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Warum der S&P 500 laut Analyse wieder auf das Kursniveau von 2022 fallen könnte

Die aktuelle Rally am US-Aktienmarkt könnte sich als fragiler Bullenmarkt in einem übergeordneten Bärenmarkt erweisen. Eine Analyse auf Seeking Alpha argumentiert, dass der S&P 500 fundamental überbewertet ist und „could go back to 2022 levels“. Für langfristig orientierte Investoren impliziert dies ein signifikantes Rückschlagpotenzial gegenüber dem aktuellen Bewertungsniveau.

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Blick auf das Washington DC Capitol mit wehender amerikanischer Flagge
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S&P 500 7.041,57 S&P 500 Chart +0,25%
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Ausgangslage: Starke Kursgewinne, schwache Fundamentaldaten

Die Analyse stellt heraus, dass die jüngste Erholung an den US-Börsen vor allem durch Liquidität, Sentiment und Hoffnungen auf sinkende Zinsen getrieben ist, weniger durch eine nachhaltige Verbesserung der Unternehmensgewinne. Der S&P 500 notiert nahe seiner Höchststände, obwohl das makroökonomische Umfeld von anhaltend hoher Inflation, steigenden Finanzierungskosten und nachlassender Wachstumsdynamik geprägt ist. Im Ergebnis weiten sich Bewertungskennziffern wie Kurs-Gewinn-Verhältnisse und Kurs-Umsatz-Verhältnisse deutlich aus.

Bewertung des S&P 500 im historischen Vergleich

Die zentrale These basiert auf einer Bewertung des S&P 500 anhand historischer Durchschnittswerte. Auf Basis des aggregierten KGV, der Shiller-CAPE-Bewertung sowie der Kurs-Buchwert-Verhältnisse ergibt sich ein klarer Überbewertungsbefund. Die Analyse verweist darauf, dass die aktuellen Multiples signifikant über den langfristigen Mittelwerten liegen, die typischerweise mit fairer Bewertung assoziiert werden.

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„Stocks look expensive versus their historical averages, and that is especially true for the S&P 500.“ Der Index werde maßgeblich durch wenige Mega-Caps aus dem Technologie- und Kommunikationssektor nach oben gezogen, während ein großer Teil des Marktes deutlich schwächer laufe. Diese Marktbreite sei eher typisch für späte Haussephasen.

2022 als Referenzniveau: Potenzial für Kursrückgang

Die Analyse auf Seeking Alpha leitet daraus ab, dass das Kursniveau des Jahres 2022 einen realistischen Referenzpunkt für eine Normalisierung der Bewertungen darstellt. „The S&P 500 could go back to 2022 levels if valuations mean revert." Unter der Annahme, dass sich Multiples wieder an historische Durchschnitte annähern, errechnet sich ein Rückschlagsrisiko, das deutlich zweistellig ausfallen kann.

Hierbei wird darauf hingewiesen, dass 2022 bereits ein Jahr mit spürbaren Kurskorrekturen war, ausgelöst durch den Zinsanstieg und die beginnende Bilanzverkürzung der US-Notenbank. Dennoch liegt das aktuelle Bewertungsniveau wieder über den damals erreichten Ständen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Markt in einer anhaltenden Hochzinsphase und bei nachlassender Gewinn- und Margendynamik erneut auf diese Niveaus zurückfällt, wird als erhöht eingeschätzt.

Makroökonomisches Umfeld: Zinsen, Inflation, Rezessionsrisiko

Die Argumentation stützt sich wesentlich auf den geldpolitischen Kontext. Der Zinsanstieg der Federal Reserve verteuert Eigen- und Fremdkapitalkosten, erhöht die Diskontierungsfaktoren künftiger Cashflows und reduziert damit den fairen Barwert von Aktien. Gleichzeitig lastet die Inflation auf den realen Konsumeinkommen, während Unternehmen mit steigenden Inputkosten konfrontiert sind, was Margendruck erzeugt.

„We are in a very different interest rate regime now than we were in the decade after the global financial crisis." Die Phase ultralockerer Geldpolitik, die hohe Bewertungsmultiples rechtfertigte, sei vorbei. Sollte sich das Wachstum weiter abschwächen oder eine Rezession eintreten, könnte dies zu einer deutlichen Revision der Gewinnschätzungen und in der Folge zu sinkenden Kursen führen.

Gewinne und Margen unter Druck

Die Analyse verweist darauf, dass die Gewinnentwicklung der im S&P 500 enthaltenen Unternehmen bereits Anzeichen von Stagnation beziehungsweise Rückgang zeigt. Margen, die durch niedrige Zinsen, günstige Finanzierung und starke Konsumnachfrage während der Post-Covid-Erholung künstlich aufgebläht wurden, stehen nun vor einer Normalisierung.

„Earnings growth is slowing, and margins are likely to compress from here." In einem solchen Umfeld sei es schwierig, die derzeitigen Bewertungsniveaus zu rechtfertigen. Selbst moderate Gewinnrevisionen nach unten könnten angesichts der hohen Multiples starke Kursreaktionen nach sich ziehen.

