holding-Struktur und operativen Einheiten in mehreren europäischen Ländern, insbesondere im deutschsprachigen Raum. Diese Konstellation bietet zwar steuerliche und regulatorische Gestaltungsspielräume, erhöht jedoch die Komplexität in Bezug auf Aufsicht, Rechnungslegung und Corporate Governance. Hinzu kommt der Fokus auf alternative Investmentstrukturen, die häufig in spezialisierten Vehikeln mit spezifischen regulatorischen Anforderungen aufgelegt werden. Für Investoren bedeutet dies potenziell attraktive, aber auch komplexe und erklärungsbedürftige Produkte. Die Vergangenheit zeigte, dass schnelle Expansion, heterogene Plattformakquisitionen und hohe Bilanzhebel die Transparenz und Steuerbarkeit einschränken können. Ein weiterer struktureller Faktor ist die Abhängigkeit von institutionellen Kapitalzuflüssen, die ihrerseits stark von Zinsniveau, regulatorischem Umfeld, Solvency-II-Rahmenbedingungen, Immobilienzyklus und der Risikobereitschaft von Versicherungen und Pensionskassen beeinflusst werden. Im aktuellen Umfeld erschweren höhere Zinsen, strengere Bankenregulierung und eine generell vorsichtigere Allokation in Immobilienrisiken die Kapitalbeschaffung zusätzlich. Die Fähigkeit, diese Rahmenbedingungen aktiv zu managen, Produkte entsprechend anzupassen und die eigene Kapitalstruktur robust zu halten, ist für die langfristige Überlebensfähigkeit des Geschäftsmodells entscheidend.

Chancen und Risiken für konservative Anleger

Für konservative Anleger ist ein mögliches Engagement in Corestate mit einem ausgeprägten Chancen-Risiko-Profil verbunden. Auf der Chancen-Seite stehen: Erstens das langfristige Potenzial des Marktes für institutionelle Immobilien- und Real-Asset-Investments, insbesondere im Bereich regulierter Spezialfonds und alternativer Kreditlösungen, sofern sich Zinsumfeld und Transaktionsmärkte perspektivisch stabilisieren. Zweitens die Möglichkeit, von einer erfolgreichen Restrukturierung und einer Normalisierung der Kapitalstruktur zu profitieren, sofern es dem Management gelingt, Kostenbasis, Verschuldung und Geschäftsrisiken nachhaltig zu reduzieren und die im Rahmen der Sanierungsverfahren vereinbarten Maßnahmen umzusetzen. Drittens der Zugang zu einer Plattform mit Erfahrung in Nischensegmenten wie Micro-Living und Mezzanine-Finanzierungen, die bei Markterholung wieder attraktive Ertragspotenziale bieten kann. Dem stehen erhebliche Risiken gegenüber: Die hohe Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung des europäischen Immobilien- und Kreditmarktes, die Unsicherheit hinsichtlich der Geschwindigkeit und Vollständigkeit der Restrukturierung, mögliche weitere Eingriffe in die Kapitalstruktur im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen sowie Reputationsrisiken gegenüber institutionellen Kunden. Hinzu kommt das Governance-Risiko aus der komplexen Konzernstruktur, den gerichtlichen Restrukturierungsverfahren und der Historie häufiger Führungswechsel. Aus Sicht eines konservativen Anlegers bleibt Corestate daher ein Engagement mit spekulativem Charakter, bei dem eine sorgfältige Prüfung der aktuellsten Unternehmensberichte, Restrukturierungsfortschritte und rechtlichen Rahmenbedingungen unerlässlich ist.

Realtime-Kursdaten

Geld/Brief 0,24 € / 0,259 €
Spread +7,92%
Schluss Vortag 0,245 €
Gehandelte Stücke 1.350
Tagesvolumen Vortag 558,00 €
Tagestief 0,24 €
Tageshoch 0,24 €
52W-Tief 0,209 €
52W-Hoch 0,352 €
Jahrestief 0,209 €
Jahreshoch 0,287 €

