Die Ölpreise verzeichneten in dieser Woche als Reaktion auf die vereinbarte 2-wöchige Waffenruhe im Mittleren Osten den stärksten Tagesrückgang seit 2020. Von entscheidender Bedeutung für den Ölmarkt ist allerdings die Frage, ob der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wieder aufgenommen wird. Bislang gibt es dafür noch keine Anzeichen. Sollten die Öllieferungen aus dem Persischen Golf blockiert bleiben, dürften die Ölpreise wieder steigen. Bei einer Öffnung der Meerenge wäre mit einem Preisrückgang zu rechnen. Allerdings dürften die Preise kaum deutlich unter das in dieser Woche verzeichnete Tief fallen. Denn es besteht weiterhin Ungewissheit darüber, wie sicher die Durchfahrt ist. So verlangt der Iran von den Schiffen eine Genehmigung, bevor sie die Meerenge passieren. Außerdem steht eine Durchfahrtsgebühr von bis zu 2 Mio. USD pro Tanker im Raum. Das Risiko von Drohnenangriffen durch die Revolutionsgarden besteht weiterhin. Von einer risikolosen Durchfahrt durch die Straße von Hormus wie vor dem Krieg kann somit keine Rede sein. Von daher dürften Nachrichten zum Tankerverkehr in den kommenden Tagen für den Ölmarkt wichtiger sein als Fundamentaldaten. Hier ist vor allem von Interesse, wie hoch die chinesischen Rohölimporte nach der Schließung der Straße von Hormus im März gewesen sind, auch im Vergleich zur Rohölverarbeitung. Die Zahlen dazu werden in der kommenden Woche veröffentlicht.
Die OPEC und die IEA veröffentlichen darüber hinaus in der kommenden Woche ihre Monatsberichte. Diese dürften die aktuelle Knappheitslage am Ölmarkt thematisieren und mit Zahlen unterfüttern. Laut jüngster Äußerungen von IEA-Chef Birol ist die derzeitige Energiekrise schlimmer als die beiden Ölkrisen in den 1970er Jahren und die Energiekrise 2022 zusammen. Daher dürfte von den Berichten eher ein preissteigernder Einfluss auf die Ölpreise ausgehen.

| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| FC4AM5 | Call | Oil Brent Future | Hebel: 5,0 |
| FE135Q | Put | Oil Brent Future | Hebel: 4,9 |
| FC552Q | Call | WTI Crude Oil-Future | Hebel: 5,0 |
| FC7HTY | Put | WTI Crude Oil-Future | Hebel: 5,0 |
Der Goldpreis bewegte sich in den letzten Tagen in entgegengesetzter Richtung zum Ölpreis. So stieg der Goldpreis nach der Verkündung der Waffenruhe im Mittleren Osten deutlich. Dahinter steht die Erwartung, dass ein niedrigerer Ölpreis die Notwendigkeit für Zinserhöhungen der Notenbanken reduziert und im Falle der US-Notenbank eine Zinssenkung wieder wahrscheinlicher macht. Bei einem höheren Ölpreis gilt entsprechend das Gegenteil. Daher könnte der Goldpreis nachgeben, sollten die Hoffnungen auf eine Wiederaufnahme der Öllieferungen durch die Straße von Hormus enttäuscht werden.

| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| FA96FV | Call | Gold | Hebel: 5,0 |
| FC5CF1 | Put | Gold | Hebel: 5,0 |
Für Industriemetalle dürften in der kommenden Woche verschiedene Zahlen aus China im Fokus stehen. Am Dienstag stehen zunächst Zahlen zum Außenhandel im März zur Veröffentlichung an. Auf der Importseite dürfte dabei interessant sein, wie sich die Einfuhren bei Eisenerz und raffiniertem Kupfer entwickeln, während die Importzahlen für Kupfererze und -konzentrate weitere Einblicke liefern dürften in wieweit hier die globale Knappheit die Produktion in China in Zukunft beeinträchtigen könnte. Auf der Exportseite wird das Interesse auf den Ausfuhren von Aluminium und Aluminiumprodukten liegen. Diese könnten einen ersten Anhaltspunkt geben, wie die chinesische Aluminiumproduktion im März auf die Einschränkungen bei der globalen Aluminiumproduktion im Zuge des Nahostkonflikts reagiert hat und ob China aufgrund der gestiegenen Aluminiumpreise mehr Material exportiert hat.
Am Donnerstag legt dann das Nationale Statistikbüro Chinas die Zahlen zur Industrieproduktion vor. Neben der Stahlproduktion werden dann auch Zahlen zur Aluminiumproduktion vorgelegt, während die Werte für Kupfer erst ein paar Tage später veröffentlicht werden. Dazu dürften auch die Daten zu Investitionen und zum Immobilienmarkt von Interesse sein, die einen Einblick in die Nachfrage nach Industriemetallen in China gewähren. Zahlen zum chinesischen BIP im ersten Quartal könnten nach Einschätzung unsere Volkswirte nahe am Wachstumsziel von rund 5% liegen. Eventuelle Hoffnungen auf baldige zusätzliche Stimulusmaßnahmen dürften somit enttäuscht werden.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| FA724F | Call | Kupfer Future | Hebel: 5,1 |
| SX6SD1 | Put | Kupfer Future | Hebel: 5,4 |
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