US-Inflationsdaten am Mittwoch: Kippt jetzt der Goldpreis?
Nicolas Ebert
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Gold steigt vor den Inflationsdaten. Die Bank of America sieht den Preis bald unter 4.000 US-Dollar. Zinsfalle, schwache Nachfrage, drohende Notenbankverkäufe: Wie sicher ist der sichere Hafen noch?
Für dich zusammengefasst:
Goldpreis steigt um 0,4 Prozent auf 4.200 US-Dollar.
US-Verbraucherpreise für September werden am Mittwoch veröffentlicht.
Bank of America erwartet Preisverfall unter 4.000 US-Dollar.
Gold hält vor den Inflationsdaten die Luft an. Am Dienstagmorgen stieg der Preis für eine Unze um 0,4 Prozent auf knapp 4.200 US-Dollar. Für Gold (Goldkurs) ist die Lage verzwickt. Die Spannungen im Nahen Osten treiben den Ölpreis und schüren Inflationssorgen. Eigentlich gilt Gold als Schutz vor Inflation. Doch steigende Zinsen locken Anlegerinnen und Anleger eher in Anlagen mit Rendite als in das zinslose Metall.
Entsprechend gespannt blickt der Markt auf die neuen Daten. Am Mittwoch folgen die US-Verbraucherpreise für September, am Donnerstag die Erzeugerpreise und die Einzelhandelsumsätze. Andrea Conti, Leiter der Makroanalyse bei Eurizon, rechnet mit einem Anstieg der Inflationsrate von 3,4 auf 3,6 Prozent. Die Kernrate dürfte von 2,4 auf 2,5 Prozent klettern. Im Monatsvergleich erwartet er dagegen nur noch ein Plus von 0,2 Prozent nach 0,3 Prozent.
Die Inflation bleibe für die nächsten Zinsentscheidungen der US-Notenbank Fed wichtig, sagte Conti. Bei den Einzelhandelsumsätzen rechnet er mit einem Plus von 0,3 Prozent nach 1,2 Prozent im August, auch wegen schwächerer Autoverkäufe.
"Die Verbraucherpreise werden kurzfristig entscheidend für Gold sein", sagte Kyle Rodda von Capital.com. Fällt vor allem die Kerninflation höher aus als erwartet, könnte der Preis weiter sinken. Laut dem FedWatch-Tool der Terminbörse Chicago Mercantile Exchange rechnen Händlerinnen und Händler im Oktober nur mit 19 Prozent Wahrscheinlichkeit mit einer Zinserhöhung, im Dezember aber mit 85 Prozent.
Die Bank of America tritt auf die Bremse. Die physische Nachfrage bleibe schwach, schrieben die Analysten. In den kommenden drei Monaten dürfte sich der Preis nicht über 4.000 US-Dollar halten. Zuflüsse in börsengehandelte Indexfonds allein trügen den Markt nicht. Zudem drohten die Notenbanken wegen der neuen Eskalation im Nahen Osten wieder Gold zu verkaufen.
Bei den Minenbetreibern sieht es freundlicher aus. Newmont bringt laut MarketScreener rund 118 Milliarden US-Dollar auf die Waage und liegt damit vor Agnico Eagle mit 96 Milliarden. Seit Jahresbeginn legte die Newmont-Aktie gut 15 Prozent zu. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,5 für 2026 ist sie zudem günstiger als der Rivale mit 15,2. Die 23 Analystinnen und Analysten raten im Schnitt zum Kauf und sehen mehr als zehn Prozent Luft. Am 22. Oktober legt Newmont Zahlen vor.
Fazit
Gold steckt in der Zinsfalle. Teures Öl stützt die Nachfrage als Inflationsschutz, drückt über steigende Zinsen aber zugleich auf den Preis. Kurzfristig entscheiden die Verbraucherpreise am Mittwoch.
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