Community: Diskussion zur Corestate Capital Aktie

Zusammengefasst - darüber diskutiert aktuell die Community

  • Die Firma hat laut den Beiträgen ihre Restrukturierung weitgehend abgeschlossen und den Terminkalender mit Daten für geprüfte/testierte Konzernabschlüsse (u. a. 20.02.2026, Ende Juni/Ende September 2026) sowie einer Hauptversammlung am 25.03.2026 aktualisiert.
  • Der Handel wird als typischer Pennystock mit sehr geringer Liquidität beschrieben, geprägt von vereinzelten kurzfristigen Kurs‑Spikes und schnellen Verkäufen, wobei Teilnehmer mögliche Ursachen wie Optionsverfall, physische Lieferung oder Meme/Reddit‑Effekte anführen und knappe Ask‑Stände beklagen.
  • Die Stimmung ist gespalten: Einige sehen Chancen durch die Schuldenreduzierung, viele bleiben skeptisch wegen fehlender belastbarer Fundamentaldaten, fordern geprüfte Zahlen und erwarten, dass Anleger auf Ausstiegskurse warten oder einen Totalverlust für möglich halten.
Hinweis
Jetzt mitdiskutieren

Corestate Capital Aktie: Fundamentale Kennzahlen (2024)

Umsatz in Mio. -
Operatives Ergebnis (EBIT) in Mio. -
Jahresüberschuss in Mio. -
Umsatz je Aktie -
Gewinn je Aktie -
Gewinnrendite -
Umsatzrendite -
Return on Investment -
Marktkapitalisierung in Mio. -
KGV (Kurs/Gewinn) -
KBV (Kurs/Buchwert) -
KUV (Kurs/Umsatz) -
Eigenkapitalrendite -
Eigenkapitalquote -

Corestate Capital News

NEU
Kostenloser Report:
Cash in der Krise - diese 3 Monatszahler sichern dir jetzt stabile Einnahmen!



Weitere News »

Dividenden Historie

Datum Dividende
10.05.2019 2,66 €
30.04.2018 2,00 €
02.05.2017 1,00 €
Werbung

Mehr Nachrichten kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse
Benachrichtigungen von ARIVA.DE
(Mit der Bestellung akzeptierst du die Datenschutzhinweise)

Corestate Capital Termine

Keine Termine bekannt.

Corestate Capital Aktie: Übersicht Handelsplätze

Handelsplatz
Letzter
Änderung
Vortag
Zeit
Düsseldorf 0,239 0 %
0,239 € 16:31
Frankfurt 0,24 -3,23%
0,248 € 08:06
Hamburg 0,24 0 %
0,24 € 08:16
Hannover 0,24 0 %
0,24 € 08:16
München 0,24 0 %
0,24 € 08:01
Stuttgart 0,24 -0,41%
0,241 € 19:16
Xetra 0,244 +2,95%
0,237 € 17:35
L&S RT 0,2475 +1,23%
0,2445 € 19:38
Tradegate 0,24 -2,04%
0,245 € 19:14
Quotrix 0,246 0 %
0,246 € 07:27
Gettex 0,235 +0,43%
0,234 € 19:13
Weitere Börsenplätze

Historische Kurse

Datum
Kurs
Volumen
27.04.26 0,24 264
24.04.26 0,245 558
23.04.26 0,246 2.015
22.04.26 0,249 224
21.04.26 0,245 277
20.04.26 0,249 1.499
Weitere Historische Kurse

Performance

Zeitraum Kurs %
1 Woche 0,249 € -3,61%
1 Monat 0,249 € -3,61%
6 Monate 0,298 € -19,46%
1 Jahr 0,267 € -10,11%
5 Jahre 13,11 € -98,17%

Unternehmensprofil Corestate Capital

Corestate Capital Holding S.A. mit rechtlichem Sitz in Luxemburg agiert als paneuropäischer Investmentmanager und Servicer für Immobilien- und Real-Asset-Anlagen, befindet sich aber seit 2023/2024 in einer grundlegenden finanziellen Restrukturierung. Das Unternehmen adressierte vor allem professionelle und semiprofessionelle Investoren, darunter Versicherungen, Versorgungseinrichtungen, Kreditinstitute, Family Offices und vermögende Privatkunden. Im Fokus standen strukturierte Immobilieninvestments, alternative Kreditlösungen und integrierte Asset-Management-Dienstleistungen mit Schwerpunkt auf dem deutschsprachigen und westeuropäischen Markt. Nach Jahren des schnellen Wachstums geriet Corestate in eine tiefgreifende Restrukturierungs- und Entschuldungsphase, ausgelöst durch Marktumbruch, regulatorische Verschärfungen, projektbezogene Belastungen und eine angespannte Finanzlage. In Deutschland und Luxemburg wurden gerichtliche Sanierungs- und Restrukturierungsverfahren eingeleitet, die auch zu erheblichen Eingriffen in die Kapitalstruktur führten. Die Gruppe bewegt sich damit in einem Spannungsfeld aus hohem Restrukturierungsbedarf, reputationskritischer Transparenzanforderung und einem strukturell weiter relevanten, derzeit jedoch zyklisch belasteten Markt für institutionelle Immobilien- und Debt-Lösungen.

Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell von Corestate basiert grundsätzlich auf der Kombination aus Investmentmanagement, Asset Management, Real-Estate-Services und Kreditplattformen. Im Kern strukturierte die Gruppe Immobilienfonds, Club-Deals und maßgeschneiderte Investmentvehikel für institutionelle Investoren, übernahm das laufende Portfolio- und Asset Management und ergänzte dies um Finanzierungslösungen über spezialisierte Debt-Plattformen. Ertragsseitig generierte Corestate vor allem wiederkehrende Management- und Servicing Fees, performanceabhängige Erfolgsbeteiligungen sowie Gebühren für Strukturierung, Transaktionsberatung und Portfoliooptimierung. Der Ansatz zielte auf eine weitgehende Kapitalleichtheit des Geschäfts: Corestate verstand sich überwiegend als Manager von Drittmitteln statt als Balance-Sheet-Investor. In der Praxis war das Geschäftsmodell jedoch in der Vergangenheit teilweise durch Eigenengagements, Co-Investments und kreditfinanzierte Strukturen überlagert, was in Stressphasen zu erhöhter Bilanz- und Refinanzierungsanfälligkeit führte. Das Modell ist stark zyklisch, da Transaktionsvolumen, Bewertungsniveaus und Finanzierungsbedingungen im Immobiliensektor wesentlich über die Höhe variabler Vergütungsbestandteile und den Kapitalzufluss neuer Mandate entscheiden. Im Zuge der Restrukturierung wurden Asset-Bestände, Beteiligungen und Plattformteile veräußert oder neu geordnet, sodass Umfang und konkrete Ausgestaltung des Geschäftsmodells derzeit im Wandel sind und nur anhand der jeweils aktuellsten Unternehmensveröffentlichungen belastbar zu beurteilen sind.

Mission und strategische Leitlinien

Die kommunizierte Mission von Corestate bestand darin, institutionellen Anlegern Zugang zu integrierten, renditeorientierten und regulatorisch konformen Immobilien- und Real-Asset-Lösungen zu bieten. Im Mittelpunkt standen stabile laufende Erträge, maßgeschneiderte Strukturen sowie eine enge Verzahnung von Equity- und Debt-Produkten. Strategisch strebte das Unternehmen einen Wandel von einem stark akquisitionsgetriebenen Wachstumsmodell hin zu einem stärker risikoaversen, cashflow-orientierten Plattformansatz an. Dazu zählten eine Verschlankung der Konzernstruktur, die Fokussierung auf margenstärkere Kernsegmente sowie der Abbau komplexer, bilanzintensiver Altpositionen. Diese Linie wurde im Zuge der Sanierung noch verstärkt, da die Sicherung der finanziellen Stabilität und die Anpassung des Geschäftsmodells an ein deutlich schwierigeres Marktumfeld Priorität erhielten. Die Mission schließt eine höhere Transparenz, verbesserte Governance und die Stärkung des Vertrauens institutioneller Kunden ein, nachdem frühere Krisenphasen und die jüngsten Restrukturierungsfälle zu Irritationen bei Investoren und Finanzierungspartnern führten.

Produkte und Dienstleistungen

Corestate bot ein breites Spektrum an Produkten und Dienstleistungen entlang der Immobilien-Wertschöpfungskette und des alternativen Kreditmarktes an. Im Immobilienbereich zählten dazu unter anderem offene und geschlossene Spezialfonds, Club-Deals, Individualmandate, separate Accounts und maßgeschneiderte Vehikel für Versicherungen und Pensionskassen. Im Fokus standen Nutzungsarten wie Wohnimmobilien, Studentenwohnen, Micro-Living, Büro- und Logistikimmobilien sowie ausgewählte Nischensegmente. Ergänzend dazu betrieb Corestate Plattformen für Mezzanine-Finanzierungen, Whole-Loan-Strukturen und andere alternative Kreditlösungen für Projektentwickler und Bestandshalter. Die Servicepalette umfasste Origination, Strukturierung, Due Diligence, Portfolio- und Asset Management, Property Management in Kooperation mit Partnern, Debt Servicing sowie Restrukturierungs- und Workout-Dienstleistungen für notleidende Engagements. Durch diese Kombination positionierte sich Corestate als integrierter Anbieter, der Investoren von der Produktkonzeption über den Ankauf bis zur laufenden Bewirtschaftung und Veräußerung begleitete. Im Zuge der laufenden Sanierung und Portfoliobereinigung kann sich das Spektrum der Produkte und Dienstleistungen jedoch verändern, da nichtstrategische oder wirtschaftlich schwache Aktivitäten reduziert oder veräußert werden.

