Alibaba stürzt ab: Peking greift wieder bei Tech-Giganten durch
Nicolas Ebert
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Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.
Alibaba und JD.com geraten nach einer Rüge der chinesischen Marktaufsicht unter Druck. Gleichzeitig plant Ant International frisches Kapital. Anleger wittern Comeback und Risiko zugleich.
Für dich zusammengefasst:
Alibaba und JD.com verloren deutlich an Wert.
Die Alibaba-Aktie fiel um fast 6 Prozent.
Die Marktaufsicht kritisierte irreführende Werbung.
Chinesische Internetwerte sind am Donnerstag in Hongkong unter Druck geraten. Besonders Alibaba und JD.com verloren deutlich. Auslöser war neuer regulatorischer Druck aus Peking. Die Marktaufsicht warf mehreren großen Plattformen irreführende Werbung während des Shopping-Festivals 618 vor.
Die Alibaba-Aktie fiel zeitweise um fast 6 Prozent. Das war der stärkste Tagesverlust seit fast drei Monaten. Auch die Aktie von JD.com verzeichnete den größten Rückgang seit November.
Nach Angaben des staatlichen Fernsehens China Central Television hatte die Pekinger Zweigstelle der Staatlichen Marktüberwachungsbehörde Alibaba, JD.com, PDD Holdings, ByteDance und Xiaohongshu vorgeladen. Die Behörde kritisierte Werbeaktionen, bei denen Subventionen in Höhe von mehreren zehn Milliarden Yuan in Aussicht gestellt worden seien.
Besonders Alibabas Plattformen Tmall und Taobao sowie JD.com sollen nach Darstellung der Behörde nicht ausreichend offengelegt haben, wie hoch die tatsächlichen Zuschüsse der Unternehmen und der beteiligten Marken waren. Auch PDD, ByteDance und Xiaohongshu gerieten laut China Central Television in die Kritik.
Robert Lea, Analyst bei Bloomberg Intelligence, sieht darin eine weitere Verschärfung der behördlichen Kontrolle. Für Anleger ist das ein Warnsignal. Der chinesische Internetsektor bleibt anfällig für politische und regulatorische Eingriffe.
Parallel rückt die Ant Group wieder stärker in den Fokus. Ant International, die Auslandstochter des von Jack Ma gegründeten Fintech-Konzerns, will laut Reuters in einer privaten Finanzierungsrunde eine Milliarde US-Dollar einsammeln. Eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte, die Runde würde Ant International vor frischem Kapital mit zehn Milliarden US-Dollar bewerten.
Bloomberg hatte zuvor berichtet, dass Ant International bereits in diesem Jahr eine Notierung in Hongkong anstreben könnte. Ein fester Zeitplan steht wohl noch nicht fest.
Ant International wurde 2024 als eigenständig geführtes Unternehmen aus der Ant Group ausgegliedert. Die Ant Group hatte 2020 einen Rekord-Börsengang über 37 Milliarden US-Dollar geplant. Kurz vor dem Debüt stoppten chinesische Behörden den Schritt. Später gab Gründer Jack Ma im Zuge einer Umstrukturierung die Kontrolle über den Fintech-Riesen ab.
Für Anleger bleibt die Lage widersprüchlich. Ant International zeigt neue Kapitalmarktambitionen. Gleichzeitig erinnert die Rüge gegen Alibaba, JD.com und andere Plattformen daran, dass Peking den Technologiesektor weiter eng kontrolliert.
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