BERLIN (dpa-AFX) - Bundesgesundheitsministerin Nina Warken setzt mit einer stärkeren Steuerung zu Facharztterminen auf eine bessere Orientierung und kürzere Wartezeiten für Patientinnen und Patienten. Sie profitierten von mehr Navigation und einer schnelleren Versorgung entsprechend der medizinischen Notwendigkeit, sagte die CDU-Politikerin nach einem Auftaktgespräch für eine geplante Reform mit Branchenvertretern in Berlin. Kapazitäten der Ärztinnen und Ärzte könnten auch effizienter und gezielter eingesetzt werden.
Die schwarz-rote Koalition will ein verbindliches Primärarztsystem einführen, bei dem Patientinnen und Patienten in der Regel primär, also zuerst, in eine Hausarztpraxis gehen. Diese soll sie bei Bedarf - und mit einem Termin in einem bestimmten Zeitraum - an Fachärzte überweisen. Kommen soll außerdem eine online-gestützte Einschätzung von Beschwerden noch vor Praxisbesuchen. Warken sagte, ein erster Gesetzentwurf solle bis zum Sommer erarbeitet werden. Greifen solle das neue System dann voraussichtlich 2028.
Kein neuer Flaschenhals
Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, sagte, es solle kein "Flaschenhalssystem" werden, das Menschen von der Versorgung fernhalte. Eine bessere Zuordnung von Patienten spare aber zumindest kurzfristig auch kein Geld. Die stellvertretende Chefin des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen, Stefanie Stoff-Ahnis sagte, der eigentliche Durchbruch werde durch eine Kopplung der digitalen Ersteinschätzung mit einer E-Überweisung und einer einheitlichen digitalen "Terminbörse" entstehen./sam/DP/stw
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