Geschäftsbereiche und Plattformstruktur

Historisch gliederte Corestate seine Aktivitäten in mehrere Business Units, die Investmentlösungen und Dienstleistungen bündelten. Typischerweise ließen sich drei Kernbereiche unterscheiden: Erstens die Einheit für Real Estate Equity Investments, welche Fonds, Club-Deals und individuelle Mandate für institutionelle Investoren verantwortete und sich auf Sourcing, Akquisition, Strukturierung und laufendes Asset Management konzentrierte. Zweitens die Debt-Plattformen, über die Mezzanine-Kapital, Whole-Loans und andere strukturierte Finanzierungen für Immobilienprojekte bereitgestellt und verwaltet wurden. Drittens der Bereich Real-Estate-Services, der operative Leistungen wie Projektentwicklung, technische Beratung, Transaktionsmanagement und in Teilen Property-Management-nahe Funktionen umfasste. Im Zuge der Restrukturierung wurden einzelne Beteiligungen veräußert, Portfolios abgewickelt oder neu ausgerichtet, sodass die aktuelle Segmentberichterstattung stärker auf Kernplattformen, die Sicherung der Zahlungsfähigkeit und die Stabilisierung wiederkehrender Fee-Erlöse ausgerichtet ist. Detaillierte, tagesaktuelle Segmentabgrenzungen können sich im Rahmen der laufenden Sanierungsmaßnahmen verändern und sollten anhand der jeweils jüngsten Unternehmensveröffentlichungen und gerichtlichen Restrukturierungsunterlagen geprüft werden.

Alleinstellungsmerkmale und Burggräben

Corestate verfügte in seiner Wachstumsphase über mehrere potenzielle Alleinstellungsmerkmale. Dazu zählten eine starke Präsenz in spezifischen Nischen wie Studentenwohnen und Micro-Living, eine frühe Positionierung im Bereich strukturierter Mezzanine-Finanzierungen für Projektentwickler sowie die Integration von Investmentmanagement und Real-Estate-Services unter einem Dach. Theoretische Burggräben resultierten aus langjährigen Beziehungen zu institutionellen Kunden, Zugang zu Off-Market-Transaktionen in Kernmärkten und einer spezialisierten Debt-Origination. Allerdings haben Marktumbruch, Bilanzprobleme, gerichtliche Restrukturierungsverfahren und Portfolioanpassungen diese Wettbewerbsvorteile geschwächt. Der tatsächliche Moat ist derzeit begrenzt und hängt stark von der Fähigkeit ab, Kundenvertrauen zurückzugewinnen, Performance-Historien zu stabilisieren und die Plattform klar von Wettbewerbern im europäischen Real-Asset-Segment zu differenzieren. Strukturell bleibt der Markt für spezialisierte Immobilien-Investmentlösungen relevant, doch Eintrittsbarrieren sind im Vergleich zu stärker regulierten Segmenten wie großen Versicherungs-Asset-Managern oder international etablierten Investmenthäusern überschaubar, zumal das Marktumfeld derzeit von Zurückhaltung und selektiver Kapitalallokation geprägt ist.

Wettbewerbsumfeld

Corestate steht im Wettbewerb mit einer Vielzahl von nationalen und internationalen Immobilien- und Asset-Managern. Im deutschsprachigen Raum konkurrierte das Unternehmen mit großen Immobilien-Spezialisten, Kapitalverwaltungsgesellschaften von Banken und Versicherern sowie unabhängigen Asset-Managern. Auf europäischer Ebene zählen globale Investmenthäuser, Private-Equity-Gesellschaften und alternative Kreditfonds zu den relevanten Wettbewerbern im Segment institutioneller Immobilien- und Debt-Produkte. Speziell im Bereich Mezzanine-Finanzierungen stehen spezialisierte Debt-Fonds, Kreditfonds internationaler Asset-Manager und zunehmend auch Banken mit hybriden Strukturen in Konkurrenz. Der Wettbewerb zeichnet sich durch hohen Preisdruck bei Management Fees, steigende Anforderungen an regulatorische Compliance, ESG-Integration und Reporting sowie einen Trend zu größeren Plattformen mit breiter Produktpalette aus. Für eine mittelgroße, restrukturierende Gruppe wie Corestate erschwert dies die Skalierung zusätzlich, da Investoren häufig Plattformen mit hoher Stabilität, belastbarer Performance-Historie, klarer Governance-Struktur und starker Sponsor-Unterstützung bevorzugen und angesichts der jüngsten Krisenfälle verstärkt auf Risikominimierung achten.

