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VW-Aktie: Porsche zieht Wolfsburger in die Verlustzone – doch langfristig winken Chancen

Volkswagen rutscht wegen hoher Sonderlasten bei Porsche tief in die roten Zahlen. Trotz der schwachen Quartalsbilanz und Unsicherheiten bei der Chipversorgung sieht der Konzern Fortschritte beim Umbau. Für geduldige Anleger könnte das aktuelle Kursniveau eine Gelegenheit sein.
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Der Volkswagen-Konzern hat im dritten Quartal kräftig Federn lassen müssen. Der einstige Gewinnbringer Porsche belastete die Bilanz der Wolfsburger mit einem operativen Verlust von fast einer Milliarde Euro – eine Folge milliardenschwerer Abschreibungen und strategischer Anpassungen. Unter dem Strich wies VW für die Monate Juli bis September einen Verlust von 1,07 Milliarden Euro aus, nachdem im Vorjahr noch ein Überschuss von 1,56 Milliarden Euro erzielt worden war.

Die Börse reagierte zunächst gelassen. Analysten hatten mit einem solchen Ergebnis gerechnet, nachdem die Sonderbelastungen im Vorfeld bekannt geworden waren. Die VW-Aktie notierte am Nachmittag leicht im Minus bei rund 91 Euro, bleibt damit aber seit Jahresbeginn noch im Plus. Bereinigt um die Effekte bei Porsche und um die Auswirkungen höherer US-Zölle hätte die operative Marge im Quartal bei 5 Prozent gelegen – ein Wert, der über den Erwartungen der Analysten lag.

Laut VW-Finanzvorstand Arno Antlitz sollen die Ergebnisse im Schlussquartal innerhalb der im September reduzierten Margenprognose von 2 bis 3 Prozent am oberen Ende liegen. Eine Entwarnung wollte er jedoch nicht geben. Der Konzern kämpft weiter mit Engpässen bei der Chipversorgung, insbesondere infolge der Turbulenzen beim niederländischen Halbleiterhersteller Nexperia. Die Versorgung der deutschen Werke sei vorerst gesichert, so Antlitz, dennoch bleibe die Lage angespannt.

Im Gesamtjahr schrumpfte der Nettogewinn von VW um mehr als 60 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Verantwortlich sind Sonderaufwendungen in Höhe von 7,5 Milliarden Euro – unter anderem für Zölle, Wertberichtigungen und die geänderte Produktstrategie bei Porsche. Der Sportwagenbauer hatte erst kürzlich eine drastische Ergebniswarnung veröffentlicht und in den ersten neun Monaten einen Gewinneinbruch um fast 96 Prozent gemeldet.

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Trotz der Belastungen kann VW operative Fortschritte vorweisen. Das Sparprogramm bei der Kernmarke greift: Die Kosten sinken erstmals seit Jahren, und das operative Ergebnis der Marke Volkswagen (VW Aktie) stieg auf 1,48 Milliarden Euro. Auch Audi befindet sich mit neuen Modellen im Aufwind. Bis 2030 sollen konzernweit über 45.000 Stellen wegfallen, um die Kostenbasis zu senken und die Transformation zur Elektromobilität zu finanzieren.

Sorgen bereiten jedoch die US-Zölle, die VW mit bis zu fünf Milliarden Euro jährlich belasten könnten. Besonders Porsche, das den US-Markt bislang vollständig aus Europa bedient, trifft die neue Handelspolitik hart. Audi prüft deshalb den Bau eines eigenen Werks in den USA – eine Entscheidung soll bis Jahresende fallen.

Fazit: Volkswagen steht vor einem herausfordernden Jahr: Hohe Sonderkosten, Zölle und Lieferkettenprobleme dämpfen kurzfristig die Bilanz. Doch die Restrukturierung zeigt Wirkung, die Kernmarken stabilisieren sich, und der Konzern bleibt finanziell solide aufgestellt. Trotz aller Baustellen könnten Anleger mit Weitblick bei Kursen unter 100 Euro langfristig profitieren – kleine Positionen könnten sich in ein bis zwei Jahren auszahlen.

Redaktion Ariva/MW


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