Zigarren und Zigarillos könnten viel teurer werden

dpa-AFX  | 
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Wirtschaftsnachrichten (Symbolbild).
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DORTMUND/BÜNDE (dpa-AFX) - Wer Zigarren oder Zigarillos kauft, muss ab Januar womöglich deutlich mehr zahlen als bislang. Sollte ein Vorhaben der Koalitionsfraktionen im Bundestag umgesetzt werden, würden erheblich mehr Steuern anfallen, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Zigarrenindustrie, Bodo Mehrlein, der dpa bei der Fachmesse Intertabac in Dortmund. "Es wäre eine Steuer-Explosion, wodurch die Preise um 50 bis 60 Prozent steigen würden."

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Dadurch drohten der Branche herbe Einbußen. "Kostet eine beispielhafte Zigarre jetzt 10 Euro, so wären es dann vielleicht 16 Euro - das ist so viel mehr Geld, da dürfte sich manch Verbraucher zurückhalten und doch keine kaufen."

Branche hat mit schwächelnder Nachfrage zu kämpfen

So ein Rückschlag träfe die Branche besonders hart, da sie aktuell ohnehin schon mit einer schwächelnden Nachfrage zu kämpfen habe. "Die schlechte Wirtschaftslage spüren wir, der Umsatz der deutschen Zigarrenindustrie dürfte dieses Jahr sechs bis sieben Prozent niedriger liegen als im Vorjahr."

Wegen hoher Spritpreise an der Zapfsäule und anderer gestiegener Alltagskosten guckten die Verbraucher eben stärker auf den Preis. "Irgendwo spart man dann - und das ist dann eben auch mal die Packung Zigarillos oder die gute Zigarre, die nicht gekauft wird."

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In Deutschland gibt es Verbandsangaben zufolge sieben Firmen, die Zigarren herstellen, vier von ihnen sitzen in Bünde und eine in Minden-Lübbecke (NRW). Hinzu kommen 15 Importeure, die in Deutschland Ware aus dem Ausland verkaufen. Insgesamt hat die Branche Verbandsangaben zufolge 1.640 Beschäftigte. Der Tabak der hierzulande hergestellten Zigarren und Zigarillos kommt größtenteils aus Lateinamerika und Indonesien.

Nischenbranche bangt um ihre Jobs

Pro Jahr werden in Deutschland den Angaben zufolge rund zwei Milliarden Zigarillos und Zigarren verkauft. Die beiden Produkte fallen in die gleiche Steuerkategorie, daher wird aus staatlicher Sicht nicht unterschieden.

"Sollte die Koalition ihr Vorhaben nicht wesentlich abschwächen, würde uns das hart treffen: Der Verlust von Arbeitsplätzen wäre wohl unvermeidlich", sagt Mehrlein und betont, dass es bei den Produkten seiner Branche nicht um reine Luxusgüter gehe. "Wir stehen nicht nur für die High-End-Zigarre für mehr als 100 Euro, sondern auch für gute Mittelklasse-Waren: Unsere Kunden sind nicht nur die Reichen, sondern auch der kleine Mann, der im Schrebergarten gern sein Zigarillo raucht."

Der Verbandsvertreter macht sich zudem Sorgen um die 500 Geschäfte von Fachhändlern, die in Deutschland Zigarren und Zigarillos verkaufen. "Irgendwann ist preislich der Kipp-Punkt erreicht: Die Ware wird so teuer, dass die Nachfrage rapide einbricht und unsere Branche nach unten gerissen wird."/wdw/DP/zb


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