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Wadephul kündigt deutsch-syrischen Wirtschaftsrat an

BERLIN (dpa-AFX) - Deutschland will der syrischen Regierung gut sechs Monate nach dem Sturz von Langzeitmachthaber Baschar al-Assad mit einer verstärkten Wirtschaftszusammenarbeit beim Wiederaufbau helfen. Er habe sich gestern bei einem Telefonat mit dem Außenminister der Übergangsregierung, Asaad al-Schaibani, auf die Einsetzung eines deutsch-syrischen Wirtschaftsrats verständigt, sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU) bei einem Treffen mit seinem jordanischen Amtskollegen Aiman al-Safadi in Berlin. Die Arbeit des Wirtschaftsrats solle vom Auswärtigen Amt koordiniert werden, ergänzte er.

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Flagge der Bundesrepublik Deutschland.
Quelle: - ©unsplash.com:

Wadephul wollte ursprünglich am vergangenen Samstag in die syrische Hauptstadt Damaskus reisen, musste seine Pläne aber wegen des israelischen Angriffs auf den Iran ändern.

Deutschland setzt auf inneren Ausgleich in Syrien

"Es geht jetzt darum, dass wir die wirtschaftlichen Grundlagen in Syrien deutlich verbessern", sagte der Minister nun. Sein syrischer Kollege habe versichert, dass er an einer Politik der Stabilität und des inneren Ausgleichs in Syrien festhalten wolle. Dies sei für Deutschland "von entscheidender Bedeutung, weil wir glauben, wenn alle Religionsgruppen, alle ethnischen Gruppen in Syrien sich entfalten können, dieses Land zu Stabilität wieder zurückkehren kann", fügte Wadephul hinzu.

Syrien mit seinen rund 23 Millionen Einwohnern wird derzeit von einer Übergangsregierung unter Führung von Interimspräsident Ahmed al-Scharaa geführt. Al-Scharaa war Kopf der Islamistengruppe Haiat Tahrir al-Scham (HTS), die die Rebellenallianz anführte, die Assad am 8. Dezember 2024 stürzte. Die neue Regierung versprach nach ihrem Antritt ein "Syrien für alle".

International wird der Schutz von Minderheiten im neuen Syrien kritisch verfolgt. Die Mehrheit der Syrer sind wie al-Scharaa und seine Gefährten sunnitische Muslime. Wiederkehrende Ausbrüche teils konfessioneller Gewalt haben in den vergangenen Monaten Ängste etwa bei Drusen, Alawiten oder Christen geschürt./bk/DP/jha

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