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Warnstreiks legen Nahverkehr in München und Nürnberg lahm

MÜNCHEN/NÜRNBERG (dpa-AFX) - Der angekündigte Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr in Bayern entfaltet seine Wirkung. Ein geregelter Betrieb werde voraussichtlich erst am Donnerstag wieder möglich sein, teilte die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) mit. So sei die U-Bahn - mit einer einzigen Ausnahme am Abend wegen eines Fußballspiels - überhaupt nicht im Betrieb. In Nürnberg seien sowohl die U-Bahnen als auch die Trambahnen in den Depots geblieben, schilderte Michael Batog von der Gewerkschaft Verdi. In Passau stehe alles still, ergänzte seine Kollegin Katharina Wagner.

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Die Gewerkschaftssekretärin kündigte an, dass es bis zur nächsten Verhandlungsrunde am Freitag keine weiteren Warnstreiks in Bayern geben werde. "In der Eskalation sind wir definitiv noch nicht." Die Gewerkschaft wolle ja nicht die Fahrgäste als solche treffen, dies sei nur der einzige Hebel, um Druck auf die Arbeitgeber auszuüben. "Deshalb ist es ist unser Credo, dass wir Warnstreiks in der Regel früh ankündigen, damit die Leute nicht aus dem Haus gehen und ins offene Messer laufen und total (Total Aktie) überrascht werden."

Auch in Bayreuth und Dachau waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verkehrsunternehmen dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Es ist das zweite Mal im laufenden Tarifkonflikt, dass die Gewerkschaft im Freistaat zu diesem Druckmittel greift. Schon bei der ersten Runde waren auch München und Nürnberg betroffen.

Starke Einschränkungen im Berufsverkehr

S-Bahnen und Regionalbahnen fahren jedoch auch dort trotz des Warnstreiks weiter. Allerdings kommt es in München aufgrund von Bauarbeiten für die zweite Stammstrecke ab dem späten Abend (22.20 Uhr) zu starken Einschränkungen bei der S-Bahn. Teilweise fahren in den betroffenen Städten auch Busse, wenn sie von privaten Dienstleistern im Auftrag der Verkehrsbetriebe stammen.

Dank ihnen fuhren etwa in München am Morgen auf allen Buslinien Fahrzeuge, doch teils in großen Abständen. Von der vorübergehenden Arbeitsniederlegung betroffen sind laut MVG sämtliche Busse bis zur Liniennummer 199. Bei der Tram konnte der Betrieb demnach auf der am stärksten nachgefragten Linie 20 sowie auf der Linie 25 nach Grünwald zumindest bis etwa 10.00 Uhr am Vormittag sichergestellt werden.

Besondere Regelung bei der U-Bahn für das Pokal-Viertelfinale

Bei der U-Bahn hingegen stand alles still, weil im Fahrdienst und in der Leitstelle zu wenige Mitarbeiter zur Verfügung standen. Eine Ausnahme gibt es allerdings am Abend: Im Abschnitt Marienplatz-Fröttmaning fährt die U-Bahn wegen des DFB-Pokalspiels in der Allianz (Allianz Aktie) Arena. Der übliche Bustransfer von der S-Bahnhaltestelle Donnersbergerbrücke wird für die Fußballfans zudem zusätzlich verstärkt.

Auch bei der Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (VAG) wirkte sich der Warnstreik spürbar aus. "Faktisch fährt so gut wie nichts. Es sind nur 30 Busse in der Stadt unterwegs", sagte Batog am Morgen. Auf den Straßen sei es dadurch im Berufsverkehr deutlich voller als sonst.

In Bayreuth hatte der Warnstreik bereits am Dienstag begonnen. Den Stadtwerken zufolge sollte auf vielen Buslinien mit Fahrzeugen von Partnerunternehmen ein Grundangebot aufrechterhalten werden. In Dachau sollten die sechs Buslinien der Stadtwerke ausfallen.

Nächste Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt am Freitag

Verdi fordert in dem Tarifkonflikt in Bayern unter anderem eine Entgeltsteigerung von 668,75 Euro und eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit. Die bayerischen Städte weisen das als zu teuer zurück, zumal sie bereits weitere Verbesserungen und eine Entgelterhöhung von mindestens 5 Prozent angeboten hätten. Die nächste Verhandlungsrunde ist am Freitag./eri/DP/zb

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