Management und Strategie

Die Führung von Corestate war in den vergangenen Jahren von personellen Veränderungen geprägt, was die Wahrnehmung bei Investoren zusätzlich belastete. Das Management steht vor der Aufgabe, die Kapitalstruktur zu stabilisieren, das operative Geschäft zu fokussieren und verlorenes Vertrauen bei Kunden, Kreditgebern und Kapitalmarktteilnehmern zurückzugewinnen. Strategisch dominieren derzeit drei Schwerpunkte: Erstens der konsequente Schuldenabbau und die Bereinigung komplexer, bilanzbelastender Strukturen, um die Zins- und Refinanzierungsrisiken zu reduzieren und die im Rahmen der gerichtlichen Verfahren vereinbarten Maßnahmen umzusetzen. Zweitens die Konzentration auf renditestarke Kernbereiche mit klarer Nachfrage institutioneller Investoren, insbesondere in regulierten Immobilienvehikeln und ausgewählten Debt-Plattformen, soweit diese wirtschaftlich tragfähig fortgeführt werden können. Drittens der Ausbau von Governance-, Risiko- und Compliance-Strukturen, um den Anforderungen institutioneller Investoren und Aufsichtsbehörden zu entsprechen und aus den vorangegangenen Krisenphasen zu lernen. Der Erfolg dieser Strategie hängt maßgeblich von der operativen Umsetzungsqualität, der Verlässlichkeit der Kommunikation, der Umsetzung der Restrukturierungspläne und der Fähigkeit des Managements ab, in einem schwierigen Marktumfeld nachhaltige Partnerschaften mit langfristig orientierten Investoren zu etablieren.

Branchen- und Regionenfokus

Corestate war überwiegend in der europäischen Immobilien- und Real-Asset-Branche tätig, mit einem deutlichen Schwerpunkt auf dem deutschsprachigen Raum. Die zugrunde liegenden Märkte sind seit der Zinswende durch Bewertungsanpassungen, strengere Finanzierungskonditionen, zurückhaltendere Banken und ein reduziertes Transaktionsvolumen geprägt. In Kernsegmenten wie Wohn- und Logistikimmobilien bleibt die strukturelle Nachfrage mittel- bis langfristig intakt, kurz- bis mittelfristig überwiegen jedoch Transaktionszurückhaltung, Abwertungstendenzen und höhere Finanzierungskosten. Für Investment- und Asset-Manager bedeutet dies einerseits Chancen durch Distressed-Situationen und Rekapitalisierungsbedarf, andererseits Margendruck, längere Platzierungszeiträume und erhöhte Anforderungen an Risikomanagement und ESG-Compliance. Regional konzentrierte sich Corestate auf wirtschaftlich starke Ballungsräume mit ausgeprägter Mietnachfrage und funktionierenden Kapitalmärkten. Gleichzeitig ist die Abhängigkeit vom zyklischen europäischen Immobilien- und Kreditzyklus hoch, was in Phasen steigender Zinsen, strengerer Bankenregulierung und politischer Unsicherheiten zu volatileren Geschäftsvolumina führt und die Notwendigkeit zur flexiblen Anpassung der Plattform verstärkt.

Unternehmensgeschichte und Entwicklung

Corestate entstand als spezialisierter Immobilieninvestor und entwickelte sich im Laufe der Jahre über Akquisitionen und organisches Wachstum zu einer diversifizierten Plattform für Immobilien- und Real-Asset-Investments. Der Expansionskurs umfasste die Übernahme verschiedener Asset-Manager, Servicegesellschaften und Debt-Plattformen, wodurch die Gruppe ihre Produktpalette verbreiterte und geografisch expandierte. Diese Wachstumsstrategie war stark fremdfinanziert und von ambitionierten Renditeerwartungen geprägt. Mit der Zinswende, Marktverwerfungen und projektspezifischen Problemen traten die Risiken dieser Expansion deutlicher zutage. In der Folge kam es zu erheblichen bilanziellen Belastungen, Restrukturierungsverhandlungen, Abschreibungen, Kapitalmaßnahmen und einem tiefgreifenden Umbau der Konzernstruktur. In Deutschland und Luxemburg wurden Sanierungs- und Restrukturierungsverfahren aufgesetzt, um Verbindlichkeiten anzupassen und die Fortführung wesentlicher Unternehmensteile zu ermöglichen. Die Unternehmensgeschichte ist damit ein Beispiel für die Chancen und Risiken eines raschen Plattformausbaus im alternativen Investmentbereich und für die Anfälligkeit fremdfinanzierter Wachstumsmodelle in Phasen abrupt veränderter Kapitalmarktbedingungen. Heute steht Corestate an einem Wendepunkt, an dem Stabilisierung, Konsolidierung und Risikoreduktion Vorrang vor Wachstum um jeden Preis haben und die künftige Ausgestaltung der Plattform wesentlich von der erfolgreichen Umsetzung der eingeleiteten Sanierungsschritte abhängt.

