Ein Gebäude von Google im Silicon Valley.
Quelle: - © JasonDoiy / iStock Unreleased / Getty Images Plus / Getty Images:
Google
dpa-AFX  | 
aufrufe Aufrufe: 543

ROUNDUP: Weimer: Tech-Monopole bedrohen freie Medien

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Ruf nach schärferen Regeln und Abgaben für globale Tech-Konzerne wird in Medien und Politik zunehmend lauter. Kultur- und Medienstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) kritisiert die Internet- und KI-Riesen scharf und warnt vor Monopolstrukturen, die freie Medien bedrohten.

play Anhören
share Teilen
feedback Feedback
copy Kopieren
newsletter
font_big Schrift vergrößern
Für dich zusammengefasst:
Hinweis
Alphabet Inc C 269,05 € Alphabet Inc C Chart +0,73%
Zugehörige Wertpapiere:
Amazon Inc 193,36 € Amazon Inc Chart -1,83%
Zugehörige Wertpapiere:
Meta Platforms Inc 555,00 € Meta Platforms Inc Chart -0,82%
Zugehörige Wertpapiere:

"Wir brauchen ein Rahmenwerk, das Lizenzrechte garantiert und dass diese Monopolstruktur am besten für mehr Wettbewerb öffnet", sagte Weimer bei den Münchner Medientagen. Er betonte, dass dies idealerweise in Zusammenarbeit mit den USA erfolgen solle. Von dort aber kommt scharfer Gegenwind gegen schärfere Regeln und Abgaben.

Pläne für eine Digitalabgabe

Weimer bekräftigte seinen Plan eines Gesetzentwurfs für eine Digitalabgabe. Das Vorhaben soll noch im November vorbereitet werden und 2026 am Ziel sein, hatte er kürzlich gesagt. KI-Riesen wirft er "geistigen Vampirismus" und "digitalen Kolonialismus" vor.

Aktuell sorgen neue KI-Funktionen in Suchmaschinen und Internet-Browsern für Unruhe in der Medienbranche. So liefert etwa die Google (Alphabet A Aktie) -Suche nicht mehr nur eine Liste von Links, sondern auch direkt von künstlicher Intelligenz erzeugte Antworten auf Fragen. Viele Medienhäuser und Branchenverbände kritisieren, dass ihre Inhalte als Grundlage für diese Antworten genutzt werden, ohne dass die Nutzer anschließend noch auf ihre Angebote klicken.

Vontobel Werbung

Passende Knock-Outs

Strategie Hebel
Steigender Kurs
Call
5
10
15
Fallender Kurs
Put
5
10
15
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000VK181K9 , DE000VK537R7 , DE000VH9LGV6 , DE000VK7UV02 , DE000VH86W23 , DE000VH8TC78 .Bitte informieren Sie sich vor Erwerb ausführlich über Funktionsweise und Risiken. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.

Söder setzt auf technologische Stärke

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) äußerte sich zurückhaltend: Eine von Weimer ins Gespräch gebrachte Digitalabgabe allein reiche nicht aus, um den Einfluss großer internationaler Unternehmen auszugleichen.

Entscheidend sei, technologische Souveränität und eigene Standards zu entwickeln, sagte Söder bei der Branchenkonferenz. "Wir müssen auch technologisch so gut werden, um alle technischen Verbesserungen der anderen mit einer eigenen Technik, mit einer eigenen technologischen Souveränität zu beantworten."

Aufseher für mehr Haftung der IT-Riesen

Bayerns oberster Medienaufseher für Privatsender und Digitalanbieter fordert mehr Haftung und Kontrolle bei den globalen Internet-Plattformen. Es müsse einen fairen Rechtsrahmen geben im Wettbewerb der Plattformen mit den traditionellen Medien, sagt der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), Thorsten Schmiege.

Auch die Chefin des Bayerischen Rundfunks (BR), Katja Wildermuth, mahnt bei der Politik ein konsequenteres Vorgehen gegen die Macht der Tech-Riesen an. "Die Politik lässt den wenigen Großkonzernen zu viel unregulierten Spielraum - ausgerechnet dort, wo es um Fakten, Wissen und Meinungsfreiheit geht", kritisiert die BR-Intendantin im Interview von BR24. "Politik muss sich mit der gleichen Leidenschaft um Desinformation kümmern, mit der sie sich um Drohnen kümmert - beides sind Angriffe auf unsere nationale Sicherheit."

"Dem Journalismus wird geschadet"

RTL-Deutschland-Chef Stephan Schmitter sagte bei den Medientagen: "Wir verlieren Traffic." Das wiederum bedeute weniger Einnahmen. "Das heißt: Dem Journalismus wird geschadet." Zu RTL gehören neben den TV- und Streaming-Angeboten auch Medien wie "Stern" und "Geo".

Der Geschäftsführer der Südwestdeutschen Medienholding mit dem Flagschiff "Süddeutsche Zeitung", Christian Wegner sagte, es könne nicht sein, dass jemand einfach die Inhalte der Medienhäuser nutze, die teuer seien. "Wir müssen entlohnt werden für unsere Inhalte."

Die Medientage München finden noch bis Ende der Woche statt. Zur größten deutschen Branchenkonferenz ihrer Art werden insgesamt rund 5.000 Medienschaffende erwartet./svv/DP/mis

Für dich aus unserer Redaktion zusammengestellt

Dein Kommentar zum Artikel im Forum

Jetzt anmelden und diskutieren Registrieren Login

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.


Weitere Artikel des Autors

Themen im Trend