Die Rohstoffpreise steigen und steigen, inzwischen sogar wieder die Ölpreise. Ein Barrel Brentöl kostete in dieser Woche erstmals seit September wieder mehr als 70 USD, und damit rund 10 USD mehr als zu Jahresbeginn. Die momentane Schwäche des US-Dollar mag auf den ersten Blick ein preistreibender Faktor sein, da Öl in US-Dollar fakturiert wird und der Einkauf in den meisten Verbrauchsländern mit der Abwertung des US-Dollar somit günstiger wird. Da die Preiselastizität der Ölnachfrage jedoch begrenzt ist, ist die Rolle des US-Dollar hier eher gering. Vielmehr sind – wie fast immer – die Ursachen der Preissteigerung auf der Angebotsseite zu suchen. Produktionsausfälle in den USA infolge des Wintersturms sowie in Kasachstan verringern das Angebot aktuell. Besonders besorgniserregend ist jedoch die Androhung eines Militärschlags von US-Präsident Trump gegen den Iran, sollte dieser sich weigern, an den Verhandlungstisch für das Atomprogramm zurückzukehren.
Anfang nächster Woche werden umfragebasierte Schätzungen der OPEC-Produktion darüber Auskunft geben, wie es tatsächlich um das Ölangebot in den OPEC-Ländern bestellt ist. Die OPEC-Produktion ist seit September nicht mehr gestiegen. Vor allem Saudi-Arabien hat die Ölproduktion seit dieser Zeit nicht mehr erhöht, obwohl die Quote eine Ausweitung vorgesehen hätte. Im Dezember produzierte das Land laut Zahlen der IEA täglich rund 400 Tsd. Barrel weniger als erlaubt (Abb. 1). Vermutlich war es im Januar ähnlich: Das legen die sogenannten OSPs, die offiziellen Verkaufspreise, nahe. Denn Saudi-Arabien hat seine Verkaufspreise in Asien immer weiter reduziert, was auf eine schwache Nachfrage hindeutet. Umfragen zufolge wird für März eine weitere Absenkung erwartet. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass die acht OPEC+-Länder, die sich am Wochenende über ihre weitere Produktionsstrategie abstimmen, an ihren bisherigen Produktionszielenvorgaben festhalten werden. Das legen auch die im Vorfeld getätigten Äußerungen von Delegierten nahe.
Alles in allem bleibt der Ölmarkt also gut versorgt, wenngleich die Überversorgung dank der Angebotsausfälle und einer etwas stärkeren Nachfrage nicht mehr ganz so hoch ausfällt wie zunächst angenommen. Über das Ausmaß der Ausfälle in den USA dürften die Lagerdaten in der kommenden Woche Aufschluss geben. Sobald die geopolitischen Risiken nicht mehr ganz so stark die Schlagzeilen dominieren wie aktuell, dürften die Preise deshalb wieder fallen. Umgekehrt gilt jedoch: Sollte sich die Situation zwischen den USA und dem Iran weiter anspannen, könnten die Preise weiter anziehen.

| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| SH4KK3 | Call | Oil Brent Future | Hebel: 5,0 |
| SW1RL0 | Put | Oil Brent Future | Hebel: 5,1 |
| SX387E | Call | Oil WTI Light Crude Future | Hebel: 5,0 |
| SW1K7N | Put | Oil WTI Light Crude Future | Hebel: 5,0 |
An den Industriemetallmärkten klettern die Preise ebenfalls immer weiter nach oben. Eine Tonne Kupfer kostete erstmals mehr als 14.000 USD. Die Dollar-Schwäche dürfte hier ein stärkeres Gewicht haben als am Ölmarkt. Denn am Kupfermarkt gab es auch in der Vergangenheit Perioden, in denen das Industriemetall von Investoren stärker gefragt war. Für den Industrierohstoff sind aber letztlich die Angebots- und Nachtfrageperspektiven entscheidend. Die in der nächsten Woche zur Veröffentlichung anstehenden Stimmungsindikatoren in den USA und China könnten daher den Aufwind bremsen, denn zumindest in China dürfte sich die Stimmung nicht weiter aufhellen. Das sind übrigens die einzigen bedeutenden chinesischen Indikatoren für Januar, da in China aufgrund der Neujahrsfeierlichkeiten der übliche Kanon an Handels- und Produktionsdaten ausfällt.
| Strategie | Hebel | |||
| Steigender Kurs |
Call
|
5
|
10
|
20
|
| Fallender Kurs |
Put
|
5
|
10
|
20
|
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| FD1NDV | Call | Kupfer | Hebel: 5,2 |
| FA601X | Put | Kupfer | Hebel: 5,0 |
Die eigentliche Musik spielt an den Rohstoffmärkten jedoch bei den Edelmetallen. Es wurden zuletzt immer neue Rekorde bei Gold, Silber und inzwischen auch bei Platin erreicht. Gestern fand der Höhenflug allerdings ein vorläufiges Ende. Gold hat sich von seinem Rekordhoch bei knapp 5.600 USD je Feinune rund 11% entfernt. Silber, das gestern erstmals die Marke von 120 USD je Feinunze überwand, handelt aktuell rund 20% niedriger. In unserem jüngsten „Rohstoffe aktuell” hatten wir uns abermals mit den Treibern des Edelmetallfiebers auseinandergesetzt. Ein wichtiger Faktor ist der schleichende Vertrauensverlust in die Papier-Währungen, der sich in der US-Dollarschwäche und in Rekordständen bei Gold auch in allen anderen Währungen widerspiegelt.

| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| FC21UT | Call | Gold | Hebel: 5,0 |
| FD2S5D | Put | Gold | Hebel: 5,0 |
| FC4LRC | Call | Silber | Hebel: 5,0 |
| FD9KZ3 | Put | Silber | Hebel: 5,0 |
| FD5PGZ | Call | Platin | Hebel: 3,5 |
| FD52F3 | Put | Platin | Hebel: 3,6 |
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