Besonderheiten und strukturelle Faktoren

Eine Besonderheit von Corestate ist die Kombination aus luxemburgischer Holding-Struktur und operativen Einheiten in mehreren europäischen Ländern, insbesondere im deutschsprachigen Raum. Diese Konstellation bietet zwar steuerliche und regulatorische Gestaltungsspielräume, erhöht jedoch die Komplexität in Bezug auf Aufsicht, Rechnungslegung und Corporate Governance. Hinzu kommt der Fokus auf alternative Investmentstrukturen, die häufig in spezialisierten Vehikeln mit spezifischen regulatorischen Anforderungen aufgelegt werden. Für Investoren bedeutet dies potenziell attraktive, aber auch komplexe und erklärungsbedürftige Produkte. Die Vergangenheit zeigte, dass schnelle Expansion, heterogene Plattformakquisitionen und hohe Bilanzhebel die Transparenz und Steuerbarkeit einschränken können. Ein weiterer struktureller Faktor ist die Abhängigkeit von institutionellen Kapitalzuflüssen, die ihrerseits stark von Zinsniveau, regulatorischem Umfeld, Solvency-II-Rahmenbedingungen, Immobilienzyklus und der Risikobereitschaft von Versicherungen und Pensionskassen beeinflusst werden. Im aktuellen Umfeld erschweren höhere Zinsen, strengere Bankenregulierung und eine generell vorsichtigere Allokation in Immobilienrisiken die Kapitalbeschaffung zusätzlich. Die Fähigkeit, diese Rahmenbedingungen aktiv zu managen, Produkte entsprechend anzupassen und die eigene Kapitalstruktur robust zu halten, ist für die langfristige Überlebensfähigkeit des Geschäftsmodells entscheidend.

Chancen und Risiken für konservative Anleger

Für konservative Anleger ist ein mögliches Engagement in Corestate mit einem ausgeprägten Chancen-Risiko-Profil verbunden. Auf der Chancen-Seite stehen: Erstens das langfristige Potenzial des Marktes für institutionelle Immobilien- und Real-Asset-Investments, insbesondere im Bereich regulierter Spezialfonds und alternativer Kreditlösungen, sofern sich Zinsumfeld und Transaktionsmärkte perspektivisch stabilisieren. Zweitens die Möglichkeit, von einer erfolgreichen Restrukturierung und einer Normalisierung der Kapitalstruktur zu profitieren, sofern es dem Management gelingt, Kostenbasis, Verschuldung und Geschäftsrisiken nachhaltig zu reduzieren und die im Rahmen der Sanierungsverfahren vereinbarten Maßnahmen umzusetzen. Drittens der Zugang zu einer Plattform mit Erfahrung in Nischensegmenten wie Micro-Living und Mezzanine-Finanzierungen, die bei Markterholung wieder attraktive Ertragspotenziale bieten kann. Dem stehen erhebliche Risiken gegenüber: Die hohe Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung des europäischen Immobilien- und Kreditmarktes, die Unsicherheit hinsichtlich der Geschwindigkeit und Vollständigkeit der Restrukturierung, mögliche weitere Eingriffe in die Kapitalstruktur im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen sowie Reputationsrisiken gegenüber institutionellen Kunden. Hinzu kommt das Governance-Risiko aus der komplexen Konzernstruktur, den gerichtlichen Restrukturierungsverfahren und der Historie häufiger Führungswechsel. Aus Sicht eines konservativen Anlegers bleibt Corestate daher ein Engagement mit spekulativem Charakter, bei dem eine sorgfältige Prüfung der aktuellsten Unternehmensberichte, Restrukturierungsfortschritte und rechtlichen Rahmenbedingungen unerlässlich ist.
Stand: April 2026
Hinweis

Corestate Capital Prognose 2026: Einstufung & Empfehlung von Analysten

Corestate Capital Kursziel 2026

  • Die Corestate Capital Kurs Performance für 2026 liegt bei -5,14%. Die Performance der Benchmark DAXsubsector All Real Estate (Performance) liegt bei -3,86%. Underperformance: Die Corestate Capital Kurs Performance ist um -1,28 Prozentpunkte niedriger als die Performance des DAXsubsector All Real Estate (Performance).