Marktstruktur: Dominanz der Mega-Caps

Ein weiterer kritischer Punkt ist die hohe Konzentration der Marktkapitalisierung im S&P 500. Wenige große Technologie- und Wachstumswerte treiben den Index. Diese Unternehmen weisen besonders hohe Multiples auf und sind entsprechend anfällig für Zinsänderungen und Gewinnenttäuschungen.

„The index is top-heavy and being driven by a handful of mega-cap names." Sollte es in diesem Segment zu einer Neubewertung kommen, könnte dies den gesamten Index unverhältnismäßig stark treffen und einen Rückgang auf die Niveaus von 2022 begünstigen. Die Marktbreite, gemessen etwa an der Zahl der Titel über ihren 200-Tage-Linien, sei deutlich schwächer als die Indexstände suggerieren.

Risiko-Rendite-Profil: Ungünstiges Chance-Risiko-Verhältnis

Aus dieser Konstellation leitet die Analyse ein asymmetrisches Chance-Risiko-Verhältnis ab. Das weitere Aufwärtspotenzial erscheint im Verhältnis zum möglichen Rückschlagsrisiko begrenzt. „The risk/reward for broad U.S. equities is not attractive at current levels." Langfristig orientierte Investoren würden bei einem Einstieg auf dem gegenwärtigen Niveau ein erhebliches Downside-Risiko in Kauf nehmen, ohne dafür eine adäquate Risikoprämie zu erhalten.

Stattdessen wird argumentiert, dass vorsichtigere Anleger auf günstigere Einstiegskurse warten sollten, insbesondere auf Niveaus, die einer Mean Reversion der Bewertungskennzahlen entsprechen. Historisch seien Phasen erhöhter Bewertungen häufig von längeren Perioden unterdurchschnittlicher Renditen gefolgt.

Mögliche Szenarien für die weitere Marktentwicklung

Die Analyse auf Seeking Alpha skizziert mehrere potenzielle Pfade:

Erstens ein „weicher“ Pfad, bei dem das Wachstum zwar nachlässt, aber eine tiefe Rezession vermieden wird. Hier könnte der Markt zwar volatil bleiben, aber eine schrittweise Bewertungsanpassung durch Seitwärtsphasen und moderate Korrekturen vollziehen.

Zweitens ein „harter“ Pfad mit Rezession, deutlichen Gewinnrückgängen und einem kräftigen Anstieg der Risikoaversion. In diesem Szenario wäre ein schneller und ausgeprägter Rückgang des S&P 500 auf oder unter die Niveaus von 2022 plausibel.

Drittens ein „optimistisches“ Szenario mit rückläufiger Inflation, sinkenden Zinsen und wieder anziehendem Wachstum. Auch hier wird betont, dass die aktuelle Bewertung bereits sehr viel Optimismus eingepreist hat, was die Luft nach oben begrenzt.

Anlagestrategische Implikationen

Auf Basis dieser Szenarien wird nahegelegt, die Allokation in breit gestreuten US-Aktienindizes zu überprüfen. Eine defensive Positionierung mit erhöhter Liquiditätsquote, selektiver Titelauswahl und möglicherweise einer stärkeren Gewichtung günstiger bewerteter Segmente (Value, Qualitätsaktien mit soliden Bilanzen) wird als sinnvoll erachtet.

„Investors might want to be more cautious with broad U.S. equity exposure and wait for better entry points." Für Anleger, die bereits stark investiert sind, erscheint eine schrittweise Reduktion von Übergewichtungen in hochbewerteten Wachstums- und Technologieaktien als Option, um das Portfoliorisiko zu dämpfen.

Fazit: Handlungsoptionen für konservative Anleger

Für konservative Anleger mit Fokus auf Kapitalerhalt und stabile Erträge bedeutet die Analyse vor allem eines: Vorsicht. Die Möglichkeit, dass der S&P 500 auf das Kursniveau von 2022 zurückfällt, ist unter den aktuellen Bewertungs- und Rahmenbedingungen plausibel begründbar. Anstatt prozyklisch in die laufende Rally hinein zu kaufen, dürfte es sinnvoll sein, Engagements in breit gestreuten US-Aktienindizes zu überprüfen, Gewinne in überhitzten Segmenten teilweise zu realisieren und Liquidität für mögliche Korrekturphasen aufzubauen.

Konservative Investoren könnten die Marktentwicklung abwarten und erst bei deutlich günstigeren Bewertungsniveaus – näher an historischen Durchschnitten – schrittweise Positionen aufbauen. Ergänzend bietet sich eine stärkere Fokussierung auf defensive Sektoren, qualitativ hochwertige Dividendentitel und eine angemessene Diversifikation über Anlageklassen hinweg an, um das Downside-Risiko in einem Umfeld potenziell rückläufiger Aktienkurse zu begrenzen.

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