BYD-Aktie: Die Kurskrise spitzt sich immer weiter zu!
Max Gross
Max Gross
Max Gross verfügt über langjährige Börsenerfahrung, davon fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden Anlegermagazine Deutschlands. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen auf. Sein Schwerpunkt liegt auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Ziel seiner Arbeit ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.
Die asiatischen Börsen haben sich schwach ins Wochenende verabschiedet. Betroffen war auch die BYD-Aktie, deren Kurskrise sich durch neue Verluste verschärft.
Für dich zusammengefasst:
Die BYD-Aktie hat seit Jahresbeginn fast 25% verloren.
Aktuell hat die Aktie mehr als 40% im Jahresvergleich eingebüßt.
Der Kurs ist auf den niedrigsten Stand seit fast zwei Jahren gefallen.
Auch am wichtigen Finanzplatz Hongkong fielen die Kurse. Der Leitindex Hang Seng gab um 1,8 Prozent nach und verzeichnete damit den achten Verlusttag in Folge. Besonders hart getroffen hat es neben Technologiewerten wie Alibaba und Baidu einmal mehr auch den E-Fahrzeughersteller BYD, dessen Aktie um 4,5 Prozent einbrach.
Zu den vielen prominenten Opfern gehört auch die BYD-Aktie
Hier belaufen sich die Verluste seit dem Jahreswechsel inzwischen auf fast ein Viertel. Gegenüber dem Stand vor einem Jahr hat sich das Papier um mehr als 40 Prozent verbilligt. BYD ist auf dem Heimatmarkt Absatz- und Margenproblemen ausgesetzt.
Die internationale Expansion kommt dank steigender Kundenakzeptanz und höherer Absatzzahlen zwar gut voran, aber nicht schnell genug, um die Verluste in China auszugleichen. Das lässt weiteren Verkaufsdruck auf die Aktie befürchten, die sich inzwischen aber einer wichtigen Unterstützung nähert.
Der langfristige Aufwärtstrend ist inzwischen in großer Gefahr
Übergeordnet befindet sich die BYD-Aktie in einem langfristigen Aufwärtstrend. Der spiegelt den Aufstieg des Unternehmens zum größten Hersteller von E-Fahrzeugen der Welt wider. Inzwischen stellen die hohen Kursverluste – die Aktie hat gegenüber ihren Rekordnotierungen inzwischen mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren, genau diesen Trend in Frage. Am Freitag ist BYD auf den tiefsten Stand seit fast 2 Jahren gefallen. Solche Mehrjahrestiefs bedeuten in der technischen Analyse starke Verkaufssignale.
Diese inzwischen sehr schwache Ausgangslage ist für Anlegerinnen und Anleger besonders ärgerlich, denn bis Mitte April war das Konsolidierungsmuster der Aktie als potenzielle Untertassenformation (Cup-and-Handle-Pattern) noch als bullish einzuschätzen.
Diese Interpretation ist nach dem Bruch des Unterstützungsbereichs zwischen 90 und 95 Hongkong-Dollar (HKD; 10,06 bis 10,62 Euro) hinfällig. Die Aktie ist inzwischen auf dem Weg in Richtung 70 HKD /7,83 Euro), wo eine weitere wichtige Unterstützungszone liegt. Wird auch diese Unterschritten, dürften die Verluste der vergangenen Monaten endgültig in einen dauerhaften Abwärtstrend münden.
Anzeichen für eine Trendwende? Gegenwärtig nur wenige!
Die Chancen, dass der Support Verkaufsversuchen standhält, sind gegenwärtig gemischt zu beurteilen. Die ausgeprägte technische Schwäche der Aktie mit einem RSI bei gerade mal 21,5 Punkten und einem Trendstärkeindikator MACD, der weit unter der Nulllinie sowie seiner Signallinie liegt, was einen Abwärtstrend mit hohem und sogar steigenden Momentum anzeigt, spricht für den Bruch der Unterstützung und mittelfristig noch höhere Verluste. Auch die Abwesenheit von bullishen Divergenzen gibt zu denken.
Umgekehrt ist der RSI-Wert mit 21,5 Punkten auf Tageskursbasis bereits tief im überverkauften Bereich. Das macht eine technische Gegenreaktion zunehmend wahrscheinlich, zumal die Aktie inzwischen am unteren Ende ihrer weit ausgedehnten Bollinger Bänder (nicht eingezeichnet) notiert, was in der Regel zeitnah in einen Erholungsversuch mündet. Dieser könnte sich zwar bis 90 HKD erstrecken, mit einer Trendwende und einer Wiederaufnahme des langfristigen Aufwärtstrends sollten Anlegerinnen und Anleger gegenwärtig jedoch nicht rechnen. Die Wäre erst ab Kursen nachhaltig über 110 HKD angezeigt, wofür es aktuell jedoch keinerlei Hinweise gibt.
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung wird BYD zunehmend attraktiv. Für 2026 steht ein KGVe von 15,0 zu Buche. Trotz eines herausfordernden Wettbewerbsumfeld wird für 2027 mit einem Gewinnwachstum gerechnet. MarketScreener weist hierfür ein KGVe von 11,9 aus. Das läge weit unter dem Durchschnittswert der vergangenen Jahre.
Hierfür muss das Unternehmen aber bedeutende Fortschritte auf internationalen Märkten machen und gleichzeitig seine Margen stärken, sonst droht der Aktie dasselbe Schicksal wie den Anteilen deutscher Fahrzeughersteller.
Ein Einstieg drängt sich gegenwärtig nicht auf. Wer zuschlagen möchte, sollte unbedingt auf eine nachhaltige Bodenbildung warten. 70 HKD (7,83 Euro) sind hierfür die erste Adresse. Angesichts des noch hohen Momentums sollte diese Marke nach einem Test aber mindestens auf Wochenschlusskursbasis verteidigt worden sein.
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