Apple erhöht MacBook- und iPad-Preise: KI frisst den Tech-Riesen von innen auf
Julian Schick
Julian Schick
Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.
Apple erhöht die Preise für MacBooks und iPads teils um Hunderte Dollar. Der Grund: KI-Datencenter saugen den Speicherchip-Markt leer. Und beim iPhone droht die nächste Runde.
Für dich zusammengefasst:
Apple hat die Preise für MacBooks und iPads erhöht.
MacBook Air kostet jetzt 1.299 US-Dollar, MacBook Pro 1.999.
Analysten erwarten auch Preiserhöhungen bei iPhones im Herbst.
Apple hat die Preise für mehrere seiner Mac- und iPad-Modelle angehoben und damit ein offenes Eingeständnis gemacht: Selbst der wertvollste Unterhaltungselektronikkonzern der Welt kann sich dem globalen Speicherchip-Schock nicht länger entziehen. Auslöser ist der rasante Ausbau von KI-Rechenzentren, der Speicherhersteller wie Micron dazu veranlasst hat, ihre Kapazitäten bevorzugt für KI-Chipanbieter wie Nvidia zu reservieren.
Konkret steigt der Einstiegspreis des MacBook Air mit 512 Gigabyte Speicher von 1.099 auf 1.299 US-Dollar, das MacBook Pro mit einem Terabyte klettert von 1.699 auf 1.999 US-Dollar. Beim iPad Air mit 128 Gigabyte geht es von 599 auf 749 US-Dollar nach oben. Auch HomePod und Apple TV wurden teurer. Besonders schmerzhaft trifft es den erst im März eingeführten MacBook Neo: Das günstigste Apple-Notebook, das explizit Windows-Laptops und Chromebooks Konkurrenz machen sollte, kostet nun 699 statt 599 US-Dollar und hat damit seinen Preisvorteil gegenüber dem gleichteuren Dell XPS 13 eingebüßt.
"Wir haben noch nie einen Preisanstieg bei einem Bauteil in dieser Höhe und in dieser Geschwindigkeit erlebt", erklärte Apple in einer Stellungnahme. Die Preiserhöhungen bei iPhone-Modellen hat Apple zwar ausgeklammert, Analysten gehen aber davon aus, dass diese im Herbst folgen werden.
Der Hintergrund ist drastisch: Laut dem Marktbeobachter TrendForce stiegen die Preise für DRAM-Speicherbausteine, die in nahezu allen modernen Geräten stecken, im ersten Quartal 2026 um bis zu 98 Prozent. Im laufenden Quartal droht ein weiterer Anstieg von mehr als 60 Prozent. Experten sprechen bereits vom "RAMageddon". Micron allein hat langfristige Lieferverpflichtungen im Wert von 22 Milliarden Dollar (Dollarkurs) abgeschlossen.
Die Folgen für die Branche sind erheblich: IDC erwartet für den Smartphone-Markt den größten jemals gemessenen Jahresrückgang von knapp 14 Prozent, der PC-Markt soll um mehr als 11 Prozent schrumpfen. Apple-Aktien gaben nach der Ankündigung um fast 5 Prozent nach, Dell verloren sogar mehr als 8 Prozent.
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