Apple vor Führungswechsel: Ternus übernimmt, Cook bleibt im Hintergrund
Julian Schick
Julian Schick
Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.
Ab dem 1. September führt John Ternus Apple. Tim Cook zieht sich als Verwaltungsratsvorsitzender nicht komplett zurück und bleibt in zentrale Aufgaben eingebunden. Auf Ternus warten milliardenschwere Produktentscheidungen.
Für dich zusammengefasst:
John Ternus übernimmt am 1. September die Führung von Apple.
Tim Cook bleibt als Executive Chairman im Unternehmen tätig.
Apple arbeitet an einer überarbeiteten Siri, die im September kommt.
John Ternus übernimmt zum 1. September offiziell die Führung von Apple und steigt damit direkt in eine der ambitioniertesten Produktphasen des Konzerns ein. Noch im Herbst sollen das faltbare iPhone auf den Markt kommen, das Ternus bereits als Hardware-Chef vorantrieb. Parallel arbeitet Apple an Kamerakopfhörern, einer Datenbrille, einem Heimsicherheitssystem sowie einem Roboterarm-Display, die jedoch erst später erscheinen sollen.
Der 51-Jährige verfügt über 25 Jahre Erfahrung im Hardwarebereich, gilt bei Themen wie Finanzen, Vertrieb oder Regierungsbeziehungen jedoch als weniger versiert. Deshalb sollen Betriebschef Sabih Khan, Finanzchef Kevan Parekh und Dienste-Chef Eddy Cue künftig größere Verantwortung übernehmen.
Tim Cook, der Apple seit 2011 leitete und den Umsatz in dieser Zeit auf 416 Milliarden Dollar (Dollarkurs) vervierfachte, bleibt als Executive Chairman im Unternehmen. Er kümmert sich weiterhin um die Beziehungen zur US-Regierung sowie zur chinesischen Führung. Cook betonte, Apple bleibe seine oberste Priorität. Beide Manager traten zuletzt gemeinsam auf und wirkten eng abgestimmt, Ternus wird künftig sogar Cooks bisheriges Büro im Apple Park nutzen.
Für Unsicherheit sorgt vor allem der Bereich künstliche Intelligenz. Nach anfänglichen Rückschlägen bei der hauseigenen Technologie nutzt Apple inzwischen Googles Gemini-Modelle als Basis für eine überarbeitete Siri, die im September vollständig ausgerollt werden soll. Erste Rückmeldungen dazu fallen positiv aus. Zudem kämpft Apple mit Abwanderung von Fachkräften, unter anderem zu OpenAI, gegen das der Konzern wegen mutmaßlichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen klagt.
Analysten und Insider vergleichen die Konstellation Cook-Ternus mit dem Verhältnis von Jeff Bezos und Andy Jassy bei Amazon. Ob der Übergang bei Apple ähnlich reibungslos verläuft, wird sich in den kommenden Monaten zeigen, während rund die Hälfte der Führungsriege in den nächsten Jahren das Unternehmen verlassen könnte.
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