Stammdaten

Marktkapitalisierung 45,11 Mio. €
Aktienanzahl 165,83 Mio.
Streubesitz 99,95%
Währung EUR
Land Luxemburg
Sektor Immobilien
Branche Gebäudemanagement, Immobilienentwicklung
Aktientyp Stammaktie

Aktionärsstruktur

+0,05% Weitere
+99,95% Streubesitz

Community-Beiträge zu Corestate Capital

  • Community-Beiträge
  • Aktuellste Threads
Avatar des Verfassers
PaleAle
#200
Kursziele der Analysten Buy 65,00 € - 13.02.2018 Jefferies Buy 77,00 € - 06.12.2017 Commerzbank Buy 67,00 € - 12.10.2017 equinet Research Buy 65,00 € - 09.10.2017 Berenberg Buy 68,00 € - 03.07.2017 Baader Bank https://ir.corestate-capital.com/websites/corestate/German/1000/aktie.html
Avatar des Verfassers
xy0889
bin jetzt auch mal mit ein
paar Stücken rein ... vlt. reichen die Zahlen ja für einen Ausbruch nach oben Wo werden eig. die Kursziele hier gesehen .. 65 - 80 Euro sowas? ..
Avatar des Verfassers
PaleAle
Geschäftsbericht 2017
13.03.2018 / 07:00 Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent verantwortlich. CORESTATE: Veröffentlichung Geschäftsbericht 2017 und Dividendenvorschlag - Wachstumsjahr 2017 erfolgreich und solide abgeschlossen - Dividendenvorschlag von EUR 2,00 pro Aktie für die Hauptversammlung 2018 - Streubesitzanteil auf 63% erhöht, Aufnahme in den SDAX am 19. März 2018 - Finanzausblick für 2018 voll bestätigt Die CORESTATE Capital Holding S.A. (CORESTATE), ein vollintegrierter Investmentmanager und Co-Investor mit Sitz in Luxemburg, legt heute den Geschäftsbericht für das dynamische Wachstumsjahr 2017 vor. Mit aggregierten Umsatzerlösen von EUR 195,0 Mio., einem bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von EUR 123,3 Mio. und einem bereinigten Konzerngewinn von EUR 93,3 Mio. wurden neben den umfassenden Integrationsmaßnahmen der strategischen Zukäufe Hannover Leasing, HFS und ATOS alle Finanzziele in 2017 klar übertroffen. In Anbetracht dieser exzellenten operativen Geschäftszahlen schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung 2018 die Verwendung des Bilanzgewinns mit einer Dividende von EUR 2,00 je CORESTATE Aktie vor. Die korrespondierende Dividendensumme liegt bei rund EUR 42 Mio. und entspricht einer Ausschüttungsquote bezogen auf den bereinigten Konzerngewinn von 45%. Lars Schnidrig, Chief Financial Officer der CORESTATE: "Mit einer attraktiven Dividendenrendite von aktuell rund 4% lassen wir unsere Aktionäre umfangreich am Unternehmenserfolg teilhaben. Zudem ist durch die beiden großen Umplatzierungen innerhalb unseres Aktionariats Ende Februar der Streubesitz auf 63% angestiegen, mit entsprechend positiven Folgen für die Börsenliquidität und die Positionierung im Börsensegment SDAX nach unserer Aufnahme am 19. März. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir damit neue Investorenschichten ansprechen können und freuen uns auf die konsequente Fortführung unserer Erfolgsgeschichte am Kapitalmarkt." Zum Ende des vergangen Jahres konnte zudem die "Pipeline" für potentielles Neugeschäft auf rund EUR 6 Mrd. ausgebaut werden (+5% seit Q3 2017). "Wesentlicher Anteil am Erfolg unseres Geschäftsmodells bildet das breite und attraktive Produktangebot, das wir mit der Etablierung der neuen Multi-Boutique-Plattform unseren Kunden bieten können", ergänzt Thomas Landschreiber, Chief Investment Officer der CORESTATE. "Wir stehen auch erst am Anfang dessen, was an strategischen Potentialen im Zusammenspiel unserer Zukäufe liegt. Entsprechend fühlen wir uns bei der Umsetzung unserer organischen Wachstumsziele, aber auch in Hinblick auf weitere, arrondierende Zukäufe bestens aufgestellt." Vor diesem Hintergrund wird der Finanzausblick für das laufende Geschäftsjahr voll bestätigt. Die Gesellschaft rechnet für 2018 bei den aggregierten Umsatzerlösen inklusive der Erträge aus Immobilieninvestments mit EUR 230 bis 240 Mio., das bereinigte EBITDA wird zwischen EUR 155 und 165 Mio. und der bereinigte Konzerngewinn zwischen EUR 120 und 130 Mio. liegen. Hierin sind keine Akquisitionen berücksichtigt. IR Kontakt Dr. Kai Gregor Klinger T: +49 69 3535630-107 / M: +49 152 22755400 kai.klinger@corestate-capital.com PR Kontakt Tom Zeller T: +49 69 264867715 / M: +49 176 10430063 tz@feldhoff-cie.de
Avatar des Verfassers
PaleAle
Veröffentlichung Jahresfinanzbericht
Pressemitteilung: Corestate Capital Holding S.A.: Veröffentlichung Geschäftsbericht 2017 und Dividendenvorschlag https://ir.corestate-capital.com/websites/corestate/German/2100/mitteilung.html?newsID=1680781 Geschäftsbericht 2017 https://ir.corestate-capital.com/download/companies/corestate/Annual%20Reports/LU1296758029-JA-2017-EQ-E-00.pdf http://www.dgap.de/dgap/News/corporate/corestate-capital-holding-veroeffentlichung-geschaeftsbericht-und-dividendenvorschlag/?newsID=1058331
Jetzt anmelden und diskutieren Registrieren Login
Zum Thread wechseln

