dpa-AFX  | 
aufrufe Aufrufe: 133

Zehntausende bei umstrittenem Flaggenmarsch in Jerusalem

JERUSALEM (dpa-AFX) - Zehntausende nationalistische Israelis sind unter massivem Polizeischutz mit israelischen Flaggen durch die Altstadt von Jerusalem gezogen. Israels Polizei teilte mit, sie habe mehrere Teilnehmer des umstrittenen Flaggenmarschs wegen "vereinzelter Auseinandersetzungen und Gewalttaten" festgenommen.

play Anhören
share Teilen
feedback Feedback
copy Kopieren
newsletter
font_big Schrift vergrößern
Für dich zusammengefasst:
Hinweis
Jerusalem, Israel
Quelle: - ©iStock:

Der Marsch verläuft jedes Jahr auch durch muslimische Viertel, was Palästinenser als extreme Provokation sehen. Sie fordern den arabisch geprägten Ostteil Jerusalems als künftige Hauptstadt eines eigenen Staates. Der Marsch findet jährlich am Jerusalem-Tag statt. Dabei wird die israelische Eroberung Ost-Jerusalems während des Sechstagekrieges 1967 gefeiert.

Auseinandersetzungen und Angriffe

Lokale Medien berichteten, Teilnehmer hätten unter anderem "Tod den Arabern" gerufen. Die linksliberale Zeitung "Haaretz" meldete, nationalistische Israelis hätten palästinensische Anwohner noch vor offiziellem Beginn des Marschs geschlagen und Schaufenster beschädigt. Medien zufolge gab es Auseinandersetzungen zwischen den nationalistischen Israelis und Anwohnern sowie Aktivisten, die die palästinensischen Anwohner unterstützen. Dabei flogen auch Stühle, wie von Medien verbreitete Aufnahmen zeigen.

Israelische Journalisten vor Ort berichteten ebenfalls, sie seien von den Teilnehmern angegriffen worden. Berichten zufolge haben die meisten Ladenbesitzer ihre Läden geschlossen. Mit bei dem Flaggenmarsch dabei sind demnach viele rechtsgesinnte Jugendliche. Bereits in der Vergangenheit kam es bei dem Marsch häufig zu Ausschreitungen. Laut israelischen Medien sind Tausende Sicherheitskräfte im Einsatz.

Mit Israel-Flagge - Ben-Gvir provoziert auf dem Tempelberg

Israels rechtsextremer Polizeiminister Itamar Ben-Gvir schwenkte unterdes auf dem Tempelberg eine israelische Flagge. "Der Tempelberg ist in unseren Händen", schrieb er auf der Plattform X. Es ist nicht das erste Mal, dass der Minister vor Ort provoziert, immer wieder betet er auch dort. Laut einer Vereinbarung mit den muslimischen Behörden dürfen Juden die Anlage besuchen, dort aber nicht beten.

Der Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Für Juden ist der Tempelberg mit der Klagemauer die heiligste Stätte, weil an dem Ort früher zwei jüdische Tempel standen. Der Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt steht unter muslimischer Verwaltung, während Israel für die Sicherheit zuständig ist./cir/DP/he

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.


Weitere Artikel des Autors

Themen im Trend