- Japans Pensionsfonds ist der größte institutionelle Investor.
- Von April bis Juni erzielte er einen Rekordgewinn.
- Das Vermögen wuchs auf 317,8 Billionen Yen.
- Energiekrise als Kurstreiber:
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Nicolas Ebert Japans staatlicher Pensionsfonds hält nach Ansicht der Regierung in Tokio die Weltfinanzmärkte mit am Laufen. Die Investitionen des Government Pension Investment Fund stützten die "Funktionsfähigkeit und Liquidität" der globalen Märkte, sagte Atsushi Mimura, Japans oberster Währungsdiplomat, am Mittwoch beim Treffen des Internationalen Währungsfonds in Bangkok, wie Reuters berichtet.
Japan habe früh auf die alternde Bevölkerung reagiert, etwa 1961 mit einem universellen Renten- und Gesundheitssystem. Das habe positive Nebeneffekte gebracht: eine gesunde Erwerbsbevölkerung und ein riesiges Rentenvermögen. Der Pensionsfonds ist heute der größte institutionelle Investor der Welt.
Rekordgewinn weckt Begehrlichkeiten
Wie groß der Fonds ist, zeigte das Frühjahr. Von April bis Juni erzielte er einen Rekordgewinn von 24,1 Billionen Yen, umgerechnet rund 152 Milliarden US-Dollar. Das Vermögen wuchs auf 317,8 Billionen Yen. Der Fonds verteilt sein Geld zu gleichen Teilen auf heimische und ausländische Anleihen sowie heimische und ausländische Aktien.
Finanzministerin Satsuki Katayama will nun mehr Geld in Japan anlegen lassen. Im Gespräch ist mehr Spielraum innerhalb der bisherigen Bandbreiten. Jede Änderung der Strategie würde laut Analysten weltweit an den Märkten zu spüren sein.
Japans Aktien: Qualität statt Schnäppchen
Ben Leyland, Fondsmanager bei J O Hambro, sieht den Markt im Wandel. Höhere Profitabilität und ein effizienterer Kapitaleinsatz hätten die Eigenkapitalrenditen verbessert. Bei den Großkonzernen sei dieses Potenzial aber weitgehend ausgeschöpft.
Gefragt seien nun Unternehmen mit echten Wettbewerbsvorteilen, die ihr Kapital klug reinvestieren. Rückenwind sieht Leyland durch die weltweite Abkehr von langen Lieferketten hin zu Reserven und regionaler Produktion.
Davon profitiere vor allem die Industrie. Risiken bergen ein wieder stärkerer Yen und Konkurrenz aus China. "Japan ist heute nicht mehr der übersehene Markt, der er noch vor 15 Jahren war", sagt Leyland.
Die Börse spiegelt das wider. Der Nikkei notierte am Mittwoch bei rund 67.500 Punkten. Das sind gut 40 Prozent mehr als vor einem Jahr, aber weniger als beim Rekord von 73.007 Punkten im Juni.
Fazit
Schichtet der Pensionsfonds stärker in heimische Anlagen um, dürfte das japanische Aktien und Anleihen stützen. Ausländischen Anleihemärkten könnte dagegen ein großer Käufer fehlen. Bei japanischen Aktien zählt inzwischen Qualität mehr als ein niedriger Preis. Gezielte Auswahl schlägt den breiten Einstieg.
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