Häufig gestellte Fragen zur Corestate Capital Aktie und zum Corestate Capital Kurs

Der aktuelle Kurs der Corestate Capital Aktie liegt bei 0,24 €.

Für 1.000€ kann man sich 4.166,67 Corestate Capital Aktien kaufen.

Die 1 Monats-Performance der Corestate Capital Aktie beträgt aktuell -3,61%.

Die 1 Jahres-Performance der Corestate Capital Aktie beträgt aktuell -10,11%.

Der Aktienkurs der Corestate Capital Aktie liegt aktuell bei 0,24 EUR. In den letzten 30 Tagen hat die Aktie eine Performance von -3,61% erzielt.
Auf 3 Monate gesehen weist die Aktie von Corestate Capital eine Wertentwicklung von -9,43% aus und über 6 Monate sind es -19,46%.

Das 52-Wochen-Hoch der Corestate Capital Aktie liegt bei 0,35 €.

Das 52-Wochen-Tief der Corestate Capital Aktie liegt bei 0,21 €.

Das Allzeithoch von Corestate Capital liegt bei 58,00 €.

Das Allzeittief von Corestate Capital liegt bei 0,21 €.

Die Volatilität der Corestate Capital Aktie liegt derzeit bei 70,39%. Diese Kennzahl zeigt, wie stark der Kurs von Corestate Capital in letzter Zeit schwankte.

Die Marktkapitalisierung beträgt 45,11 Mio. €

Corestate Capital hat seinen Hauptsitz in Luxemburg.

Corestate Capital gehört zum Sektor Gebäudemanagement, Immobilienentwicklung.

Ja, Corestate Capital zahlt Dividenden. Zuletzt wurde am 10.05.2019 eine Dividende in Höhe von 2,66 € gezahlt.

Zuletzt hat Corestate Capital am 10.05.2019 eine Dividende in Höhe von 2,66 € gezahlt.
Dies entspricht einer Dividendenrendite von 1.112,97%. Die Dividende wird jährlich gezahlt.

Die letzte Dividende von Corestate Capital wurde am 10.05.2019 in Höhe von 2,66 € je Aktie ausgeschüttet.
Das ergibt, basierend auf dem aktuellen Kurs, eine Dividendenrendite von 1.112,97%.

Die Dividende wird jährlich gezahlt.

Der letzte Zahltag der Dividende war am 10.05.2019. Es wurde eine Dividende in Höhe von 2,66 € gezahlt.

Um eine Dividende ausgezahlt zu bekommen, muss man die Aktie am Ex-Tag (Ex-Date) im Depot haben.