Der besser als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht belastete die Kurse. Die erratische Zollpolitik der Trump-Regierung hat zumindest im April zunächst noch keine großen Spuren auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt hinterlassen. Außerhalb der Landwirtschaft wurden mehr Arbeitsplätze geschaffen als von Volkswirten erwartet.
"Die Zölle könnten sogar positiv auf den US-Arbeitsmarkt abgefärbt haben", schreibt Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Er verweist auf die neuen Stellen im Transport und Lagersektor. "Viele Unternehmen, aber auch private Haushalte haben sich in Anbetracht der Zölle noch mit Waren eingedeckt." Gitzel spricht daher mit Blick auf die Beschäftigungsentwicklung von einer "Momentaufnahme".
Die Arbeitsmarktentwicklung spielt auch eine große Rolle für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Sie hatte ihre Leitzinsen zuletzt nicht angetastet. Auch auf der Sitzung in der kommenden Woche wird keine Änderung erwartet.
"Aus Sicht der Fed ist jedenfalls erfreulich, dass der Arbeitsmarkt bisher nicht eingebrochen ist, auch wenn die Risiken für das Vollbeschäftigungsziel zunehmen", kommentierte Christoph Balz, Volkswirt bei der Commerzbank (Commerzbank Aktie). "Gleichzeitig droht aber wegen der Zollpolitik der US-Regierung eine höhere Inflation, und die Inflationserwartungen der Verbraucher haben schon spürbar zugelegt." US-Präsident Donald Trump hatte die Notenbank zuletzt immer wieder heftig angegriffen und Zinssenkungen verlangt.
Zudem drückte die gute Stimmung am Aktienmarkt die Nachfrage nach den als sicher geltenden Staatspapieren. An der Börse setzte sich die Erholungsrally nach dem Kurseinbruch wegen des von den USA losgetretenen weltweiten Zollkonflikts fort. Aktuell zeichnet sich eine Offenheit Chinas zu Gesprächen ab, die nun von Regierungsvertretern bekräftigt wurde./jsl/he
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