US-Anleihen unter Druck: Steigt die Rendite jetzt auf 5,7 Prozent?

Ferdinand Hammer Ferdinand Hammer
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Ferdinand Hammer ist seit 2017 als Finanzjournalist tätig. Vor seinem Wechsel in den Börsenjournalismus arbeitete er unter anderem für das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG). Seine Themenschwerpunkte sind ESG-Investments, US-Technologiewerte und E-Autoaktien.

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Finanzcharts auf einem Smartphone (Symbolbild).
© danielvfung / iStock / Getty Images Plus / Getty Images
Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen lag in diesem Jahr so häufig über fünf Prozent wie seit 2006 nicht mehr. Im September drohen neue Belastungen – ein Händler setzt bereits auf einen weiteren kräftigen Anstieg.
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Die Anspannung am Markt für langfristige US-Staatsanleihen wächst. Mitte August stieg die Rendite der 30-jährigen Treasuries auf 5,34 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit 2007. Zum höchsten Wert der vergangenen 22 Jahre fehlten lediglich zehn Basispunkte.

Seit Anfang 2026 schloss die Rendite bereits an 55 Handelstagen über der Marke von fünf Prozent. Laut Bloomberg wurde eine solche Häufung zuletzt 2006 beobachtet. Am Dienstag, dem 1. September, lag die Rendite bei 5,27 Prozent.

Auf eine schnelle Entspannung wollen viele Anleger nicht setzen. Zwar hat US-Finanzminister Scott Bessent den Rückkauf älterer Staatsanleihen ausgeweitet. Gleichzeitig dürfte das Angebot neuer Schuldtitel jedoch deutlich zunehmen. Allein US-Unternehmen wollen im September voraussichtlich Anleihen über 215 Milliarden US-Dollar ausgeben. Ein erheblicher Teil davon soll den Ausbau der KI-Infrastruktur finanzieren. Zusätzlich belastet das hohe Haushaltsdefizit der Vereinigten Staaten den Markt.

Für weitere Unsicherheit sorgt die US-Notenbank. Für die Fed-Sitzung am 15. und 16. September preisten Händler am Montag eine Straffung um rund 17 Basispunkte ein. Daraus ergibt sich eine Wahrscheinlichkeit von knapp 70 Prozent für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Die Wetten hierfür nahmen nach der überraschend falkenhaften Rede von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole zu.

Werte aus dem Artikel:

Sollte die Notenbank trotz der anhaltenden Inflation zögern, könnte sich der Ausverkauf langlaufender Staatsanleihen noch einmal beschleunigen. Hinweise auf den weiteren Kurs liefern zunächst der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag und die Inflationsdaten am 11. September.

Eine auffällige Optionsposition zeigt, wie nervös der Markt ist. Laut Bloomberg wettet ein Händler darauf, dass die Rendite der 30-jährigen Treasury bis zum 20. November auf etwa 5,7 Prozent steigt.

Diese Erwartung wird jedoch nicht von allen Investoren geteilt. Seit dem Jahrestief ist die Rendite bereits um rund 65 Basispunkte gestiegen. Einige Marktteilnehmer vermuten deshalb, dass der Höhepunkt bald erreicht sein könnte.

Auch bei kürzeren Laufzeiten nimmt der Druck zu. So stieg die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 4,78 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit 20 Monaten. Ein vergleichbares Niveau hatte sie zuletzt Anfang 2025 erreicht.

Autor: Ferdinand Hammer, SBH-Redaktion


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