Börsen-Chef: Brauchen mehr privates Kapital für Rente

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Rente, Mittelstand, Start-ups: Deutsche-Börse-Chef Stephan Leithner plädiert vor einem Treffen von Top-Managern mit Kanzler Friedrich Merz für konkrete Schritte, um die Kapitalmärkte in Deutschland zu stärken und mehr Geld von Großanlegern zu gewinnen.

"Die Kapitalmärkte sind der Multiplikator, um aus den staatlichen Impulsen ein Vielfaches zu machen", sagte Leithner der Deutschen Presse-Agentur. "Ziel muss sein, das vorhandene Kapital privater Investoren aus dem In- und Ausland für die Modernisierung unserer Unternehmen, unsere Infrastruktur und unsere Alterssicherung zu gewinnen."

Leithner: Frühstartrente für Kinder ausweiten

Konkret sprach sich Leithner dafür aus, umgehend weitergehende kapitalmarktbasierte Altersvorsorge-Lösungen einzuführen, um das Rentensystem zu entlasten. So sollte etwa die Frühstartrente, mit der die Bundesregierung die Altersvorsorge von Kindern ab dem sechsten Lebensjahr über ein Altersvorsorgedepot fördern will, auf Neugeborene ausgeweitet werden.

Generell würden über eine kapitalbasierte Alterssicherung Bürgerinnen und Bürger am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt. Zudem sei eine stärkere Mitarbeiterkapitalbeteiligung nötig, damit Beschäftigte besser vom Erfolg ihres Unternehmens profitierten.

Werte aus dem Artikel:
Allianz Aktie 407,90 € +0,20%
AXA Aktie 42,95 € -0,23%
Deutsche Börse Aktie 238,30 € -0,91%
Münchener Rück Aktie 477,70 € -0,58%
Talanx Aktie 108,40 € +0,46%

Weniger Vorschriften für Investments in Start-ups

Leithner sieht zudem Potenzial bei Investoren, um Start-ups leichter zu Geld zu verhelfen. So müsse Kapital von institutionellen Anlegern wie Pensionskassen und Vermögensverwaltern aktiviert werden, indem Beschränkungen für Investitionen gelockert werden. Die WIN-Initiative von Politik und Konzernen für mehr Wagniskapital müsse vorangetrieben und der geplante Mittelstandsfonds in Höhe von zehn Milliarden Euro kommen.

Leithner sieht bei den Schritten aber auch die Politik auf EU-Ebene in der Pflicht. "Eine fundamentale Stärkung des Kapitalmarkts wird nur in enger Abstimmung mit der EU-Kommission gelingen. Hier brauchen wir dringend eine starke deutsche Handschrift."

Große deutsche Unternehmen wollen den Standort Deutschland mit Milliarden wieder auf Kurs bringen. Vor einem Treffen von Merz (CDU) im Kanzleramt mit Managern kündigte die Bundesregierung an, dass Unternehmen Investitionen von mehreren hundert Milliarden Euro in Aussicht stellen./als/DP/men


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