Wadephul: G20-Einladung der USA Lackmustest für Putin

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Staatsoberhäupter beim G20-Gipfel in Hamburg im Jahr 2017.
- © Thomas Lohnes / Freier Fotograf / Getty Images News / Getty Images

OTTAWA (dpa-AFX) - Außenminister Johann Wadephul hat die Einladung der USA an den russischen Präsidenten Wladimir Putin zur Teilnahme am G20-Treffen in Miami grundsätzlich begrüßt. "Diese Einladung, die ja jede Präsidentschaft aussprechen kann, wird ein Lackmustest sein für Wladimir Putin, ob er bereit ist, ernsthaft zu verhandeln", sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seiner Kollegin Anita Anand in der Hauptstadt Ottawa. "Derartige Chancen müssten genutzt werden", fügte er hinzu.

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"Wir haben mehrfach die russische Regierung und Wladimir Putin persönlich aufgefordert, endlich an den Verhandlungstisch zu kommen", sagte Wadephul. Er ergänzte: "Wenn das ein Weg ist, dann wäre es zumindest mal der Beginn von ernsthaften Verhandlungen." Die Voraussetzung für ein sinnvolles Gespräch in diesem Rahmen sei natürlich, dass sowohl der russische Präsident als auch die russische Regierung ernsthaft und substanziell bereit seien, in Verhandlungen einzutreten und dazu die Waffen schweigen zu lassen.

Wadephul: Waffenstillstand für ernsthafte Verhandlungen geboten

Auf die Frage, ob der G20-Gipfel im Dezember bei einer Zusage von Putin boykottiert werden solle, wenn dieser sein Verhalten nicht ändere, sagte Wadephul: "Das ist mir alles zum jetzigen Zeitpunkt zu hypothetisch." Er glaube, dass US-Präsident Donald Trump diese Einladung ausgesprochen habe, "weil die Vereinigten Staaten richtigerweise erneut erhebliche Versuche unternehmen, Russland endlich an den Verhandlungstisch zu bekommen". Jetzt solle die weitere Entwicklung der nächsten Wochen abgewartet werden.

Die Position der Bundesregierung sei vollkommen klar: "Russland muss verhandeln, je früher, desto besser", sagte Wadephul. Russland müsse seinen völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Ukraine möglichst schnell einstellen. "Ein Waffenstillstand ist aus meiner Sicht zusätzlich geboten, um wirklich ernsthaft verhandeln zu können", fügte der Minister hinzu.

Anand gegen G20-Boykott wegen Putin: Wir werden da sein

Anand sagte, sie sei überrascht gewesen, als sie von der Einladung an Putin erfahren habe. Anlass für einen Boykott des G20-Treffens sei das für Kanada aber nicht. "Bei Diplomatie geht es darum, am Tisch zu bleiben, um schwierige Konversationen zu haben", ergänzte die kanadische Außenministerin. "Also werden wir da sein."

In der G20-Runde der großen Industrie- und Schwellenländer ist Russland zwar offiziell noch Mitglied. Putin nahm allerdings zuletzt 2019 physisch an einem Gipfeltreffen teil - also vor Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022. Der G20-Gruppe gehören 19 Staaten, die Europäische Union und die Afrikanische Union an./bk/cah/DP/nas



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