Brauchen selbstfahrende Autos einen Führerschein?

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Neuwagen bei der Auslieferung (Symbolbild).
- pixabay.com

ISMANING/MÜNCHEN (dpa-AFX) - Geht es nach dem Versicherer Allianz (Allianz Aktie) , müssen autonome Autos künftig zur EU-Führerscheinprüfung. "So wie bisher der Mensch beweisen muss, dass er das Fahrzeug sicher führen kann, muss künftig das autonome Fahrzeug beweisen, dass es in allen Fahrsituationen richtig und sicher agieren kann", sagt Vorstandsmitglied Klaus-Peter Röhler. Geschehen soll dies durch eine Kombination aus Simulationen und Praxistests.

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Hintergrund der Forderung ist der Zulassungsprozess für Fahrzeugmodelle. Beim autonomen Fahren im Level 4 - hier kann das Auto unter bestimmten Bedingungen komplett eigenständig handeln - ist laut Allianz zwar bereits klar, welche Anforderungen an das Fahrzeug gestellt werden. Aus Sicht der Versicherung fehlt es bisher aber an genauen Angaben, wie überprüft werden soll, ob ein Auto diese wirklich erfüllt.

Die Allianz schlägt dazu drei Prüfungen vor: digitale Fahrsimulationen, Praxistests unter definierten Bedingungen zum Beispiel für das Brems- und Ausweichverhalten und einen Praxistest im normalen Straßenverkehr unter wechselnden Bedingungen - beispielsweise Stadtverkehr, Autobahn oder Nachtfahrten.

Deutlich weniger Unfälle erwartet

Grundsätzlich sieht man bei der Allianz großes Potenzial für die Sicherheit in autonomem Fahren und autonomer Sicherheitstechnik. Bis 2035 werde die Zahl der Verkehrsunfälle dadurch um 20 Prozent sinken ab, 2060 sogar um mehr als die Hälfte, heißt es vom Unternehmen.

Werte aus dem Artikel:
Allianz Aktie 407,90 € +0,20%

Die Allianz unterhält seit Jahrzehnten ein eigenes Zentrum für Technik (AZT) im Automobilbereich mit derzeit rund 30 Mitarbeitern. Besseres Verständnis von Sicherheitstechnik, Risiken oder Reparaturkosten sind für Versicherungen von hohem Wert, weil sie genauere Berechnungen der Prämien erlauben.

Eine aktuelle Studie des AZT zu Notbremsassistenten, wie sie schon heute verpflichtend verbaut werden, sieht hohes Potenzial in der Technik. Autos mit dieser Ausstattung hätten im fließenden Verkehr rund 30 Prozent weniger Auffahrunfälle. Beim Rückwärtsfahren ist das Potenzial sogar noch größer. Serienmäßig verbaute Notbremsassistenten könnten hier zwei Drittel der Kollisionen vermeiden.

Zurückhaltende Meinung zu autonomen Autos

Grundsätzlich stehen die Verbraucher in Europa dem autonomen Fahren vorsichtig optimistisch gegenüber. In einer repräsentativen Umfrage unter mehr als 8.000 Personen über 18 Jahren in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, der Schweiz, Tschechien und dem Vereinigten Königreich sagten 56 Prozent, dass sie bei autonomen Fahrzeugen ein höheres oder mindestens genauso hohes Sicherheitsniveau erwarten, wie bei menschlichen Fahrern. Deutschland lag mit 57 leicht über dem Durchschnitt. Allerdings gibt auch bei vielen Befragten Bedenken: Europaweit 69 Prozent der Befragten sorgen sich um die Zuverlässigkeit der Systeme in unerwarteten Situationen und 72 Prozent halten die Technik für zu neu und ungetestet./ruc/DP/nas


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